Thüringen-Reise, Tag 3

Dritter und letzter Tag unserer Thüringen-Reise. Wenn wir Gruppenreisen unternehmen, dann versuchen wir immer, die An- und Abreise für schöne Programmpunkte zu nutzen. Wenn ein Ziel – so wie hier mit Erfurt – nicht so weit weg ist, dann geht das prima. Aber der Reihe nach.

Nach ausgiebigem Frühstück machen wir uns auf den Weg. Vorbei an Gotha, den Burgen der „Drei Gleichen“ und dem Thüringer Wald fahren wir zur Creuzburg. Die „große Schwester“ Wartburg lassen wir bewusst links liegen. Die Creuzburg ist ein gut erhaltenes Gemäuer, dessen Ursprünge über 1.000 Jahren zurück liegen. Unser Gästeführer zeigt uns die Burganlage, das Museum und – als kleines Schmankerl – einen Keller mit einer Ausstellung zur Gerichtsgeschichte der Burg (hier war mal Sitz eines Amtsgerichts). Dazu gehören auch einige Folterwerkzeuge. Besonders liebevoll ist ein Ausstellungsteil gestaltet, in dem Fotos aus Vergangenheit und Gegenwart gegenübergestellt werden. Man kann sehen, wie sich die Burg und die gleichnamige Stadt über die Jahrzehnte entwickelt haben.

Nach einem seeeehr reichhaltigen Essen der Burgschänke machen wir uns auf ins bekannte und nur ca. 40 Km entfernte Kloster Volkenroda. Die historische Bausubstanz ist hier nicht mehr so gut erhalten wie auf der Kreuzburg. Aber man hat die vorhandenen Reste sehr geschickt in moderne Neubauten eingebunden, so dass ein stimmiges Ganzes entsteht. Auch hier informieren wir uns bei einer Führung. Übrigens wurde in Volkenroda der Christus-Pavillon der Expo 2000 in Hannover wieder aufgebaut und dient als Ort für Gottesdienste und Veranstaltungen. Überhaupt ist das ehemalige Kloster sehr auf Seminare und Veranstaltungen zugeschnitten.

So, nun geht es aber wieder auf die Autobahn und nach Hause. Vorbei am Südharz und an der Universitätsstadt Göttingen vergehen die letzten Kilometer schnell.

Euer Reisezauberer

Thüringen-Reise, Tag 2

Unser Zweiter Reisetag gehört unserem Übernachtungsort Erfurt. Die Thüringische Landeshauptstadt gehört zu den wenigen Städten der Region, deren Einwohnerzahl netto wächst. Entsprechend belebt geht es in der City zu. Wir gehen einen knappen Kilometer zu Fuß und kommen zum Domplatz. Hier finden wir einen Markt und können auch schon die Tribüne für die heutige Abendveranstaltung bestaunen, auch wenn hier im Rahmen der Domstufenfestspiele gerade das Dschungelbuch für die Kinder gegeben wird.

Im Süden des Platzes erwartet uns eine Tartra-Straßenbahn aus den 80er Jahren. Sie wird hier speziell für Rundfahrten genutzt. Das reguläre Liniennetz wird mit moderneren Fahrzeugen bedient. Unsere Bahn bringt uns durch die Andreasstadt Richtung Norden. Hier gab es bereits in den Gründerzeitjahren die ersten großen Stadterweiterungen und auch die DDR hat ganz im Norden mit großen Plattenbauten für Neubauwohnungen gesorgt. Zurück geht es einmal quer durch die Stadt, vorbei am Landtag, an den großen Sportstadien für Fußball, Schwimmen und Eisschnelllauf. Der nächste Abstecher geht zum „EGA“-Gartenbaugelände und vorbei am Medienviertel und an der neuen Messe. Erfurt hat sich doch mächtig entwickelt.

Unsere Rundfahrt endet am Rathaus. Unsere Gästeführerin nimmt uns noch mit bis zur Weltberühmten Krämerbrücke, der einzigen durchgehend bebauten Brücke Deutschlands. Man kann nirgendwo auf das Wasser der Gera gucken, denn links und rechts stehen niedliche Fachwerkhäuser mit tollen Boutiken und Geschäften.

Am frühen Abend treffen wir uns wieder an der Krämerbrücke, genauer gesagt im Restaurant Augistiner, unmittelbar nördlich der Brücke. Hier gibt es ein leckeres Abendessen und wir gehen gestärkt zum Domplatz.

Highlight es Abends ist ein Besuch der Oper „Der Troubadur“, die auf den Domstufen und einer perfekt auf das historische Ambiente des Domberges abgestimmten Kulisse aufgeführt wird. Tolle Regie, tolle Kostüme, professionelle Darsteller und eine gute Organisation sorgen für einen spannenden und zugleich entspannten Abend, den wir in der Hotelbar ausklingen lassen.

Euer Reisezauberer

Thüringen-Reise, Tag 1

Wir machen uns auf nach Thüringen. Die erste Etappe geht aber erst einmal in das „Grenzland“ zu Sachsen-Anhalt. Hier liegt die Sektkellerei Rotkäppchen. Dort wird die mittlerweile meistgetrunkene deutsche Sektmarke produziert. Wie wir von unserer Gästeführerin erfahren, gehören viele andere Getränkemarken – nicht nur Sekte – auch zum „Imperium“. Die alten Kellereigebäude sind schön restauriert, auch wenn nicht ehr alles für die heutige Produktion gebraucht wird. Insbesondere der Lichthof ist toll, denn er steht heute für Veranstaltungen zur Verfügung und wird nicht mehr zum Be- und Entladen der Pferdefuhrwerke genutzt. Wir schlendern durch die Kellereianlagen, sehen das Riesenfass von 120.000 Litern, in dem früher die Cuveé aus unterschiedlichen Weinen zusammengestellt wurde. Den Abschluss bildet eine Verkostung von drei Sekten bzw. Seccos des Hauses. Lecker und mit zunehmender Dauer immer lustiger.

Nicht weit entfernt liegt Naumburg, bekannt durch seinen Dom und genau der ist auch unser Ziel. Er ist in seinem Inneren noch sehr ursprünglich aufgebaut, wie zu Zeiten seines Baus im 13. Jahrhundert. Das lange Kirchenschiff ist zweimal unterteilt, so dass die über 100 Meter Gebäudelänge kaum auffallen. Ein superkundiger und in der Geschichte bewanderter Gästeführer erklärt uns die weitläufigen Anlagen, die Kunstschätze und vor allem das Selbstverständnis der Menschen zur Zeit der Kirchengründung. Bis heute hat sich der Dom seine Unabhängigkeit bewahrt. Er gehört gemeinsam mit einigen anderen Sakralbauten einer Stiftung, die nicht nur kirchliche sondern auch wissenschaftliche und kulturelle Zwecke verfügt. So wird er auch für schulische Zwecke genutzt und bietet Raum für eine zeitgenössische Weiterentwicklung, z.B. durch eine Ausstellung neuer Kirchenfenster, die vielleicht in einige Jahren die restlichen Klarglasfenster ersetzen sollen. Unser Gästeführer erklärt dazu, dass bei aller Wahrung des Denkmalcharakters dieser Dom kein Museum ist. Faszinierend.

Im Anschluss geht es noch ein wenig über Land, denn unser Quartier liegt in der thüringischen Landeshauptstadt Erfurt. Doch davon gibt es erst Morgen ein paar Impressionen.

Euer Reisezauberer