Toskana-Reise, Tag 5

Heute geht es früher los als an den anderen Tagen. Eine weite Fahrstrecke und ein volles Programm warten auf uns. Wit fahren zunächst Richtung Südosten zur Grenze zwischen der Toskana und Umbrien. Hier liegt mit dem Lago Trasimeno einer der größte Seen Italiens. Der Legende nach führt er soviel Wasser, weil eine Nymphe um ihren ertrunkenen Prinzen geweint hat.

Der See gehört bereits zum Einzugsbereich von Perugia. Dort sammeln wir unsere Reiseleiterin ein, die uns schon gestern begleitet hat. Sie führt uns nach Assisi, der Stadt des heiligen Franziskus. Die Stadt ist voller Menschen, Gläubige und Touristen. In der Franziskus-Basilika, die eine Päpstliche Kirche ist und daher zum Vatikanstaat gehört, finden um 90-Minuten-Takt Gottesdienste statt. Links und rechts der Gemeindemitglieder drängt sich der Besucherstrom Richtung Krypta und auf der anderen Seite wieder hinaus. Eine feierliche Stimmung mag angesichts des Andrangs nicht recht aufkommen.

Trotzdem sind die Basilika und die anderen toll erhaltenen bzw. restaurierten Gebäude der Stadt absolut sehenswert, genauso wie der Ausblick auf die Umgebung, denn Assisi liegt an einem Berghang und das ganze Umland liegt uns zu Füßen. Wir nehmen einen kleinen Mittagssnack, bestaunen noch zwei zeitgleich stattfindende Hochzeiten und schlendern durch die historischen Gassen langsam zum Busterminal.

Von hier aus geht es zurück nach Perugia. Die Stadt haben wir von Assisi aus bereits gegenüber liegen sehen. Nachdem uns der Bus abgesetzt hat (er darf wie in Assisi und vielen anderen italienischen Städten nicht im Zentrum bleiben), bringt uns ein ausgeklügeltes System von Rolltreppen zur Altstadt hinauf. Die Rolltreppen enden direkt in den Gebäuden des alten Perugia. Die Szenerie erinnert mich an den Buchtitel „Mit dem Fahrstuhl in die Römerzeit“. Die Altstadtstraßen sind hier etwas großzügiger als in Assisi. Wir erfahren, dass die Einwohner auf den Status ihrer Stadt als Provinzhauptstadt immer viel Wert gelegt haben und die Stadt auch früher gegen die Nachbarn aus Arezzo, Siena, Florenz und nicht zuletzt gegen päpstliche Truppen kämpfen musste. Dabei wurde auch Beute gemacht, wie z.B. die Marmorplatten am Dom, die man anlässlich eines Feldzugens aus Arezzo mitbrachte. leider haben sich die Arettini des größten Teil wiedergeholt, so dass der Dom bis heute unvollendet ist.

In Perugia konnten wir auf einem Flohmarkt stöbern, in der ältesten Konditorei der Stadt etwas Leckeres erstehen und erneut die Aussicht auf die Umgebung (und auf Assisi…) genießen. Den Rückweg zum Bus treten wir mit der Minimetro an, einem Fahrerlosen Zugsystem, dessen Kabinenbahnen von einem Seilzug angetrieben werden. Nach 7 Stationen ist man den gesamten Hang herunter bis zum Busparkplatz gefahren. Sehr bequem. Das System wird übrigens auch von den Einheimischen stark genutzt und verbindet Unter- und Oberstadt. die großen Wohngebiete und den Bahnhof miteinander.

Am Eingang zur Minimetro verabschieden wir unsere Reiseleiterin und machen uns auf den Weg zurück in die Toskana. Arrivederci Umbria. Hinter dem Lago Trasimeno geht es rechts weg nach Castiglion Fiorentino. Dort sind wir auf einem Agriturismo zum Abendessen verabredet. Agriturismi verarbeiten ausschließlich regionale Produkte aus der Toskana, so dass sie sich von „normalen“ Gaststätten unterscheiden. Auch die Atmosphäre ist eine besondere, denn auf einem Erzeugerbetrieb, zumal auf einem biologisch dynamischen, geht es etwas urspünglicher zu. Das 3-Gänge-Menü und die Weine jedenfalls sind spitze. Es hat uns sehr gut gefallen und einige nehmen sich noch einen oder zwei Kartons Wein als Andenken mit.

Zurück geht es an Arezzo vorbei auf möglichst direktem Weg ins Hotel nach Laterina. Toskana bei Nacht sozusagen. Bis morgen.

Euer Reisezauberer