Osnabrück: Messe Nadel und Faden

In Osnabrück, der Stadt des westfälischen Friedens, finden jährlich die Messe „Nadel und Faden“ statt. Grund genug für eine Tagesfahrt. Die Messe in der Osnabrück-Halle bietet alles, was das Handarbeiter(innen)-Herz begehrt: Materialien, die neueste Technik aber auch fertige Bekleidung, die sogar in Modenschauen präsentiert wird.

Über 90 Stände präsentieren Stoffe, Knöpfe, Bänder, Stick- und Stickmuster aber auch Kissen, Kleider, Schals, Tücher, Tisch- und Bettwäsche und sogar Literatur zum Thema Handarbeiten und Textilien. Eine Riesenauswahl zum Staunen, Anregungen holen und natürlich zum Shoppen bis der sprichwörtliche Arzt kommt.

Die Osnabrück-Halle wurde vor nicht allzu langer Zeit gründlich renoviert. Sie bietet ein ideales Ambiente für eine überschaubare Ausstellung wie diese, fern von der Unübersichtlichkeit großer Messegelände.

Als Kontrastprogramm (böse Zungen behaupten, es war das Herrenprogramm …) bot sich ein Ausflug zum Piesberg an, gerade einmal 7 Km vom Zentrum entfernt. Dieses ehemalige Kohlerevier, das vor über 100 Jahren wegen permanenter Wassereinbrüche aufgegeben werden musste, wird heute sehr vielfältig genutzt.

Neben dem Alltag, der hier z.B. durch einen großen Steinbruch und verschiedene alternative Energien repräsentiert wird, wurden hier viele Freizeiteinrichtungen geschaffen, die durch einen Rundwanderweg ca. 8 Km) verbunden werden. Hier sind festes Schuhwerk und eine gewisse Grundkondition gefragt. Drei Aussichtspunkte vom Berg auf die Stadt bzw. in den Steinbruch gehören ebenso zu den Attraktionen wie ein Feldbahnmuseum mit laufendem Betrieb, dessen Bahntrasse sich den Weg teilweise mit den Wanderern teilt. Am Fuße des Piesberges liegt das Museum für Industriekultur, das die alte Schachtanlage „Haseschacht“ begehbar macht. Etwas Kultur und viel Natur runden das Angebot ab.

Euer Reisezauberer

Elsass-Reise, 5.Tag

Pünktlich wie immer beginnt unser letzter Tag, der Abreisetag. Das mit der Pünktlichkeit sollte sich im Verlauf des Tage noch ändern. Wir fahren an Straßeburg vorbei und zurück über den Rhein nach Deutschland.

Im zur Stadt Kehl gehörenden Ortsteil Marlen befindet sich etwas versteckt in einer Seitenstraße ein ehemaliges Gasthaus. Es beherbergt das 1. deutsche Essigbrauhaus. Der Eigentümer, nach dem die wichtigste Produktlinie „Theo der Essigbrauer“ heißt, empfängt uns mit einer Belehrung über Lebensmittelhygiene. Wir bekommen lustige Mützen aufgesetzt, um die Haare im Zaum zu halten. Dann beginnen 90 Minuten spannende Reise durch die Welt der Essigherstellung. Nach kurzer Zeit ist klar, dass es gewaltige Unterschiede gibt zwischen Industrieprodukten und handwerklich hergestelltem Essig. Natürlich dürfen wir auch probieren. Es gibt von verschiedenen Sorten einen Traopfen auf den Handrücken und das in der einmaligen Atmosphäre des Fasslagers.

Natürlich dürfen wir auch ein kleines Fläschchen mitnehmen. Die leckeren Essigsorten brachen danach alle Dämme. Es wurden Kartonweise Flaschen aus dem Shop geschleppt und so wird mancher Salat der nächsten Zeit mächtig aufgewertet.

Weiter geht es auf die Autobahn gen Norden, die wir mehrfach staubedingt verlassen müssen. Dadurch verliert man viel Zeit, sieht aber das eine oder andere. Unter anderem fahren wir durch Rastatt, vorbei am Barockschloss und anderen historischen Gebäude. Mit über 2 Stunden Verspätung kommen wir endlich an der ersten Ausstiegsstelle an. Geschafft.

Euer Reisezauberer

 

 

Elsass-Reise, 4. Tag

Heute stehen die Vogesen auf dem Programm, sozusagen das „Hausgebirge“ des Elsass und die westliche Schwester des Schwarzwaldes. Die beiden sind sich erdgeschichtlich sehr nahe. Wir fahren über Cernay über die Route des Crêtes, eine Gebirgsstraße mit vielen Serpentinen, hinauf ins Gebirge. Erste Station ist der Hartmannswillerkopf, ein Ort, der während der 1. Weltkrieges traurige Berühmtheit erlangte. Hier oben lagen sich Deutsche und Franzosen in Sicht- und Schussweite im Stellungskrieg gegenüber. Heute finden sich hier ein Mahnmal und ein französischer Soldatenfriedhof.

Höher hinaus geht es an der nächsten Station. Der Grand Ballon ist der höchste Gipfel der Vogesen (1.424 m). Der Berg ist nicht nur namentlich mit dem Großen Belchen im Schwarzwald und dem gleichnamigen Berg in der Schweiz verwandt. Zur Sommersonnenwende geht – wenn man von hier aus schaut – die Sonne über dem einen Belchen auf und über dem anderen Belchen unter. Faszinierend. Auf dem Gipfel gibt es eine Radarstation mit toller Aussicht und einen Shop mit leckeren Produkten aus Honig. Wir haben die Ehre, über Wolken und Nebek hinweg in die Täler zu schauen. Wie Zuckerwatte liegen die Wolken vor uns.

Unsere erste Vogesen-Mahlzeit ist ein Melkeressen. Dieses traditionelle regionale Essen variiert von Ort zu Ort ein wenig. Wir starten mit einer Fleischpastete, der Hauptgang sind Kartoffeln und Zwiebeln in einer Terrine zusammen gegart und mit Kassler serviert. Reichlich und sehr lecker.

Unser Weg führt nun über den Col de la Schlucht Richtung Soultzeren. Auf der Straße finden sich immer wieder aufgemalte Anfeuerungen für die Radfahrer der Tour de France. Einige der ältesten sind noch dem deutschen Tourhelden Didi Turau gewidmet. Ein Stück weiter unten im Gebirge und etwas versteckt liegt die Ferme Roess, ein kleiner Bauernhof, der ausschließlich Milchwirtschaft betreibt und die Milch selbst zu Butter und Käse verarbeitet. Hier entstehen Tomme mit verschiedenen Gewürzen, Barikaas (Bergkäse) und der bekannte Munsterkäse. Wir lassen uns vom Chef persönlich die Arbeitsschritte bis zum fertigen Käse erklären, dürfen probieren und kaufen kräftig im hofeigenen Laden ein. Ein ursprünglicher Familienbetrieb ohne touristischen Anstrich, dessen Besitzer höchst unterhaltsam erklären kann. Perfekt.

Zurück geht es nach Colmar. Die wunderschöne Altstadt hat es uns zwei Tage vorher schon angetan. Nun kehren wir auf dem Rückweg von unserer Vogesenrundfahrt zurück und nehmen uns Zeit zum Bummeln und Shoppen oder auch zu einem kleinen Museumsbesuch. Unser Abendessen gibt es wieder im Hotel. Schade, dass es unser letzter Elsass-Abend ist. Aber  morgen gibt es sicher wieder etwas zu entdecken.

Euer Reisezauberer

Elsass-Reise, 3. Tag

Hauptstadttag. es geht nach Straßburg. Wir kommen dort an einem sehr modernen Reisebusterminal an und machen zunächst eine Stadtrundfahrt, vorbei an den Gebäuden des Europaparlaments und surch das moderne Straßburg. Unsere Rundfahrt endet wieder am Busterminal.  Allerdings sind es von hier doch ein paar Schritte in die Stadt. Wir gehen mit unserer Stadtführerin durch das Böttcherviertel und über den Gutenbergplatz. Der Erfinder des Buchdrucks hat auch hier gewirkt und warv damit indirekt verantwortlich für die erste deutsche Tageszeitung vor rund 400 Jahren.

Nicht weit vom Gutenbergplatz entfernt liegt der Münsterplatz, auf dem die gleichnamige Kirche, das berühmte Straßburger Münster steht. Allein der Durchmesser des runden Fensters in der Stirnseite des Münsters ist so graoß wie unser Bus. Übrigens ist der Bau nie fertig geworden, auch wenn vier Jahrhunderte daran gefeilt wurde. Unsere Stadtführerin meknte, wir könnten uns aussuchen, warum der südliche Turm nicht fertig wurde: War es die mangelnde Tragfähigkeit des Untergrundes oder einfach Geldmangel? Rund um das Münster stehen viele alte Häuser, darunter das berühmte Maison Kammerzell, das heute ein Gourmet-Restaurant beherbergt.

Apropos: Nach einem kurzen Blick in das Münster geht es zum Mittagessen erneut in einem urigen Keller. Danach machen wir uns auf den Weg zurück zum Bus, denn bis zum nächsten Programmpunkt mussten wir ein Stück fahren.

Unser Ziel liegt auf dem Land. Und zwar richtig. Wer hier eine Weinprobe oder eine andere Verkostung erwartet hat, lag gründlich falsch. Das Dörfchen Kirrwiller beherbergt das zweitgrößte Kabarett Frankreichs nach dem Pariser Moulin Rouge, das Royal Palace. Wir sehen eine atemberaubende Show aus Musik, Tanz und Akrobatik. Musical trifft Varieté. Der thematische rote Faden ist „Alice im Wunderland“, die natürlich am Ende das Böse besiegt und ihr Glück findet. Die Show ist echt klasse und dauert 2 Stunden. Da es schon etwas später ist, gibt es einen Imbiss am Bus und wir kommen bereits im Dunkeln wieder am Hotel an. Danach noch einen Absacker und ab ins Bett.

Euer Reisezauberer.

Elsass-Reise, 2. Tag

Wir starten heute mit einem „offiziellen“, sprich geführen, Rundgang durch die Altstadt von Mulhouse. Wir erfahren einiges über seine Industriegeschichte und die Auswirkungen der mehrfachen Wechsel der Staatszugehörigkeit des Elsass zwischen Deutschland und Frankreich. Der Schwerindustrie, die ihre Produkte und Rohstoffe meist aus Lothringen erhielt, verdankt Mulhouse den Canal du Rhône au Rhin, der direkt zwischen unserem Hotel und dem Bahnhof verläuft. Heute sieht man hier viele Sportboote und zauberhaften Blumenschmuck an den Brücken.

Die wechselvolle Geschichte betrifft auch die Religion, denn die Elsässer haben oft religiöse Minderheiten aufgenommen, so auch Hugenotten und Juden. Eine gut erhaltene Synagoge legt davon Zeugnis ab.

Leider hat die Stadt im zweiten Weltkrieg einiges abbekommen, so dass die Häuser am zentralen Place de la Réunion zumeist wiederaufgebaut werden mussten. Nur das Rathaus im Renaissance-Stil blieb heil. Unser Stadtundgang war leider etwas wolkenverhangen. Aber während der Fahrt gen Norden riss der Himmel auf und es wurde richtig schön. Wir verbringen den Tag an der elsässischen Weinstraße, die sich 120 Km von Nord nach Süd an die deutsche Weinstraße anschließt. Bekanntester Ort und auch unser Reiseziel ist Riquewihr. Das etwas touristische Dorf ist ein einzigartiges Ensemble historischer Häuser. Die Zentrale Rue Charles de Gaulle ist ein wenig steil, mit Kopfsteinpflaster belegt aber wunderschön. Aus einem geöffneten Ladenfenster werden Makronen angeboten, die regionale Spezialität. Natürlich schlagen wir zu. Aber der Tag soll noch kalorienreicher werden.

Im urigen Keller eines Lokals werden wir zum Flammkuchenessen erwartet. Insgesamt 7 verschiedene Flammkuchen werden serviert, darunter auch zwei süße mit Blaubeeren und Apfel. Lecker… Das war kein Snack sondern ersetzte eine ausgewachsene Hauptmahlzeit. Wir freuen uns über ein paar Meter Fußweg bergan und steigen gleich in den nächsten Keller hinab. Im Maison Zimmer erwartet uns eine Dreier-Weinprobe. Phillipe, einer der Angestellten erklärt uns Weinlagen und Rebsorten und nur Minuten später glänzt die goldene Flüssigkeit in den Gläsern. Riesling, Grauburgunder und Gewürztraminer werden nacheinander probiert. Das Elsass ist mit einem Anteil von 93% halt eine Weißweingegend.

Im Anschluss fahren wir wieder ein wenig südwärts nach Colmar, die einzige Großstadt des Elsass, die im zweiten Weltkrieg nicht beschädigt wurde. Eine vollständig erhaltene Altstadt aus Fachwerk-, Renaissance- und Jugendstilhäusern bietet ein einmaliges Flair mit vielen kleinen Geschäften und gemütlichen Lokalen. Eine Stadtführung bringt uns die wichtigsten Sehenswürdigkeiten und Geschichtsdetails näher, z.B. über das Koifhus, in dem früher die einreisenden Händler den Zehnten abgeben mussten, der dann gleich an die Einheimischen verkauft wurde. Daher der Begriff Koifhus, Kaufhaus eben.

Den Abschluss bildet, man ahnt es schon, ein Essen. Die Gaststube Pfeffel ist ebenfalls in historischen Gemäuern untergebracht. Es gibt die nächste Elsässer Spezialität: „Choucroute“, auf Hochdeutsch Sauerkraut, im Rahmen eines Dreigang-Menus eingerahmt von der Vorspeise Zwiebelkuchen und dem Nachtisch Eis. Mit vollem Magen machen wir uns auf den willkommenen Fußweg zum Bus, der uns in einer knappen Dreiviertelstunde zurück nach Mulhouse bringt. Wieder ein schöner Tag.

Euer Reisezauberer

 

Elsass-Reise, 1. Tag

Los geht es mit dem komfortablen Dreiachser gen Süden. Der beginnt ja bekanntlich am Weißwurst-Äquator, also am Main. Kaum haben wir diesen überquert, fängt es auch schon an zu regnen. Grau blieb es auch bis zu unserer Ankunft in Mulhouse, der zweitgrößten Stadt im Elsass. Aber es war dort zumindest trocken und wir konnten in Ruhe einchecken. Durch die Zentrale Lage des Hotels konnten wir uns vor dem Abendessen sogar noch ein wenig die Stadt ansehen.

Dort wurde alles bereits für das alljährliche Zwiebelfest vorbereitet, das am Wochenende auf dem Place de la Réunion stattfindet. Ein wenig Jahrmarktatmosphäre kommt sogar schon am trüben Vorabend auf. Sehenswert sind auch die Stephanskirche (Temple St. Etienne) und das historische Rathaus (Hôtel de ville).

Wir lassen uns aber nach dem kurzen Stadtbummel unser dreigängiges Menü schmecken. Es gibt Putenkeule. Sehr lecker. Danach noch ein kleiner „Absacker“ und ab ins Bett. Morgen wird wieder ein ereignisreicher Tag.

Euer Reisezauberer

Klimawandel – (k)ein Fall für´s Museum

Das Heinz-Nixdorf-Museumsforum in Paderborn ist – neben einer hervorragenden Dauerausstellung zum Thema Geschichte der Informationstechnik – immer für tolle Sonderausstellungen gut. Natürlich ist immer eine technische Komponente dabei. Es ist immerhin das weltgrößte Computermuseum.

Wir waren am Eröffnungtag der „Klimawerkstatt“ dort. Paderborn veranstaltete einmal mehr eine lange Nacht der Museen. Nicht nur das Heinz-Nixdorf-Museumsforum sondern alle Museen der Stadt hatten bis spät in die Nacht geöffnet. Wir haben uns aber für die Sonderausstellung entschieden. Tolle Exponate zum Thema Klimawandel und zu den Zusammenhängen zwischen unserem täglichen Verhalten und dem Weltklima waren zu bestaunen. Schön, dass auch viele Kinder den Abend an den Exponaten verbrachten.

Es gab viel zum Anfassen, man konnte in kurzen Filmsequenzen oder richtig zum Anfassen und mitmachen viele neues erfahren. Im Rahmen eines Vortrags konnten wir die Veränderungen der Welt mit Satelitenbildern verfolgen. Zum Abschluss haben wir uns noch einen Besuch in der Dauerausstellung gegönnt. Den müssen wir sicher nochmal wiederholen. Zuviel haben wir noch nicht zuende angeschaut.

Euer Reisezauberer

Ich bin wieder da!

Hallo liebe Reisefreunde,

leider ist mein Blog reisetipps.want2blog.net seit einiger Zeit mausetot. Deshalb komme ich jetzt direkt über WordPress zu Euch. Die Adresse zauberhaftreisen.wordpress.com kann man sich leicht merken. Ich freue mich, wieder bloggen zu können und wünsche viel Spaß beim Lesen und Nachreisen meiner Reiseberichte.

Euer Reisezauberer