(Halb-)Tagesfahrten haben ihren eigenen Reiz. Schnell ist das Ziel erreicht und es sind auch „Spezialisten“ an Bord, die genau wegen dieses Reiseziels mitfahren.

Heute geht es nach Detmold zur Brauerei Strate. Unser Programm: Brauereibesichtigung mit Verkostung und eine leckere Haxe als Grundlage. Die Besichtigung von Sudhaus, Malzschrotmühle, Abfüllanlage etc. wird von charmanten und kompetenten Begleiterinnen und Begleitern erklärt. Den technischen Teil macht ein Azubi des Hauses. Man hat das Gefühl, er macht das schon viele Jahre.

Apropos Begleiterinnen: Die Brauerei ist in Familienbesitz und wird von einer reinen Frauenmannschaft geführt. Vielleicht rührt daher die Liebe zum Detail, die hübschen Außenanlagen und die menschliche Art, mit der man hier an die „Sache“ herangeht.

Die wichtigste „Sache“ ist natürlich der Gerstensaft, der hier buchstäblich an jeder Ecke angeboten wird. Länger als 5 Minuten muss man nicht warten, bis man ein Fläschchen ergattert. Zur abschließenden Haxe (lecker!) gibt es Fassbier und danach kann man sich noch ein paar Spezialitäten aus dem Fanshop mitnehmen. Alles in allem ein runder Tag, was man auch am Gesang unserer Mitfahrer auf der Rückreise ablesen kann.

Euer Reisezauberer

Oberitalien, Tag 7

Die nächste Etappe führt uns von Veronas Vorort aus zunächst Richtung Mailand. Wir erreichen Italiens zweitgrößte Stadt am Vormittag und nutzen die Zeit gleich zum individuellen Bummeln durch die Metropole. Wir kommen bis zum Domplatz und können schöne Fotos schießen. Das stellt sich im Nachhinein als gute Idee heraus, denn ausgerechnet diesen Bereich können wir mit der anschließenden Stadtrundfahrt nicht erreichen. Ansonsten ist diese – sehr professionell von einer „echten“ Mailänder Stadtführerin begleitete – Tour ein echtes Highlight. Die Stadt lässt sich prima per Bus erkunden. Wir sehen viel Historisches, viel aus der Neuzeit und erfahren auch kuriose Sachen. Los geht es bei der Festung der Familie Sforza, die Mailand ehedem beherrscht hat.

Was modernes zwischendurch: In Mailand entstehen seit einigen Jahren prächtige Hochhäuser (Banken, Versicherungen und teure Wohnlagen). Früher dominiert das Pirelli-Hochhaus die Szene und noch früher durfte kein Haus höher als die Spitze des Mailänder Doms sein. Insgesamt ist man hier jedenfalls stolz auf seine alten und neuen Architekten.

Unweit der ersten Wolkenkratzer kommen wir zur Casa Verdi, ein Altenheim für Musiker, das vom großen Meister Guiseppe Verdi geschaffen wurde, um den Künstlern, die z.B. an der Mailänder Scala (da fahren wir auch vorbei…) gewirkt haben, ein würdiges Leben im Alter zu ermöglichen.

Wieder modern: Mailand rühmt sich seines öffentlichen Verkehrssystems, das sogar auf vollautomatische U-Bahn-Linien setzt. Im krassen Kontrast dazu stehen die Straßenbahntriebwagen aus den 30er Jahren, die immer noch täglich ihren Dienst versehen.

Ganz nebenbei ist Mailand die europäische Hauptstadt der Mode. Wir sehen Geschäfte von Prada, Gucci und den ganzen anderen großen Namen. Es gibt ein regelrechtes Modeviertel und auch dem Textildesign gewidmete Museen und Denkmäler.

Alles in allem eine tolle Tour, die aber natürlich auch irgendwann zuende gehen muss. Die Autostrada ruft uns, denn unser Tagesziel Bregenz noch einige hundert Kilometer entfernt. Vorbei am Comer See (noch Italien) und Luganer See (schon Schweiz) fahren wir durch tolle Alpenlandschaften bis auf den höchsten Punkt unserer gesamten Reise am San Berhardino (über 2.000 m).

Hinunter geht es Richtung Österreich entlang verschiedener Rheinzuflüsse, an Liechtenstein vorbei bis zum Bodensee. In Bregenz checken wir im Hotel Germania ein (ein schön modernisiertes Haus) und bekommen bereits kurz nach unserer Ankunft ein schönes Abendessen. Perfekt.

Euer Reisezauberer

Oberitalien, Tag 6

Heute nehmen wir Abschied von Padua. Über die Autostrada geht es Richtung Verona. Hier bekommen wir bei einer Rundfahrt einen ersten Eindruck von den Kulturschätzen der Stadt. Aber ins Herz der Stadt geht es nur zu Fuß (jedenfalls für Touristen, einheimische PKW und Roller gibt es reichlich).

Wir gehen am römischen Theater vorbei über die Römerbrücke ins Zentrum. Hier am Rand gibt es noch beschauliche Wohnlagen mit Blick auf die Etsch und ohne Touristengewimmel. Das bekommen wir einige Meter weiter, ertragen es aber gern. Die mindestens 500, teilweise sogar über 2000 Jahre alten Gebäude entschädigen uns dafür. Besonders schön ist die Piazza delle Erbe mit ihren Marktständen (Nepp inklusive) und natürlich die gut erhaltene römische Arena, die auch heute noch Veranstaltungen beherbergt. Selbstverständlich drängeln wir uns auch in den Hof des Hause von Julia, deren tragische Liebesgeschichte mit Romeo (das Haus seiner Familie haben wir auch gesehen) in Verona stattfand.

Nachdem jeder noch ein bisschen auf eigene Faust durch die Stadt schlendern konnte, gehen wir zurück zum Bus. Nächste Station ist Sirmione, die Perle des Gardasees (Zitat des römischen Dichters Catull). Der Gardasee ist mit ca. 370 Km² übrigens der größte See Italiens. Zunächst machen wir eine Bootsfahrt um die Halbinsel. Der Beginn ist etwas abenteuerlich, denn der Lago di Garda führt Hochwasser und der Bootsanleger ist darauf nicht ausgerichtet. Etwas schwankend aber sicher gehen alle an Bord. Wir fahren rund um die Halbinsel, sehen die Villa der Maria Callas und die Grotten des Catull. So werden die Ruinen einer römischen Villa mit 20.000 Quadratmetern (!) Grundfläche bezeichnet, der größten bekannten ihrer Art in Oberitalien.

Ein paar Bootslängen weiter kommen wir zur Thermalquelle, die sich nahe Sirmione im Gardasee befindet. Der unter Wasser liegende Anschluss ist zwar nicht sichtbar, macht sich aber durch Gasblasen an der Oberfläche bemerkbar. Bevor wir zum Schluss der Fahrt kommen, passiert unser Boot die Zugbrücken der Scaligerburg von Sirmione. Durch das Hochwasser muss man mächtig den Kopf einziehen und man versteht, warum die Touristenboote hier so flach sind.

Unsere Gästeführerin zeigt uns noch den kleinen Ort und die wichtigste Kirche. Es bleibt aber genug Zeit für ein Eis, das hier buchstäblich alle 20 Meter angeboten wird. Am Bus zurück gibt es noch eine „Gardaseetaufe“ mit einem Glas Sekt (innerlich angewendet).

Von Sirmione aus fahren wir nach Dossobuono, einen Vorort von Verona, wo sich unser verkehrsgünstig gelegenes Hotel befindet, denn morgen müssen wir schnell auf der Autostrada sein. Wie immer krönt ein leckeres Abendessen den Tag.

Euer Reisezauberer