Toskana 2019: Tage 6 und 7

Heute heißt es Abschied nehmen von unserem Nachtigallenhof, der Fattoria degli Usignoli. Wir genießen noch einmal das Frühstücksbüffet und den Ausblick ins Tal. Wenig später windet sich unser Dreiachser wieder die schmale Straße Richtung Arno hinab. Wir nehmen eine landschaftlich schöne Nebenstrecke, so dass wir noch etwas von der Toskana mitbekommen.

Erstes Etappenziel des Tages ist Modena. Die Heimat des berühmten Balsamico-Essig lädt mit ihrer historische Innenstadt zum Bummeln ein. Aber mehr als eine Mittagspause ist erstmal nicht drin, denn vor uns liegt noch ein Abstecher zum Gardasee. Italiens größter See und die am Ufer liegende Weinstadt Bardolino enpfangen uns bei herrlichem Sonnenschein. Die Uferpromenade ist voller Menschen. Aber das Treiben ist längst nicht so hektisch wie noch in Florenz. In den Gassen des Ortes gibt es schöne Geschäfte, Cafés und Restaurants. Aber mit Blick auf den See ist es natürlich am schönsten.

Von Bardolino aus geht es zurück auf die Autostrada und über Trient (und unter der Seilbahn nach Sardagna hindurch) fahren wir wieder nach Levico Therme. Und sogar das Spezialitätengeschäft gegenüber dem Hotel hat noch geöffnet. Ein spontaner Kaufrausch ist die Folge. Na ja, die kulinarischen Besonderheiten standen ja irgendwie die gesamte Reise schon im Vordergrund. Auch ein Grund mit der nächsten Toskana-Reise nicht allzu lange zu warten.

Euer Reisezauberer

Toskana 2019: Tage 4 und 5

Einen Toskana-Rundumschlag haben wir ja gestern schon gemacht. Es wird Zeit für die Hauptstadt: Florenz. Wir fahren zunächst von unserem „Hotelberg“ herunter und dann arnoabwärts in die berühmte Wiege der Renaissance, Stadt der Medici und Heimat von rund 380.000 Florentinern.

Wir treffen unsere Stadtführerin am Rand der Innenstadt. Die gebürtige Österreicherin erweist sich als absoluter Glücksfall. Sie schafft es spielend, uns 3 Stunden lang über Florenz zu berichten, Gebäude, Geschichte und das Leben der Florentiner in den lebendigsten Farben zu beschreiben. Wir sehen natürlich die Kathedrale, das Gebäude der Uffizien, die Ponte Vecchio und noch dutzende weitere Baudenkmäler. Wir sehen aber auch, wie eng die Stadt gebaut ist. Die Straßen sind schmal und – natürlich – voller Touristen. Vor allem Kreuzfahrtgäste bemächstigen sich ab dem späten Vormittag der Toskana-Metropole. „Overtourism“ heißt das im Fachjargon. Immerhin landen wir in einem netten Restaurant in einer Seitengasse. Gutes Essen und ein wenig Ruhe beschließen den doch eher hektischen Tag in Florenz.

Am nächsten Tag dann das Kontrastprogramm. Es geht aufs Land. Wir fahren sozusagen von einer Fattoria zur anderen. Unser Ziel ist die Fattoria la Vialla, ein biologisch-dynamisch arbeitendes Landgut. Erst einmal gibt es etwas zu entdecken: Ölmühle, Weinkeller, Kornmühle, Bäckerei. Das alles findet man hier, denn die „Viallini“, wie sich die Betreiber nennen, stellen alle Leckereien selbst her, die man mit der Toskana verbindet. Im Weinkeller gibt es gleich eine Kostprobe, damit es nicht so trocken zugeht. Auch etwas Federweißen aus der gerade laufenden Lese können wir kosten. Vorbei am Hofladen, den wir am Nachmittag auch noch „überfallen“ werden, gehen wir etwas bergauf und erreichen eine lange Tafel mit karrierter Tischdecke.

Es erwartet uns ein 5-Gänge-Menü der Extraklasse. Vorweg fantastische Sektsorten und zu jedem Gagng den passenden Wein, natürlich aus eigener Produktion. Ach so: Die lange Tafel steht unter einem Feigenbaum und der Blick vom namensgebenden Landhaus la Vialla hinunter ins Arnotal ist selbst für toskanische Verhätnisse postkartenträchtig. Ach so. Nicht den Hofladen vergessen und die erworbenen Schätze im Kofferraum unseres Busses verstaut. So geht es zurück auf unseren Nahtigallenhof.

Die Strecke für den Rückweg ist nicht ganz ideal, denn die Ponte a Buriano – das ist die Arno-Brücke, die auf da Vincis Mona Lisa im Hintergrund zu sehen ist – ist leider wegen einer Baustelle für Fahrzeuge oberhalb von 7,5 t gesperrt. Machen wir nächstes Jahr, denn bei den Vialini waren wir sicher nicht zu letzten Mal.

Euer Reisezauberer

Toskana 2019: Tage 1-3

Auf geht es nach Italien, zur Neuauflage unserer Toskana-Reise. Wie immer haben wir auch dieses Mal den Reiseablauf verändert. Auch „Wiederholungstäter“ entdecken so immer wieder etwas neues.

Unser erstes Ziel heißt Levico Therme. Ein niedlicher kleiner Kurort im Trentino mit nett gestalteter Innenstadt. Fußläufig davon befindet sich unser familiengeführtes Hotel für die Zwischenübernachtung.

Am zweiten Tag geht es weiter gen Süden.  Unsere erste Etappe ist Ferrara. Die Stadt der historisch bedeutenden Familie del Este hat eine richtige Wasserburg mitten in der Stadt. Auch sonst ist es ein sehr schöner Ort für einen Zwischenstopp samt Mittagspause. Gegen Abend erreichen wir unser Hotel, die Fattoria Degli Usignoli (zu Deutsch: Nachtigallenhof). Die Fattoria ist eine wunderschöne, weitläufige Anlage mit Pools und Fernsicht. Hier gibt es leckeres Essen und wir fühlen uns schnell richtig wohl.

Der dritte Tag beschert uns den ersten Toskana-Ausflug. Wir fahren über die Autostrada zunächst nach Cortona. Die Stadt sieht man schon von weitem auf dem Berg liegen. Das deutet auf die etruskische Geschichte hin, denn die Etrusker haben ihre Städte immer auf Hügeln oder Bergen errichtet.

Von Cortona aus kann man bereits den Lago Trasimeno sehen, den drittgrößten See Italiens. An seinem Nordufer liegt Passignano sul Trasimeno. Hier besteigen wir ein Linienboot und setzen über zur Isola Maggiore. Die kleine Insel liegt schon ein wenig im Nachsaison-Dornröschenschlaf. Aber man kann durch die Hauptstraße des kleinen Inselortes schlendern. Ein paar Geschäfte und leckeres Eis gibt es auch.

Den heutigen Abschluss macht ein toskanischer Abend. Im Palazzo Bandino läuft gerade die Weinlese und wir können einen Blick in den Weinkeller werfen, in dem es bereits nach Maische riecht. Derweil wurden die Tische im Gastraum gedeckt und wir essen lecker zu Abend. Natürlich darf auch ein Glas (oder zwei…) des hofeigenen Weines nicht fehlen. Der eine oder andere nimmt auch noch ein paar Flaschen mit. Eine Besonderheit: Der Palazzo Bandino ist ein Agritourismo.  Hier werden nur eigene Produkte verarbeitet. Und weil man ein Spa auf dem Hof hat, war man gezwungen auch eigene Kosmetika herzustellen. Wunderbar duftende Seifen (z.B. mit Rotwein) und Cremes auf Olivenölbasis sind das Ergebnis.

Euer Reisezauberer

Oberitalien, Tag 7

Die nächste Etappe führt uns von Veronas Vorort aus zunächst Richtung Mailand. Wir erreichen Italiens zweitgrößte Stadt am Vormittag und nutzen die Zeit gleich zum individuellen Bummeln durch die Metropole. Wir kommen bis zum Domplatz und können schöne Fotos schießen. Das stellt sich im Nachhinein als gute Idee heraus, denn ausgerechnet diesen Bereich können wir mit der anschließenden Stadtrundfahrt nicht erreichen. Ansonsten ist diese – sehr professionell von einer „echten“ Mailänder Stadtführerin begleitete – Tour ein echtes Highlight. Die Stadt lässt sich prima per Bus erkunden. Wir sehen viel Historisches, viel aus der Neuzeit und erfahren auch kuriose Sachen. Los geht es bei der Festung der Familie Sforza, die Mailand ehedem beherrscht hat.

Was modernes zwischendurch: In Mailand entstehen seit einigen Jahren prächtige Hochhäuser (Banken, Versicherungen und teure Wohnlagen). Früher dominiert das Pirelli-Hochhaus die Szene und noch früher durfte kein Haus höher als die Spitze des Mailänder Doms sein. Insgesamt ist man hier jedenfalls stolz auf seine alten und neuen Architekten.

Unweit der ersten Wolkenkratzer kommen wir zur Casa Verdi, ein Altenheim für Musiker, das vom großen Meister Guiseppe Verdi geschaffen wurde, um den Künstlern, die z.B. an der Mailänder Scala (da fahren wir auch vorbei…) gewirkt haben, ein würdiges Leben im Alter zu ermöglichen.

Wieder modern: Mailand rühmt sich seines öffentlichen Verkehrssystems, das sogar auf vollautomatische U-Bahn-Linien setzt. Im krassen Kontrast dazu stehen die Straßenbahntriebwagen aus den 30er Jahren, die immer noch täglich ihren Dienst versehen.

Ganz nebenbei ist Mailand die europäische Hauptstadt der Mode. Wir sehen Geschäfte von Prada, Gucci und den ganzen anderen großen Namen. Es gibt ein regelrechtes Modeviertel und auch dem Textildesign gewidmete Museen und Denkmäler.

Alles in allem eine tolle Tour, die aber natürlich auch irgendwann zuende gehen muss. Die Autostrada ruft uns, denn unser Tagesziel Bregenz noch einige hundert Kilometer entfernt. Vorbei am Comer See (noch Italien) und Luganer See (schon Schweiz) fahren wir durch tolle Alpenlandschaften bis auf den höchsten Punkt unserer gesamten Reise am San Berhardino (über 2.000 m).

Hinunter geht es Richtung Österreich entlang verschiedener Rheinzuflüsse, an Liechtenstein vorbei bis zum Bodensee. In Bregenz checken wir im Hotel Germania ein (ein schön modernisiertes Haus) und bekommen bereits kurz nach unserer Ankunft ein schönes Abendessen. Perfekt.

Euer Reisezauberer

Oberitalien, Tag 6

Heute nehmen wir Abschied von Padua. Über die Autostrada geht es Richtung Verona. Hier bekommen wir bei einer Rundfahrt einen ersten Eindruck von den Kulturschätzen der Stadt. Aber ins Herz der Stadt geht es nur zu Fuß (jedenfalls für Touristen, einheimische PKW und Roller gibt es reichlich).

Wir gehen am römischen Theater vorbei über die Römerbrücke ins Zentrum. Hier am Rand gibt es noch beschauliche Wohnlagen mit Blick auf die Etsch und ohne Touristengewimmel. Das bekommen wir einige Meter weiter, ertragen es aber gern. Die mindestens 500, teilweise sogar über 2000 Jahre alten Gebäude entschädigen uns dafür. Besonders schön ist die Piazza delle Erbe mit ihren Marktständen (Nepp inklusive) und natürlich die gut erhaltene römische Arena, die auch heute noch Veranstaltungen beherbergt. Selbstverständlich drängeln wir uns auch in den Hof des Hause von Julia, deren tragische Liebesgeschichte mit Romeo (das Haus seiner Familie haben wir auch gesehen) in Verona stattfand.

Nachdem jeder noch ein bisschen auf eigene Faust durch die Stadt schlendern konnte, gehen wir zurück zum Bus. Nächste Station ist Sirmione, die Perle des Gardasees (Zitat des römischen Dichters Catull). Der Gardasee ist mit ca. 370 Km² übrigens der größte See Italiens. Zunächst machen wir eine Bootsfahrt um die Halbinsel. Der Beginn ist etwas abenteuerlich, denn der Lago di Garda führt Hochwasser und der Bootsanleger ist darauf nicht ausgerichtet. Etwas schwankend aber sicher gehen alle an Bord. Wir fahren rund um die Halbinsel, sehen die Villa der Maria Callas und die Grotten des Catull. So werden die Ruinen einer römischen Villa mit 20.000 Quadratmetern (!) Grundfläche bezeichnet, der größten bekannten ihrer Art in Oberitalien.

Ein paar Bootslängen weiter kommen wir zur Thermalquelle, die sich nahe Sirmione im Gardasee befindet. Der unter Wasser liegende Anschluss ist zwar nicht sichtbar, macht sich aber durch Gasblasen an der Oberfläche bemerkbar. Bevor wir zum Schluss der Fahrt kommen, passiert unser Boot die Zugbrücken der Scaligerburg von Sirmione. Durch das Hochwasser muss man mächtig den Kopf einziehen und man versteht, warum die Touristenboote hier so flach sind.

Unsere Gästeführerin zeigt uns noch den kleinen Ort und die wichtigste Kirche. Es bleibt aber genug Zeit für ein Eis, das hier buchstäblich alle 20 Meter angeboten wird. Am Bus zurück gibt es noch eine „Gardaseetaufe“ mit einem Glas Sekt (innerlich angewendet).

Von Sirmione aus fahren wir nach Dossobuono, einen Vorort von Verona, wo sich unser verkehrsgünstig gelegenes Hotel befindet, denn morgen müssen wir schnell auf der Autostrada sein. Wie immer krönt ein leckeres Abendessen den Tag.

Euer Reisezauberer

Oberitalien, Tag 5

Heute geht es gen Süden, in die an das Veneto angrenzende Emilia Romana. Zunächst fahren wir aus Padua heraus Richtung Küste. Unsere Gästeführerin erklärt und gleich noch einiges zu unserem Übernachtungsort Padua, der geplanterweise aber unverdient bei dieser Reise etwas in den Hintergrund rücken muss.

An Chiogga am südlichen Ende der Lagune von Venedig vorbei fahren wir die alte Römer und Pilgerstraße „Romea“ (Heute Staatsstraße 308) durch das Po-Delta und vorbei an vielen berühmten Adria-Badeorten (Alle heißen „Lido“, wie in Venedig) nähern wir uns Ravenna. Unsere Gästeführerin nutzt die Anfahrt für eine Parforce-Ritt durch die reiche Geschichte Ravennas. Die meisten Fakten haben etwas mit der Zeit zu tun, als die Stadt Hauptstadt des weströmischen Reiches war. Viele kulturell interessante Gebäude sind daher auch weit über 1.000 Jahre alt.

Bevor wir Ravenna erreichen, machen wir einen kurzen Zwischenstopp in Pomposa, dessen Kirche zu den meistbesuchten Denkmälern Italiens zählt. Wie so oft bei Busreisen ist die Unterbringung des großen Fahrzeugs nicht so einfach. Wir steigen am Bahnhof aus und gehen eine Viertelstunde zu Fuß bis zum Hauptplatz, der Piazza del Popolo.

Nach einer kurzen Mittagspause stößt eine einheimische Gästeführerin zu uns, denn die Gästeführer aus dem Veneto dürfen seit einigen Wochen nicht mehr in der Emilia-Romana führen. Auch Italien macht komische Vorschriften…

Wir sehen während unserer Führung nacheinander die Hauptsehenswürdigkeiten die Basilika San Vitale, die Basilika Sant´Apollinare Nuovo, das Baptisterium und von außen das Mausoläum der Galla Placica und lernen die historische Innenstadt kennen. Wir stellen fest, dass Ravenna zu Recht die Hauptstadt der Mosaike genannt wird. Aus allen möglichen Epochen, natürlich auch sehr viel aus der spätrömischen Zeit, schmücke prachtvolle Mosaike die Kirchen und an deren wichtigen Gebäude.

Auch wenn uns von der Abfolge der Herrscher, die sich in Ravenna verewigt haben (Römer, Ostgoten, Langbarden etc.) ein wenig der Kopf brummt, war es ein beeindruckender Besuch im berühmten Ravenna.

Unser Tagesausflug führt über die Autobahn zurück nach Padua. Hier gibt es weniger zusehen und für unsere Gästeführerin weniger zu berichten. Erst kurz vor Padua meldet sie sich wieder, um die Besonderheiten der Euganeischen Hügel zu erklären und uns auf die am südlichen Stadtrand Paduas über die Jahrhunderte entstandenen Villen (teilweise mit weit über 100 Zimmern) hinzuweisen. Wir setzen sie an der Mautstation ab, fahren über die Staatsstraße 16 (Adriatica  genannt) zurück zum Hotel und lassen den Abend bei einem leckeren Abendessen ausklingen.

Euer Reisezauberer

Oberitalien, Tag 4

Heute wird es klassisch touristisch, denn wir fahren nach Venedig. Vom Übernachtungsort Padua aus geht es per Bahn – der Bahnhof liegt vis à vis zum Hotel – in einer halben Stunde nach Venedig Santa Lucia, dem Hauptbahnhof Venedigs, direkt am Canal Grande. Praktisch, ohne hohes Verkehrsaufkommen und ohne Parkplatzabzocke. Auf der anderen Seite des Kanals fährt unser Bootstransfer ab. Er bringt uns außen um die Stadt herum und man erhält einen Eindruck von der vielen Arbeit, die nötig ist, um das Weltkulturerbe Venedig zu erhalten, denn Meer, Schiffsverkehr und Besucher setzen den Gebäuden und Kanälen zu. Wir landen vier Brücken entfernt von der Piazza San Marco mit ihren berühmten Bauwerken.

Zwischen den charakteristischen Säulen an der Piazza erwartet uns unsere Stadtführerin. Charmant und kundig führt sie uns durch Venedig und zeigt uns auch ein paar Ecken, in denen es nicht von Touristen wimmelt. Aber zunächst ist San Marco dran mit Dogenpalast, Markuskirche, Campanile und Uhrenturm. Durch die Arkaden schlängeln wir uns weiter in westlicher Richtung. Wir sehen das Theater de la Fenice („Phönix“). Ironie der Geschichte: Nach der Namensgebung ist es zweimal abgebrannt und wurde quasi „aus der Asche“ wieder aufgebaut. Etwas weiter liegt der Palazzo Fortuny, heute ein Museum. So durchqueren wir die Stadt über Brücken und durch Gassen bis wir wieder am Canal Grande herauskommen, und zwar in Sichtweite der Rialtobrücke, die leider eingerüstet ist und renoviert wird. Überhaupt vergeht in Venedig kein Tag ohne Sanierungsarbeiten.

An der Rialto, auf der früher wie heute auch gehandelt wurde und wird, trennen wir uns. In der Zeit zur freien Verfügung kann jeder sein persönliches Venedig-Programm gestalten. Die freie Zeit endet wieder bei San Marco, denn wir müssen ja mit dem Boot zurück zum Bahnhof. Auf unserem Weg zum Bootssteg können wir einen Blick auf die berühmte Seufzerbrücke werfen. Sie heißt so, weil die Gefangenen in der Dogenzeit hier oft zum letzten Mal das Tageslicht zu sehen bekamen.

Bei deutlich rauherer See geht es zurück zum Bahnhof und der Bootsführer lässt uns sogar auf der richtigen Kanalseite heraus, so dass wir nach wenigen Schritten auf dem Bahnsteig ankommen. Wiederum eine halbe Stunde „Regionale Veloce“ später sind wir wieder in Padua. Ein wirklich interessanter Tag, wenn auch dem einen oder anderen die Füße etwas qualmen.

Euer Reisezauberer

Oberitalien, Tag 3

Heute erkunden wir Triest. Unsere Stadtführerin holt uns am Hotel ab und wir erfahren zunächst, dass Triest immer sehr viele Schriftsteller angezogen hat. Diese haben sich hier von der Adriaküste, von den Konditorerzeugnissen und vom Wein inspirieren lassen. Triest war aber immer auch ein Schmelztigel, was man allein an den verschiedenen Konfessionen ablesen kann. Es gibt katholische, evangelische, griechisch- und serbisch-orthodoxe Kirchen, eine Synagoge und immer noch eine Menge Nationalitäten. Im Verlauf unseres Rundgangs kommen wir immer wieder darauf zurück.

Wir laufen entlang des noch von den Österreichern eingerichteten Freihafens, kommen vorbei am ehemaligen Flugboothafen, von dem aus die erste regelmäßige Linienflugverbindung Italiens eingerichtet wurde und machen eine Pause an der Piazza dell’Unità d’Italia. Der Name ist insoweit treffend, weil sich hier das Rathaus (kommunal), die Region Friaul-Julisch Venetien (regional) und die Präfektur der Regierung (national) auch als Gebäude gegenüberliegen. Heute wird der Platz oft für Veranstaltungen genutzt. Wir können eine Weile bei einem Volleyballturnier für Kinder und Jugendliche zusehen. Aber es gibt auch zahllose Cafés, teilweise im Wiener Stil, so dass hier jeder seine ganz persönliche Kaffeepause bekommt.

Bevor es weiter geht, gucken wir noch auf das vierte entscheidende Gebäude am Platz: Die Verwaltung des Lloyd Triestino (früher österreichischer Lloyd), zunächst eine Versicherung und später das bedeutendste Schifffahrtsunternehmen der Doppelmonarchie.

Vorbei an der Börse und diversen Wahlkampfständen gehen wir quer zur Piazza Oberdan. Hier beginnt die Straßenbahn nach Opicina, eigentlich ein Verkehrsmittel für den täglichen Bedarf, aber eben ein besonderes. Die Triebwagen sind aus den 30er und 40er Jahren und ein Teil der Strecke wird als Standseilbahn betrieben, die Wagen werden also mit einem angehängen Spezialwagen bergauf gezogen. Eine geruhsame und etwas rappelige Angelegenheit. Die Strecke wird im 20-Minuten-Takt bedient, damit sich die Treibwagen immer an den vorgesehenen Stellen begegnen können. Ende der Strecke ist etwas außerhalb von Triest in Opicina, nahe der slovenischen Grenze. Im oberen Streckenabschnitt hat man fantastische Aussicht auf den Golf von Triest und die Stadt selbst. Und wir haben auch noch das richtige Wetter dazu erwischt. Ein tolles Erlebnis.

Wieder runter vom Berg endet unsere Fahrt an der Piazza Oberdan (durch die Anwesenheit nationalsozialistischer Organisationen im zweiten Weltkrieg auch „Klein Berlin“ genannt). Wir gehen von hier aus zum Hotel zurück, holen unser Gepäck und fahren mit dem Bus weiter nach Padua. In dem Moment, in dem sich die Bustür schließt, beginnt es zu regnen. Mehr „Schwein“ kann man kaum haben.

Nachdem wir im altehrwürdigen Hotel Grand´Italia in Padua eingecheckt haben, lassen wir den Abend bei einem guten Abendessen ausklingen.

Euer Reisezauberer

Oberitalien, Tag 2

Von München aus geht es quer durch die Alpen. Wir fahren bei Regenwetter vorbei am Chiemsee und an Salzburg bis in die Tauern-Region. Hier klart der Himmel auf und gibt den Blick frei auf die vielen 2000er links und rechts der Autobahn. Auf einigen besonders hohen Gipfeln liegt sogar noch Schnee. Und wo er schon geschmolzen ist, da plätschert er als türkisgrüner Gebirgsfluss durch die Täler. Sehenswert.

Hinter Villach überqueren wir die Grenze nach Italien, genauer gesagt zum Friaul. Eine erdgeschichtlich interessante Region, die auch immer mal wieder von kleineren Erdbeben heimgesucht wird. Italien schiebt sich halt immer noch langsam nach Norden. Wir passieren die Provinzhauptstadt Udine und fahren weiter Richtung Triest. Kurz vor der Stadt wechseln wir von der Autobahn auf die Küstenstraße und von einer auf die andere Minute liegt die Adria vor uns. Der Blick ist toll, was auch von hunderten sonnenbadenden Einheimischen bestätigt wird. Das Meer ist voller großer und kleiner Boote und Schiffe und so wird gleich klar, wie Triest zu seiner Bedeutung kam: Der Hafen war schuld.

Schuld war er auch daran, dass sich Österreich-Ungarn vor einem Jahrhundert eine eigene Marine geleistet hat, denn die die Stadt gehörte damals zur Doppelmonarchie. Und sie lebt auch heute noch vom Flair einer Grenzstadt nach Slovenien.

Da unser Hotel (außen klassisch, innen topmodern) kein eigenes Restaurant hat, gehen wir gut 50 Meter nach gegenüber. Dort empfängt uns die Bracerie Venete. Hier wird auf offenen Holzfeuer Fleisch gegrillt und uns zusammen mit ebenfalls gegrilltem Gemüse serviert. Superlecker und vor allem unheimlich viel. Wir sitzen noch eine Weile zusammen und der eine oder andere aus der Gruppe schlendert danach noch durch die warme Sommernacht von Triest. Unser Beispiel: Gläschen Rotwein an der Piazza Goldoni, serviert mit Mini-Sandwiches, Oliven und Knabberkram. Da lässt sich sogar der abendliche Verkehrslärm aushalten. Und morgen sehen wir uns die Stadt bei Tageslicht an…

Euer Reisezauberer

Oberitalien, Tag 1

Die Geschichte unseres ersten Tages ist schnell erzählt: Anreise! Aber so einfach wollte es uns die Autobahn dann doch nicht machen. Der Wettergott ließ zwischendurch mehrfach Regen auf den sonst so sonnigen Tag fallen und rund 50 Km vor dem Tagesziel fuhren wir auch in den „erwarteten“ Stau. Zwar entpuppte sich der angeblich liegengebliebene LKW als heißgefahrener Kleinwagen. Aber dennoch fraß er etwas an unserer Zeit.

Als wir aber im Hotel Bauer in Feldkirchen bei München ankamen, war alles wieder gut. Großzügige Zimmer, prima Service und ein sehr leckeres Abendessen ließen die 650 Km seit der Abreise vergessen. Der Abend klang bei den meisten dann auf der Restaurantterasse aus.

Morgen geht es weiter durch die Alpen.

Euer Reisezauberer