Das zweite Rom – Tag 2

Der gestrige Tag hatte schon viel zu bieten. Wer kann ahnen, dass wir nochmal so eine Menge zu sehen bekommen. Los geht es wieder an der Porta Nigra. Direkt daneben liegt das Simeonstift, das heute das Stadtmuseum beherbergt. Wir erhalten einen kurzen Einblick in die Ausstellung und eine Vorschau auf die Sonderausstellung zum römischen Kaiser Nero in 2016.

Im Dombezirk, den wir gestern schon erkundet haben, gibt es ebenfalls ein Museum. Auch hier trifft man wieder Andenken an die Römerzeit und so wird auch das Museum am Dom in die Nero-Ausstellung eingebunden sein.

Vorbei an der Konstantin-Basilika und durch die Palastgärten gelangen wir zum rheinischen Landesmuseum, dem wichtigsten Museum zur Geschichte der Region, insbesondere der Römerzeit. Natürlich steht 2016 auch hier unter dem Titel „Nero“. Aber auch in der Dauerausstellung reiht sich Highlight an Highlight, obwohl nur ein Bruchteil des Bestandes ausgestellt ist. Wir sehen immerhin ein Modell der antiken Stadt Augusta Treverorum, den größten römischen Goldschatz, der je gefunden wurde, die prächtigsten römischen Mosaike, die sich hinter Kunstwerken aus Nordafrika oder Rom selbst nicht verstecken brauchen und viele weitere Kulturschätze, hinter denen sich vor allem Geschichten verbergen.

Besonders ergiebig sind die Grabsäulen, auf die die zur Römerzeit hier heimischen Treverer besonderen Wert gelegt haben. Nirgendwo (auch nicht in Rom) gibt es soviele steinerne Zeugnisse des Altagslebens in der Antike. Das Museum verfügt über eine vierstellige Anzahl, von der nur ein kleiner Teil zu sehen ist.

Auf den Grabreliefs geht es auch um Weinbau, den die Römer in die Region gebracht haben. Und so verfolgt uns die römische Kultur auch den Rest des Tages. Wir fahren moselabwärts. Bei Longuich besichtigen wir eine teilrekonstruierte römische Villa, in Neumagen-Drohn kann man das Weinschiff sehen. Es handelt sich wieder um ein Grabrelief und zeigt eine römische Galere, auf der Weinfässer transportiert werden.

Entlang der Mosel reiht sich Weinort an Weinort. Berühmte Namen wie Piesport, Bernkastel-Kues, Kröv, Traben-Trarbach, Zell oder Ediger-Eller passieren wir. Winzer, Weinschänken, Straußenwirtschaften allerorten. Man muss ein bisschen nach dem Besonderen suchen, dann findet man auch ein paar Geheimtipps. Wir halten in Brauneberg beim Weingut Karp-Schreiber. Ein hübscher Shop mit Straußenwirtschaft (ca. 30 Plätze) und schön präsentierte, teilweise innovative Weine lohnen den Zwischenstopp.

Auch als es dunkel wird sieht man, wie sehr die region am Tourismus hängt. Hotels, Pensionen, Restaurants, Anleger für die weiße Flotte und für Flusskreuzfahrtschiffe sowie immer wieder Hinweise auf römische Hinterlassenschaften.

Fazit: Es waren zwei unheimlich informative Tage an der Mosel mit Stoff für eine ganze Woche. Wir kommen wieder.

Euer Reisezauberer

Das zweite Rom – Tag 1

Diesesmal ging es in die viertgrößte Stadt der Welt! Jedenfalls der Welt vor 1.800 Jahren! Damals stand unser Reiseziel Trier in eine Reihe mit Rom, Konstantinopel/Byzanz und Alexandria und war die größte Stadt nördlich der Alpen. Dieser Umstand ist aber vor allem in Deutschland kaum bekannt und so wird Trier mit seinen Kulturschätzen häufig unterschätzt.

Wir starten mit einer Stadtführung an der weltberühmten Porta Nigra, einem römischen Stadttor aus dem 2. Jahrhundert und einer der acht Welterbestätten in Trier. Die Porta Nigra heißt so, weil ihr Sandstein schwarz verwittert ist. Der Name stammt aus späteren Zeiten. Dass das Bauwerk überhaupt noch erhalten ist, verdanken wir dem Umstand, dass es einige Jahrhunderte als Kirche genutzt wurde. Im Gegensatz zu vielen anderen Römerbauten hat man sich hier nicht getraut, Steine und Metalle auszubauen und anderweitig zu verwerten.

Die neuzeitliche Stadt hat ihren Mittelpunkt am Hauptmarkt. Hier finden sich viele Häuser aus Renaissance und Barock. Außerdem ist hier täglich Markt und man kann frische Waren kaufen. Sehr schön.

Weiter geht es zum Dom und zur benachbarten Liebfrauenkirche. Die beeindruckenden Sakralbauten gehen ebenfalls auf Römische Gründungen zurück, denn Kaiser Konstantin brachte das Christentum nach Trier und stiftete an gleicher Stellen bereits einen großen Kirchenbezirk.

Apropos Konstantin und Kirche: Die evangelische Erlöserkirche ist die ehemalige Palastaula von Kaiser Konstantin. Eine beeindruckende säulenlose Halle, in der mit einigen optischen Tricks gearbeitet wurde, um dem Bürger zu verdeutlichen, wie klein er im Vergleich zum Herrscher war. Die Akustik ist auch toll. Ein Ton braucht in der Konstantin-Basilika 7 Sekunden, bis er verhallt.

Ebenfalls römisch und nicht minder beeindruckend sind die Kaiserthemen, eine Badeanlage aus der Konstantin-Zeit, durch die unsere Stadtführerin uns führt (dranbleiben, sonst verläuft man sich).

Danach geht es zurück ins Hotel „Deutscher Hof“, ein familiengeführtes Hotel mit sehr schönen Zimmern und unheimlich viel Liebe zum Detail. Wo hat man schonmal eine echte Bienenwabe auf dem Frühstücksbüffet, aus der man „fangfrischen“ Honig für das Frühstücksbrötchen bekommt?

Unser Abendprogramm hat es ebenfalls in sich. Zuerst geht es in das Amphitheater (natürlich römisch…). Es ist toll erhalten und wir bekommen keine „normale“ Führung. Stattdessen führt der Gladiator Valerius durch die Anlage und durch sein Leben vor 1.800 Jahren. Eine spannende Kombination aus Geschichte, Besichtigung und Theaterstück.

Danach geht es mit einem Oldtimerbus auf den Petrisberg und wir genießen ein Glas Winzersekt bei grandioser Aussicht über die Stadt. Mit dem Oldie geht es weiter auf das Weingut von Nell. Schwenkbraten und ein Kartoffelauflauf (leider ein Geheimrezept) untermalen eine tolle Weinprobe. Für den Heimweg ins Hotel sorgt wieder der Oldtimerbus, gesteuert vom Winzer selbst.

Der Tage war bis zum Bersten voll. Mal schauen wie es morgen wird.

Euer Reisezauberer