Papenburg Meyer-Werft

Menschen aus Süddeutschland denken immer, wir Niedersachsen fallen zweimal lang hin und sind an der Küste. Unser heutige Tagesfahrt beweist das Gegenteil: Über 250 Km Straßenentfernung und trotzdem noch nicht am Meer. Aber Schiffe gibt es trotzdem, denn wir fahren zur Meyer-Werft nach Papenburg, in die Geburtsstätte der Kreuzfahrtriesen.

Da wir früh starten, kommen wir gut durch und sind überpünktlich in Papenburg. Nach einigen Minuten übernimmt unser Gästeführer und zeigt uns erst einmal die Stadt. Entstanden als Fehnkolonie (nebenbei: die längste ihrer Art) merkt man Papenburg auch heute noch durch die vielen Kanäle an, dass die Moorentwässerung hier einst den Takt vorgegeben hat. Die Stadt ist beschaulich und man sieht ihr die 36.000 Einwohner nicht an. Wir sehen schöne alte Ziegelhäuser, zwei Windmühlen und einige Museumsschiffe, die auf den Wasserläufen schwimmen und an die Tradition aus Schifffahrt und Schiffbau erinnern.

Bevor wir uns der Hauptattraktion des Tages nähern, gibt es erst einmal ein Büffet im nahe gelegenen Aschendorf. Auf dem Tisch steht u.a. Snirtjebraten, neben Buchweizenpfannkuchen eine der beiden regionalen Spezialitäten.

An der Meyer-Werft treffen wir unseren Gästeführer wieder. Über das Besucherzentrum gehen wir auf das Werftgelände. Eingestimmt durch zwei kurze Filme über die Werft und den Kreuzfahrtschiffbau bekommen wir einen Einblick, wie man so einen Riesenpott zusammenbaut. Von der verglasten Galerie aus kann man immer wieder in die beiden gigantischen Baudocks gucken, dabei das größte überdachte Schiffbaudock der Welt. Zur Zeit wird ein Schiff für Malysia fertig gestellt. Daneben entstehen schon Sektionen für das nächste Schiff einer amerikanischen Reederei. So kann die „Riesenbadewanne“ optimal genutzt werden. Ist so eine Sektion erstmal fertig, wird sie draußen im Werfthafen zwischengeparkt. Nach der Ausfahrt des Malaysiers kommen die vorgefertigten Sektionen wieder in die Halle und werden zum nächsten Schiff zusammengefügt, während in der Nachbarschaft schon wieder ein neuer Pott aufgelegt wird usw.. Es ist also auch eine logistische Meisterleistung, die hier vollbracht wird.

Den Abschluss macht ein Film über die Fahrt eines fertigen Schiffes über die Ems zur Nordsee. Millimeterarbeit. Apropos Kino: In einem der Vorführsäle waren die Bänke sogar dafür geeignet, meine lädierte Bandscheibe wieder einzurenken. Schön, wenn unter den Reisegästen ein Physiotherapeut ist. Vielen Dank an Peter Schubert aus Hameln-Afferde.

Die Rückfahrt verlief ohne Zwischenfälle, so dass wir rechtzeitig zum Länderspiel wieder zuhause waren.

Euer Reisezauberer