Toskana 2019: Tage 4 und 5

Einen Toskana-Rundumschlag haben wir ja gestern schon gemacht. Es wird Zeit für die Hauptstadt: Florenz. Wir fahren zunächst von unserem „Hotelberg“ herunter und dann arnoabwärts in die berühmte Wiege der Renaissance, Stadt der Medici und Heimat von rund 380.000 Florentinern.

Wir treffen unsere Stadtführerin am Rand der Innenstadt. Die gebürtige Österreicherin erweist sich als absoluter Glücksfall. Sie schafft es spielend, uns 3 Stunden lang über Florenz zu berichten, Gebäude, Geschichte und das Leben der Florentiner in den lebendigsten Farben zu beschreiben. Wir sehen natürlich die Kathedrale, das Gebäude der Uffizien, die Ponte Vecchio und noch dutzende weitere Baudenkmäler. Wir sehen aber auch, wie eng die Stadt gebaut ist. Die Straßen sind schmal und – natürlich – voller Touristen. Vor allem Kreuzfahrtgäste bemächstigen sich ab dem späten Vormittag der Toskana-Metropole. „Overtourism“ heißt das im Fachjargon. Immerhin landen wir in einem netten Restaurant in einer Seitengasse. Gutes Essen und ein wenig Ruhe beschließen den doch eher hektischen Tag in Florenz.

Am nächsten Tag dann das Kontrastprogramm. Es geht aufs Land. Wir fahren sozusagen von einer Fattoria zur anderen. Unser Ziel ist die Fattoria la Vialla, ein biologisch-dynamisch arbeitendes Landgut. Erst einmal gibt es etwas zu entdecken: Ölmühle, Weinkeller, Kornmühle, Bäckerei. Das alles findet man hier, denn die „Viallini“, wie sich die Betreiber nennen, stellen alle Leckereien selbst her, die man mit der Toskana verbindet. Im Weinkeller gibt es gleich eine Kostprobe, damit es nicht so trocken zugeht. Auch etwas Federweißen aus der gerade laufenden Lese können wir kosten. Vorbei am Hofladen, den wir am Nachmittag auch noch „überfallen“ werden, gehen wir etwas bergauf und erreichen eine lange Tafel mit karrierter Tischdecke.

Es erwartet uns ein 5-Gänge-Menü der Extraklasse. Vorweg fantastische Sektsorten und zu jedem Gagng den passenden Wein, natürlich aus eigener Produktion. Ach so: Die lange Tafel steht unter einem Feigenbaum und der Blick vom namensgebenden Landhaus la Vialla hinunter ins Arnotal ist selbst für toskanische Verhätnisse postkartenträchtig. Ach so. Nicht den Hofladen vergessen und die erworbenen Schätze im Kofferraum unseres Busses verstaut. So geht es zurück auf unseren Nahtigallenhof.

Die Strecke für den Rückweg ist nicht ganz ideal, denn die Ponte a Buriano – das ist die Arno-Brücke, die auf da Vincis Mona Lisa im Hintergrund zu sehen ist – ist leider wegen einer Baustelle für Fahrzeuge oberhalb von 7,5 t gesperrt. Machen wir nächstes Jahr, denn bei den Vialini waren wir sicher nicht zu letzten Mal.

Euer Reisezauberer