Auf den Spuren der Hanse, Tag 5

Auch Abreisetage sind Reisetage. Und so haben wir uns auch am letzten Tag einige Programmpunkte vorgenommen. Zunächst geht es in die Landeshauptstadt Schwerin, genauer gesagt zum Schloss, das hier zugleich den Landtag beherbergt. Wir bekommen einen Einblick in die wechselvoll Geschichte des Bauwerks. Da die Mecklenburgischen Herzöge schon lange nicht mehr „im Amt“ sind und auch die ehemalige DDR wenig für adelige Prachtbauten übrig hatte, gab es hier viele Nutzungen. So war auch z.B. eine Kindergärtnerinnenschule in den prächtigen Säälen untergebracht. Heute ist das Schloss nicht nur Landtag sondern auch Museum und viele Teile sind schon perfekt wiederhergstellt.

Von Schwerin aus geht es gen Mittagspause nach Dömitz. Das kleine Städtchen an der Elbe hat seinen Hafen touristisch richtig aufgerüstet. Im Restaurant lassen wir uns ein leckeres Essen schmecken und vom Panorama-Café aus kann man weit gucken, u.a. auf die seit Ende des zweiten Weltkrieges zerstörte Eisenbahnbrücke.

Die letzte Station und sogar noch einmal eine Hansestadt ist Salzwedel. Hier ist es nur ein kurzer Stopp. Jedoch reicht die Zeit um zu verstehen, wo der Unterschied zwischen den Welterbe-Hansestädten Wismar und Stralsund und eben Salzwedel in der Altmark liegt. Es gibt hier genauso tolle historische Häuser. Nur fließt hier nicht so viel Geld für ihre Restaurierung. Schade.

Euer Reisezauberer

Unser längster Tagesausflug führt uns – natürlich – zunächst in eine Hansestadt. In Stralsund lassen wir uns ein Stündchen durch die Stadt führen. Neben dem weltberühmten Rathaus mit seiner Schaufassade lernen wir vor allem das berühmteste Fischgeschäft kennen. Hier nämlich wurde der Bismarckhering erfunden. Ein altes Familienrezept für den sauer eingelegten Hering wurde einst an einem Geburtstag des „eisernen Kanzlers“ auf dessen Namen getauft und von ihm persönlich per Urkunde verbrieft. Schnell hat man im Geschäft gemerkt, dass eine Reisegruppe vor der Tür steht und alle durften einmal probieren.

Über die moderne Rügenbrücke geht es auf Deutschlands größte Insel. Früher musste man noch den Rügendamm nutzen. 20 Minuten pro Stunde geöffnete Klappbrücke inklusive. Wir fahren zunächst in den westlichen Inselteil auf den Erlebnishof von Bauer Lange. Vor allem für Familien und Kinder wird hier viel geboten. Aber auch wir finden den angepeilten Mittagssnack.

Die nächste Busstrecke dauert etwas länger, denn wir fahren an die Nordspitze nach Kap Arkona. Viel touristischer Nepp und nur mit der Arkona-Bahn, einer Bimmelbahn, zu erreichen. Die Aussicht wird leider durch dichte Baum- und Buschreihen eingeschränkt und die Ausschilderung hält mit den zunehmenden Kantenabbrüchen nicht Schritt.

Weiter geht es über Prora, das ehemalige „Seebad der 20.000“, das in der Nazizeit durch die Kraft-durch-Freude-Organisation begonnen aber nicht fertiggestellt wurde. Mehrere Kilometer Wohnblock hätte die Anlage umfasst. Später Kaserne werden die Blocks heute durch eine Jugendherberge und Ferienwohnungen genutzt. Es schließt sich das mondäne Binz an. Hier gibt es u.a. auch eine Schmalspurbahn ähnlich dem „Molly“ von gestern.

Letztes Ziel am Wegesrand ist Putbus, die Rosenstadt, in der über 400 hochstämmige Rosenbüsche blühen. Sie stehen u.a. am „Cirkus“, einem der beiden weltweit letzten Anlagen dieser Art mit großem bepflanzten Rondell, Obesliken in der Mitte und wunderschönen weißen Häusern drumherum. Die Familie derer zu Putbus hat hier baulich ganze Arbeit geleistet, auch wenn das eigentliche Schloss nicht mehr existiert.

Auf der Rügenbrücke schließt sich der Kreis und wird fahren zurück nach Rostock, denn immerhin wartet noch einmal ein Abendbüffet auf uns.

Euer Reisezauberer

Auf den Spuren der Hanse, Tag 3

Der nächste Reisetag, die nächste Hansestadt. Heute ist Wismar an der Reihe. Etwas übersichtlicher als die „großen Schwestern“ Hamburg oder Rostock aber mit einer sehr schönen Innenstadt gesegnet, die zum Weltkulturerbe gehört. Wir erkunden die Stadt mit einer Stadtführung. Nicht nur wir sondern eine Menge mehr Menschen sind auf die Idee mit einem Wismar-Besuch gekommen. Es sind „Schwedentage“, denn bis 1903 war Wismar schwedisch verwaltet. Bei einem „Schwedenlauf“ rennen junge Menschen auf der Jagd nach Bestzeit durch die Stadt, der „Schwedenweg“ hingegen ist ein Festumzug mit Musik und historischen Kostümen. Und natürlich gibt es an jeder Ecke Speis und Trank.

Im Anschluss fahren wir einige Kilometer ostwärts die Küste entlang bis ins Seebad Kühlungsborn. Hier startet „der Molly“, eine 900mm-Schmalspurbahn mit einem fahrplanmäßigen Regelbetrieb mit Dampflok. Dennoch ist die Fahrt ins benachbarte Bad Doberan sehr geruhsam und lässt einen trotz der Geräusche der Lok und der quietschenden und ratternden Waggons richtig abschalten. In Bad Doberan übrigens fährt die Bahn direkt durch die Innenstadt. Nicht etwa auf einem eigenen Bahndamm sondern mitten auf der Straße. Ein tolles Erlebnis.

Wir bleiben noch einen Moment in Bad Doberan und sehen uns das Münster mit einer Führung an. Hochinteressant sind die Bezüge zwischen kirchlicher und weltlicher Politik, zwischen der Gestaltung des Gotteshauses und dem Leben der früheren Mönche und Adlingen. Außerdem ist das Doberaner Münster rein baulich ein Hingucker und man rechnet in einem Ort dieser Größe nicht mit einer Kirche von solcher Bedeutung, immerhin ist sie auch Grablege der Mecklenburgischen Herzöge. Für den Weserbergländer ganz nett: Das damalige Kloster Doberan war ein „Ableger“ des Klosters Amelungsborn (Landkreis Holzminden).

Von Bad Doberan aus geht es zurück nach Rostock. Bevor wir wieder ins Hotel fahren, geht es noch zum Essen. Unser Gasthaus ist die Brauereigaststätte Zum alten Fritz. Hier gibt es zig Sorten Bier und ein leckeres deftiges Essen, gekrönt von einer roten Grütze als Dessert.

Ein schöner Tag geht zu Ende.

Euer Reisezauberer

Auf den Spuren der Hanse, Tag 2

Heute liegt das Reiseziel nah: Es ist Rostock. Wir beginnen wenige Minuten vom Hotel entfernt mit einer Stadtrundfahrt. Wenn man sonst Rostock nur als Hafenstadt wahrnimmt, erfahren wir nun einiges über die Industrie- und Universitätsstadt, über die Altstadt mit über viele Meter erhaltener Stadtmauer und über die historischen Gebäude aus Bauhaus und Jugendstil in den Stadtteilen, die im frühen 20. Jahrhundert hinzugekommen sind. Unsere original-einheimische Gästeführerin nimmt uns danach mit zu einem Gang durch die City. Eigentlich sind wir nur auf der Kröpeliner Straße unterwegs. Aber das ist die Haupteinkaufsstraße und sehenswert ist es hier auch, vor allem, wenn man die Stadt mit viele humorigen Geschichten präsentiert bekommt. Wussten Sie z.B. dass der „Lebensfreude-Brunnen“ vor dem historischen Hauptgebäude der Uni hier scherzhaft „Pornobrunnen“ genannt wird, weil hier so viele nackte Bronzefiguren zu sehen sind?

Nach soviel Geschichte und Geschichten ist erstmal eine Mittagspause nötig. Im Anschluss geht es zum Anleger der Rundfahrtboote nahe des Eisbrechers im Ruhestand, den man in Sichtweite vertäut hat. Unser Boot bringt uns die Warnow abwärts Richtung Seehafen und Warnemünde. Wir fahren vorbei an alter und neuer Neptun-Werft, an den umgebauten Hafenquartieren, wo statt Lagerhäusern nun schicke Wohnblöcke aus dem Boden wachsen und an den Hafenanlagen für Fähr- und Kreuzfahrtschiffe. Unser Ausstieg ist direkt neben der Aida, die später noch mit großem Getute ausläuft.

In Warnemünde angekommen bummeln wir kurz durch die vollen Gassen und lassen uns dann in einem böhmischen Lokal ein deftiges Abendessen schmecken. Ab gehts ins Hotel. Ein ereignisreicher Tag geht zuende.

Euer Reisezauberer

Auf den Spuren der Hanse, Tag 1

Wenn man aus Nordwestdeutschland kommt, sind Hansestädte nichts ungewöhnliches. Rund 200 davon hat es gegeben. Aber man denkt natürlich an die Küstenstädte zuerst, die den Begriff „Hansestadt“ im Namen tragen. Dorthin verschlägt uns unsere Reise auf den Spuren dieser frühen „Welthandelsorganisation“.

An der Hansestadt Hamburg vorbei geht es zunächst nach Lübeck. Hier befindet sich das Europäische Hansemuseum, das größte Museum, das sich mit der Geschichte der Hanse beschäftigt. Museumspädagogisch hervorragend gemacht und durch unseren Museumsführer gut erklärt, genießen wir die Ausstellung. Da es kaum archäologische Fundstücke „zum Anfassen“ gibt, mussten sich die Museumsmacher auf Übersichten, Erklärungen und Bilder konzentrieren. Das jedenfalls ist sehr gut gelungen.

Während einer kurzen Mittagspause haben wir die Gelegenheit, den Niederegger-Salon zu besuchen. Das weltberühmte Lübecker Marzipan kann man hier in alle möglichen Formen erwerben und im Café auch verkosten. Lecker.

Danach geht es weiter nach Rostock ins Elbotel. Unser Hotel empfängt uns mit großen Zimmern und einem schönen Abendbüffet. Der Hotelchef persönlich kümmert sich um das Wohlergehen der Gäste und wir können den Abend auf der Terasse neben dem großen Gartenteich ausklingen lassen. So kann es weitergehen.

Euer Reisezauberer