Adventsreise Niederlande, Tag 3

So eine Gruppenreise hat ja irgendwie immer eine Dramaturgie. Und so folgt auf den tollen zweiten Tag in Valkenburg der noch tollere dritte in Deventer. Das finden übrigens andere auch, denn die Stadt ist ganz schön voll.

Aber der Reihe nach: Nach einen ausgiebigen Frühstück geht es gen Norden auf der Autobahn nach Deventer. Nach ca. 2 Stunden überqueren wir die Ijssel und die alte Handelsstadt Deventer liegt vor uns. Der Handel, der hier zur Blütezeit der Stadt geführt hat, ist mit Händen zu greifen. Viele Häuser haben Lagerräume im Obergeschoss und einen Kranausleger am Dach. Und der Marktplatz „Brink“ mit seinem alten Waagegebäude „De Waag“ ist einfach riesig.

Hier findet sich ein großer Markt. Auch die Geschäfte haben trotz des Sonntags geöffnet, denn es gibt einen Grund für die Menschenmassen: Das Charles-Dickens-Festival. An einem Wochenende in der Vorweihnachtszeit jedes Jahres wird der Stadtteil Bergkvartier von allen modernen „Zutaten“ befreit und auf 19. Jahrhundert getrimmt. Viele kostümierte Darsteller und Gruppen verbreiten das Flair des 19. Jahrhunderts und die Geschichten von Charles Dickens. Ein Leichenzug, eine Schafherde, Dudelsackspieler, Gaukler, „Mr. Scrooge“ und viele weitere Figuren sind zu sehen, natürlich auch Charles Dickens selbst.

So ist das hier kein Weihnachtsmarkt sondern ein echtes Festival, wie der Name schon sagt. Und einmalig dazu. Entsprechend begeistert sind die Besucher, auch wenn man vorher eine lange Schlange überstehen muss.

Was bietet Deventer noch? Wunderschöne Altstadtgassen mit Geschäften, Boutiken, Kneipen, Cafés usw. laden zum Bummeln und Shoppen ein. Ein paar kleine Museen, schöne Kirchen, Dekoration in den Straßen und viele nette kleine Einfälle der Stadt und der Geschäftsleute setzen noch ein Sahnehäubchen drauf. Auch ohne Charles Dickens ist Deventer einfach eine schöne Stadt.

Voll mit Eindrücken machen wir uns nach Einbruch der Dunkelheit auf den Heimweg. Drei Tage Niederlande im Advent gehen zu ende.

Euer Reisezauberer

Adventsreise Niederlande, Tag 2

Heute geht es erst einmal wieder nach Deutschland zurück. Wir fahren nach Achen. In den Außenbezirken der Stadt gibt es einen Werksverkauf der Fa. Lindt und Sprüngli (Schokolaaaade!). Gegenüber verkauft Bahlsen per Werksverkauf seine Kekse. Aber zurück zu Lindt. Eine Völkerwanderung ergießt sich über die Halle und alle Schleppen Pralinien, Tafelschokolade, Marzipan, Nougat usw. raus. Auch wir erwerben die eine oder andere Köstlichkeit.

Nach einer Stunde Shopping geht es zurück in die Niederlande. Nach knapp 30 Km erreichen wir Valkenburg. Auch hier merkt man, dass in der Vorweihnachtszeit hier einiges anders ist als sonst. Eine der Hauptattraktionen ist die Fluwelengrot, eine Höhle, die durch Mergelabbau entstanden ist. Nachdem wir eine lange Schlange „überlebt“ haben, empfängt uns die Grotte mit einem Weihnachtsmarkt unter Tage. Außergewöhnlich. Kunstgewerbe, Kitsch, Leckereien aber auch ganz normale Marktwaren werden angeboten.

Die Fußgängerzone in der historischen Innenstadt ist aber nicht minder zauberhaft. Ganz viele Gatronomiebetriebe und natürlich auch wieder viel weihnachtliches gibt es zu bestaunen. Wir lassen uns ein Mittagessen schmecken und wärmen uns etwas auf. Dann geht es weiter zum Bummeln durch die historische Stadt. Die Stadttore sind schön zurechtgemacht und viele historische Gebäude wurden weihnachtlich herausgeputzt. Natürlich gibt es auch einen Weihnachtsmarkt („Santas Village“). Überhaupt präsentiert sich Valkenburg als „Kerststadt“, also als Weihnachtsstadt.

Nun wird es Zeit sich ein gutes Plätzchen zu suchen, denn der Tag wird hier von einer Weihnachtsparade gekrönt. So ein bisschen nach amerikanischem Vorbild und poppig bunt ziehen beleuchtete Wagen und einige Tanzgruppen durch die abendlichen Straßen. Es hat sich auf jeden Fall gelohnt, bis zur Parade zu bleiben.

Aber jetzt geht es zurück nach Venlo ins Hotel. Morgen erwartet uns die nächste weinachtliche Station.

Euer Reisezauberer

Adventsreise Niederlande, Tag 1

Die Niederlande sind nicht weit. Man muss also bewusst einen Umweg in Kauf nehmen, damit man nicht „zu schnell“ da ist… Unser Umweg heißt Münster. Und wenn man schon eine Adventsreise unternimmt, dann geht es natürlich auf den Weihnachtsmarkt. Eigentlich auf die Weihnachtsmärkte, denn Münster hat fünf an der Zahl. Wir schlendern vom Schloss aus durch die Altstadt. Überall fallen uns junge Menschen ins Auge, denn Münster ist Universitätsstadt mit über 50.000 Studierenden.

Besonders schön ist der Prinzipalmarkt. Zwar mussten die prächtigen Häuser nach dem zweiten Weltkrieg wieder aufgebaut werden. Aber das Bild ist toll, gerade in der Adventszeit. Unweit steht die Lambertikirche, die eine zentrale Rolle in der Zeit der Wiedertäufer spielte. Als deren Zeit abgelaufen war und sich die Amtskirche wieder durchsetzete, hängte man die Rädelsführer einfach in Körben an die Kirchturmfassade. Die Körbe sind heute noch zu sehen.

Besondere Bedeutung hat Münster als Stadt des wectsfälischen Friedens, der den 30jährigen Krieg beendete. Gemeinsam mit dem benachbarten Osnabrück kann man stolz auf diese epochale Leistung sein.

Nach noch einmal zwei Stunden Fahrt überqueren wir die Grenze zu den Niederlanden. Von hier ist es nicht mehr weit nach Venlo. Wir übernachten in einem Hotel am Stadtrand: Verkehrsgünstig, zweckmäßig aber von Venlo bekommt man nicht viel mit. Nach einem Abendessen lassen wir den Abend ausklingen. Morgen gibt es richtig Programm.

Euer Reisezauberer

Weihnachtsmarkt Braunschweig

Braunschweig ist eine unterschätzte Großstadt. Was für ihren Bedeutung für die Region gilt, gilt – wenn man etwas weiter weg wohnt – auch für den Weihnachtsmarkt. Zu Unrecht, denn die Marktbuden zwischen Rathaus, Dom, Löwenstatue und Burg Dankwarderode sind superstimmungsvoll.

Wir landen in unmittelbarer Nähe an. Die Stadt räumt den Reisebussen hier den nötigen Platz zum Ein- und Aussteigen ein. Nur ein paar Schritte und wir erreichen den ersten Marktstand. Traditionell geht es zu, denn die meisten Stände befinden sich seit vielen Jahren am gleichen Ort. Besonderheiten? Bitteschön: Handgerührte gebrannte Mandeln. Wenn man eine lange Schlange nicht scheut und sich vom obersten Mandelmacher eine lange Geschichte gefallen lässt, bekommt man eine superfrische, schmackhafte Köstlichkeit, bei der die Industrieware einfach nicht mithalten kann.

Natürlich gibt es auch die üblichen Glühwein-, Bratwurst- und Kunstgewerbestände. Am Stand der Feurzangenbowle wird nach Einbruch der Dunkelheit stündlich das aus dem Rühmann-Film bekannte Ritual zelebriert. Flammenschein, Zylinder und weiße Handschuhe inklusive. „Leider“ schmeckt das Zeug auch noch…

Im ehemaligen Burggraben hat man sich auch etwas einfallen lassen. Hier kann man für seine Gruppe sogenannte „Flöße“ reservieren. Diese Holzplattformen fassen ca. 20 Personen und bieten minimale Privatsphäre, aber ein Dach über dem Kopf und zentrale Lage für die Getränkeversorgung.

Die Burg, ein Nachbau aus Historismuszeiten, wird abends toll beleuchtet und so genießen wir die Minuten bis zur Rückfahrt. Ein paar launige Adventsgeschichten später sind wir schon wieder zuhause angelangt. Sehr schön und sehr empfehlenswert.

Euer Reisezauberer