Trier 9 Monate vor dem „Untergang“

Der Titel dieses Beitrags klingt furchtbar. Gemeint ist aber die Landesausstellung „Der Untergang des römischen Reiches“, die ab Juni 2022 im „zweiten Rom“, dem rheinland-pfälzischen Trier zu sehen sein wird. Ich hatte die Ehre vorab schonmal schnuppern zu dürfen, damit es auch eine richtig schöne Reise im nächsten Jahr wird.

Die Landesausstellung wird von den drei großen Trierer Museen gemeinsam auf die Beine gestellt. Allen voran vom rheinischen Landesmuseum, das ohnehin schon eine tolle Ausstellung mit Originalen aus der Römerzeit zeigt, bis hin zum größten römischen Goldschatz nördlich der Alpen.

Wer also einen Sinn für Mosaiken, Graddenkmäler, Kunsthandwerk, Alltagsgegenstände, Waffen und andere antike Funde hat, der kommt schonmal voll auf seine Kosten. Die Landesausstellung will aber mehr. Sie will den über mindestens 150 Jahre andauernden Prozess des Verfalls eine Weltreiches nachzeichnen mit all seinen Ursachen und Auswirkungen. Versorgungsschwierigkeiten spielen dabei genauso eine Rolle wie politische Rivalitäten, das beginnende Christentum und das Erstarken benachbarter Völker, z.B. aus Germanien, dem heutigen Deutschland. Überhaupt finden wir manche damalige Entwicklung heute wieder. Geschichte wiederholt sich manchmal…

Aber Trier ist mehr als eine der drei größten Städte des römischen Reiches. Trier ist Kulturstadt, steht für Kulinarik (insbesondere natürlich für den Moselwein) und seine Umgebung bietet auch landschaftlich eine Menge. Die Nähe zu Luxemburg, Frankreich und Belgien bringt interessante Menschen in die Stadt und macht sie zu einem idealen Ausgangspunkt für Ausflüge.

Natürlich lasse ich hier noch nicht alle Katzen aus dem Sack, denn eine Mehrtagesfahrt an die Mosel muss schon noch etwas vorbereitet werden. Aber ein Besuch in der Landesausstellung, eine Führung durch die Stadt, bei der uns ja zwangsläufig Rom wieder begegnet, ein tolles Theaterstück mit einem „Zeitzeugen“ in historischer Kulisse und natürlich leckeres landestypischen Essen bei einem Glas Wein. Das sind einige der Bausteine, aus der unsere Fahrt im nächsten Jahr geschnitzt sein wird.

Und das antike Weinschiff auf dem Foto bekommen wir sicher auch zu sehen…

Euer Reisezauberer

Kranichrast an Ostsee und Bodden, Tag 3

Der letzte Tag bricht an und nach einem tollen Frühstück fahren wir einige Kilometer in das Freilichtmuseum Klockenhagen. Hier ist die Zeit stehen geblieben. Aus 18 Dörfern Mecklenburg-Vorpommerns hat man hier die alten Fachwerk- und Backsteingebäude zusammen getragen und aufgebaut. Einige standen hier bereits und dem Museum ist der letzte lebende Einwohner noch sehr bekannt. Er bekam die Möglichkeit mit einem Historiker die Pläne für dieses Museumsdorf zu verwirklichen.

Unsere Gäste fühlen sich in Ihre Kindheit zurückversetzt und mit dem Geruch aus der Bäckerei sowieso. Neben der Bäckerei, dem Kräutergarten, einem Dorfladen, einem Wolllädchen und einer Korbflechterei gibt es noch viel mehr zu sehen. Den frischen Kuchen aus der Bäckerei nehmen wir uns gleich als Wegzehrung mit. Dann fahren wir los, denn auch unsere Heimat wartet schon auf uns.

Die vielen Kilometer die vor uns liegen unterbrechen wir in Ludwigslust mit einer Mittagspause und fahren über die alten Kopfsteinpflasterstraßen direkt vor das Schloss. Was für eine niedliche verschlafene kleine Stadt. Es bleibt noch etwas Zeit um einen Blick in das Schloss zu werfen oder im prunkvollen Saal die Gastronomie des Schlosses zu genießen. Hier fühlt man sich doch gleich wie eine Prinzessin.

Und dann geht die Fahrt weiter in unsere Regionen. Für mich war es wieder eine spannende Reise, bei der ich viele neue Eindrücke und Informationen über Land, Leute und Tierwelt erhalten habe. Und meinen Gästen sehe ich da, dass es Ihnen ebenso geht. Na dann bis zum nächsten Mal.

Eure Reisezauberin

Käsemarkt Nieheim 2018

Alle zwei Jahre ist es soweit: Die kleine Stadt Nieheim in Ostwestfalen steht ganz im Zeichen des Deutschen Käsemarktes. Dutzende Käsehändler und Winzer bieten Leckereien aus Deutschland und Europa. Auch die Liebhaber von Brot, Fleisch, Wurst und Bier kommen nicht zu kurz. Außerdem haben an diesem Wochenende alle 5 Nieheimer Museen – Brot-, Schinken-, Bier-, Käse- und Sackmuseum – geöffnet und nehmen keinen Eintritt. Die ganze Innenstadt ist für den Fahrzeugverkehr gesperrt.

Wir beginnen auf der Hauptstraße, wo uns die ersten Stände mit ihren Waren empfangen. Richtig schön ist es aber vor allem in den Nebenstraßen. Hier hat man etwas mehr Ruhe zum Probieren und Shoppen. Ein Geheimtipp – na ja, die Schlange beweist, dass er gar nicht so geheim ist – ist das Brotmuseum. Hier gibt es einen Holzbackofen und die Bäckermannschaft verkauft unermüdlich superleckeres Holzofenbrot, Zucker- und Streußelkuchen sowie leckere Pizzateilchen. Nur 5 Artikel im Sortiment aber allesamt der Hammer.

Käse probieren wir aus Deutschland, Holland, Österreich, der Schweiz und Italien. Die italienischen Käsereien haben einen ganzen Straßenabschnitt für sich und man kann von Parmesan bis Pecorino und zurück die ganze Palette bekommen. Die Verständigung in Deutsch und Italienisch samt Händen und Füßen klappt gut.

Nieheim selbst verfügt auch über eine Käserei, die selbstverständlich auch auf dem Markt präsent ist. Und auch der lokale Fleischer bietet seine Waren an. Ebenfalls ein Geheimtipp!

Am späten Nachmittag machen wir uns wieder auf den Weg nach Hause. Einkaufstaschen und Mägen gut gefüllt.

Euer Reisezauberer

Auf den Spuren der Hanse, Tag 1

Wenn man aus Nordwestdeutschland kommt, sind Hansestädte nichts ungewöhnliches. Rund 200 davon hat es gegeben. Aber man denkt natürlich an die Küstenstädte zuerst, die den Begriff „Hansestadt“ im Namen tragen. Dorthin verschlägt uns unsere Reise auf den Spuren dieser frühen „Welthandelsorganisation“.

An der Hansestadt Hamburg vorbei geht es zunächst nach Lübeck. Hier befindet sich das Europäische Hansemuseum, das größte Museum, das sich mit der Geschichte der Hanse beschäftigt. Museumspädagogisch hervorragend gemacht und durch unseren Museumsführer gut erklärt, genießen wir die Ausstellung. Da es kaum archäologische Fundstücke „zum Anfassen“ gibt, mussten sich die Museumsmacher auf Übersichten, Erklärungen und Bilder konzentrieren. Das jedenfalls ist sehr gut gelungen.

Während einer kurzen Mittagspause haben wir die Gelegenheit, den Niederegger-Salon zu besuchen. Das weltberühmte Lübecker Marzipan kann man hier in alle möglichen Formen erwerben und im Café auch verkosten. Lecker.

Danach geht es weiter nach Rostock ins Elbotel. Unser Hotel empfängt uns mit großen Zimmern und einem schönen Abendbüffet. Der Hotelchef persönlich kümmert sich um das Wohlergehen der Gäste und wir können den Abend auf der Terasse neben dem großen Gartenteich ausklingen lassen. So kann es weitergehen.

Euer Reisezauberer

Museumsadvent in Detmold

Das Detmolder Freilichmuseum hält die Erinnerung an ländliches Leben in den letzten Jahrhunderten wach. Häuser aus Westfalen, Lippe und dem Weserbergland wurden hier originalgetreu wieder aufgebaut. Im inneren befinden sich Exponate bäuerlichen Lebens und alter Handwerkskünste.

An einem Wochenende in der Adventszeit gesellen sich Stände mit allerlei Kunsthandwerk und Leckereien dazu. Im sogenannten Paderborner Dorf gibt es einen schönen kleinen Weihnachtsmarkt und durch stimmungsvolle Beleuchtung ein unvergleichliches Ambiente.

Wir gönnen uns ersteinmal eine leckere Mahlzeit in der Gatronomie. Das ist auch gut so, denn draußen schneit es aus allen Kübeln und die Flocken wehen einem kräftig ins Gesicht.

Nachdem wir uns aufgewärmt haben, streifen wir durch das Dorf. Trotz der vielne Menschen ist es ruhig, denn Autos gibt es hier nicht. Nur der Shuttle-Bus vom Parkplatz, der an diesem Tag vom Schneepflug begleitet wird, ist ab und an zu sehen.

Neben den klassischen Glühwein- und Plätzchenständen gibt es auch Produkte vom Lamm (auch kuschelige Felle), Würste von einer Wildschlachterei, Bastelarbeiten und vieles mehr. Leider haben auch die Budenbesitzer ihre liebe Müh und Not mit dem Wetter. Die provisorischen Plastikfolien gegen den Schnee kämpfen mit dem stürmischen Wind.

Mittlerweile ist alles weiß und wir nehmen den Fußweg zurück zum Haupteingang. Die Winterlandschaft passt wunderbar zu den Museumsdörfern und -höfen und der Weg ist gesäumt von flackernden Lichtern.

Euer Reisezauberer

Frankreichs Norden: Die Kanalküste

Vom Atlantikwall war am Rande schon die Rede. Heute fahren wir an den Teil der französischen Küste, der am stärksten befestigt war. Genützt hat es bekanntermaßen wenig, denn die Invasion der Alliierten fand in der Normandie statt. Aber der Reihe nach.

Wir brechen auf Richtung Calais und nehmen die Nationalstraße. Hier bekommt man mehr von der Gegend mit und spart die Maut. In den Außenbezirken der Hafenstadt fallen zwei Dinge auf: Der Turm des im flämischen Renaissance-Stil erbauten Rathauses ist schon von weitem zu sehen und die Eisenbahnstrecken im Zulauf auf den Eurotunnel sind meterhoch eingezäunt, zur Abwehr von Migranten, die als „Schwarzfahrer“ die britische Insel erreichen wollen.

Beeindruckend ist der Betrieb im Fährhafen. Permanent fahren die Fähren ins nahe Dover und man kann vom breiten Sandstrand dabei zusehen. Nicht mehr in Betrieb ist der „Hoverport“, von dem aus man bis Anfang der 2000er Jahre per Luftkissenboot nach England gebraht wurde. Baulich ist die Stadt nicht so schön, denn im 2. Weltkrieg ist sehr viel kaputt gegangen.

Weiter geht es auf der Küstenstraße entlang der Opalküste und wir erreichen Sangatte. Hier taucht der Eurotunnel unter den Ärmelkanal. Als er gebaut wurde, spülte man den Aushub in eine riesige Grube aus Weltkriegszeiten. So bekamen die Reste der „Batterie Lindemann“ einer gigantischen Geschützstellung mit einem Kaliber von über 40 cm ein spätes Grab. Die Dimensionen erkennt man vom Aussichtspunkt auf den nahen „Cap Blanc Bez“, wo ebenfalls reichlich Weltkriegsbeton verbaut wurde. Das Cap ist ein Kreidefelsen und liegt oberhalb eines schönen Sandstrandes. Sehr sehenswert aber auch sehr windig.

Der nächste Badeort Wissant ist ein hübsches 1000-Einwohner-Städtchen. Netter Ortkern, etwas Gastronomie und natürlich ein Strand laden zum Verweilen ein. Wir fahren aber weiter auf der Küstenstraße Richtung Audinghen. Das nahe „Cap Gris Nez“ (diesesmal ein grauer Felsen) war ebenfalls stark befestigter Teil des Atlantikwalls. Ähnlich wie die „Batterie Lindemann“ hat man hier von der „Batterie Todt“ (heute ein Museum) aus über den Kanal geschossen.

Im nächsten Ort Ambleteuse gönnen wir uns erstmal etwas Konditorkuchen (superlecker aber kalorienmäßig mehr als eine vollwertige Mahlzeit). In Ambleteuse ist es noch beschaulich. Kurze Zeit später in Boulogne-sur-Mer wird es voll. Boulogne ist der größte Fischereihafen Frankreichs und nicht wirklich schön anzuschauen. Wir überqueren den in die Mündung der Liane gebauten Hafen und etwas weiter südlich wir es richtig schick.

Hardelot-Plage ist ein Badeort für den gehobenen Geschmack. Schöne Villen, große Grundstücke, Golf- und Reitsport sind charakteristisch für Hardelot. Leider gibt es auch die für Nordsee- und Kanalküstenorte so beliebten Betonbuden und Plattenbauten mit hunderten von Ferienwohnungen. Wer des Luxus noch nicht überdrüssig ist, der fährt noch ein Stück weiter bis zum berühmtesten Badeort Nordfrankreichs, nach Le Touquet-Paris-Plage. Hier sind die Villen noch ein Stück größer, die Geschäfte noch ein bisschen schicker und es gibt – neben den Betonbauten – auch luxuriöse Hotels. Voll ist es auch hier und wir entscheiden uns, auf der anderen Seite des Flüsschens Canche im Fischerort Etaples ein maritimes Abendessen zu uns zu nehmen. Achtung: Die Restaurants machen für deutsche Verhältnisse erst recht spät auf.

Euer Reisezauberer

Saisonabschluss im „nassen Dreieck“, Tag 1

Saisonabschlussfahrten sind immer etwas Besonderes. Ein bisschen mehr Verwöhnprogramm gegenüber dem üblichen Standard ist immer wieder schön.

Dieses Jahr gehe es gen Norden. Unser Übernachtungsort ist Bremerhaven. Wir fahren zunächst in die Havenwelten. Wem hier langweilig wird, ist selber schuld. Auswandererhaus, Klimahaus und Schifffahrtsmuseum sowie zwei Einkaufszentren sorgen für eine Menge Kurzweil.

Wir entscheiden uns für das Klimahaus 8° Ost, so der volle Name. Entlang des 8. Breitengrades geht die virtuelle Reise von Bremerhaven über die Schweiz, Sardinien, Niger, Kamerun, die Antarktis, Samoa, Alaska zur Hallig Langeness im Wattenmeer. Zunächst gibt es eine Einführung in das Haus durch einen sehr engagierten Klima-Mitarbeiter. Dann kann jeder aus eigene Faust losgehen.

Insbesondere die tropischen Ausstellungsteile – unvermittelt unterbrochen von einer -6 Grad kalten Antwrktis – sind interessant. Viele Ausstellungsteile zeigen auch die passenden Tierarten. Besonders beeindruckend war eine Teich in Kamerun, über den eine wackelige Brücke führt und in dem sich ganz viele Fische tummeln und sich nach Auskunft des Personals so stark vermehren, dass man immer wieder Tiere an Zoos abgeben muss.

Ganz zum Schluss noch schnell ein virtueller Helikopterflug zu den Offshore-Windparks in der Nordsee und unsere Zeit im Klimahaus ist um.

Ab ins Hotel, lecker und reichhaltig essen und der Tag ist rund.

Euer Reisezauberer

Thüringen-Reise, Tag 3

Dritter und letzter Tag unserer Thüringen-Reise. Wenn wir Gruppenreisen unternehmen, dann versuchen wir immer, die An- und Abreise für schöne Programmpunkte zu nutzen. Wenn ein Ziel – so wie hier mit Erfurt – nicht so weit weg ist, dann geht das prima. Aber der Reihe nach.

Nach ausgiebigem Frühstück machen wir uns auf den Weg. Vorbei an Gotha, den Burgen der „Drei Gleichen“ und dem Thüringer Wald fahren wir zur Creuzburg. Die „große Schwester“ Wartburg lassen wir bewusst links liegen. Die Creuzburg ist ein gut erhaltenes Gemäuer, dessen Ursprünge über 1.000 Jahren zurück liegen. Unser Gästeführer zeigt uns die Burganlage, das Museum und – als kleines Schmankerl – einen Keller mit einer Ausstellung zur Gerichtsgeschichte der Burg (hier war mal Sitz eines Amtsgerichts). Dazu gehören auch einige Folterwerkzeuge. Besonders liebevoll ist ein Ausstellungsteil gestaltet, in dem Fotos aus Vergangenheit und Gegenwart gegenübergestellt werden. Man kann sehen, wie sich die Burg und die gleichnamige Stadt über die Jahrzehnte entwickelt haben.

Nach einem seeeehr reichhaltigen Essen der Burgschänke machen wir uns auf ins bekannte und nur ca. 40 Km entfernte Kloster Volkenroda. Die historische Bausubstanz ist hier nicht mehr so gut erhalten wie auf der Kreuzburg. Aber man hat die vorhandenen Reste sehr geschickt in moderne Neubauten eingebunden, so dass ein stimmiges Ganzes entsteht. Auch hier informieren wir uns bei einer Führung. Übrigens wurde in Volkenroda der Christus-Pavillon der Expo 2000 in Hannover wieder aufgebaut und dient als Ort für Gottesdienste und Veranstaltungen. Überhaupt ist das ehemalige Kloster sehr auf Seminare und Veranstaltungen zugeschnitten.

So, nun geht es aber wieder auf die Autobahn und nach Hause. Vorbei am Südharz und an der Universitätsstadt Göttingen vergehen die letzten Kilometer schnell.

Euer Reisezauberer

Oberitalien, Tag 5

Heute geht es gen Süden, in die an das Veneto angrenzende Emilia Romana. Zunächst fahren wir aus Padua heraus Richtung Küste. Unsere Gästeführerin erklärt und gleich noch einiges zu unserem Übernachtungsort Padua, der geplanterweise aber unverdient bei dieser Reise etwas in den Hintergrund rücken muss.

An Chiogga am südlichen Ende der Lagune von Venedig vorbei fahren wir die alte Römer und Pilgerstraße „Romea“ (Heute Staatsstraße 308) durch das Po-Delta und vorbei an vielen berühmten Adria-Badeorten (Alle heißen „Lido“, wie in Venedig) nähern wir uns Ravenna. Unsere Gästeführerin nutzt die Anfahrt für eine Parforce-Ritt durch die reiche Geschichte Ravennas. Die meisten Fakten haben etwas mit der Zeit zu tun, als die Stadt Hauptstadt des weströmischen Reiches war. Viele kulturell interessante Gebäude sind daher auch weit über 1.000 Jahre alt.

Bevor wir Ravenna erreichen, machen wir einen kurzen Zwischenstopp in Pomposa, dessen Kirche zu den meistbesuchten Denkmälern Italiens zählt. Wie so oft bei Busreisen ist die Unterbringung des großen Fahrzeugs nicht so einfach. Wir steigen am Bahnhof aus und gehen eine Viertelstunde zu Fuß bis zum Hauptplatz, der Piazza del Popolo.

Nach einer kurzen Mittagspause stößt eine einheimische Gästeführerin zu uns, denn die Gästeführer aus dem Veneto dürfen seit einigen Wochen nicht mehr in der Emilia-Romana führen. Auch Italien macht komische Vorschriften…

Wir sehen während unserer Führung nacheinander die Hauptsehenswürdigkeiten die Basilika San Vitale, die Basilika Sant´Apollinare Nuovo, das Baptisterium und von außen das Mausoläum der Galla Placica und lernen die historische Innenstadt kennen. Wir stellen fest, dass Ravenna zu Recht die Hauptstadt der Mosaike genannt wird. Aus allen möglichen Epochen, natürlich auch sehr viel aus der spätrömischen Zeit, schmücke prachtvolle Mosaike die Kirchen und an deren wichtigen Gebäude.

Auch wenn uns von der Abfolge der Herrscher, die sich in Ravenna verewigt haben (Römer, Ostgoten, Langbarden etc.) ein wenig der Kopf brummt, war es ein beeindruckender Besuch im berühmten Ravenna.

Unser Tagesausflug führt über die Autobahn zurück nach Padua. Hier gibt es weniger zusehen und für unsere Gästeführerin weniger zu berichten. Erst kurz vor Padua meldet sie sich wieder, um die Besonderheiten der Euganeischen Hügel zu erklären und uns auf die am südlichen Stadtrand Paduas über die Jahrhunderte entstandenen Villen (teilweise mit weit über 100 Zimmern) hinzuweisen. Wir setzen sie an der Mautstation ab, fahren über die Staatsstraße 16 (Adriatica  genannt) zurück zum Hotel und lassen den Abend bei einem leckeren Abendessen ausklingen.

Euer Reisezauberer

Dänemark zum Jahreswechsel, Teil 1

Raus aus dem Alltag, einfach mal ein paar Tage abschalten. Wenn man wirklich Ruhe sucht, geht das am besten bei unseren nördlichen Nachbarn in Dänemark. Also: Ferienhaus gebucht, am besten per Internet (geht oftmals auch, wenn man nicht vom Samstag bis Samstag fahren möchte). Wir haben uns für einen Ort knapp hinter der deutsch-dänischen Grenze entschieden. Das Lojt-Feriecenter liegt in der Nähe von Aabenraa (zu deutsch: Apenrade). Die Kleinstadt ist das Zentrum der deutschen Minderheit in Nordschleswig. Mit der deutschen Sprache kommt man aber auch im übrigen Dänemark ganz schön weit.

Über den Jahreswechsel sind hier in Lojt nur wenige Häuser belegt. Die Anlage ist klar auf den Sommer eingestellt. Dementsprechend sind die umfangreichen Freizeiteinrichtungen (Pool, Sportanlagen, Gastronomie, Campingplatz etc.) auch im Winter geschlossen. Unser Haus ist einfach, aber komplett eingerichtet. Ein kleines Problem mit einem der Elektroheizkörper ist vom Service in wenigen Minuten behoben. Sehr gut.

Aber das erste Ereignis unserer Reise haben wir noch vor der Grenze eingebaut. Haithabu, die Wikingersiedlung nahe Schleswig, wird dort in einem tollen Museum präsentiert. Das gesamte Werden und Vergehen der Handelsmetropole aus dem 9. bis 11. Jahrhundert kann man nachvollziehen und die archäologischen Funde aus der ganzen Welt, die man allesamt in Haithabu ausgegraben hat, legen ein anschauliches Zeugnis von der Bedeutung der  Siedlung für die damalige Zeit ab. Bis nach Bagdad, ins heutige Russland und ins Mittelmeer reichten die Verbindungen. In der nahegelegenen Ortschaft Haddeby lassen wir uns einen Mittagsimbiss schmecken. Das urige Restaurant mit hervorragender Küche heißt passenderweise „Odins“.

Unser erster Ausflugstag in Dänemark führt uns in die Umgebung unseres Ferienhauses und auf die Insel Als (zu deutsch: Alsen). Wir bummeln zunächst ein wenig durch die hübsche Fußgängerzone von Aabenraa und fahren dann entlang der Küste nach Ballebro, von wo aus uns eine Fähre auf die Insel Als. Bei Nordborg fahren wir an den Ostseestrand und der Rückweg führt uns über Augustenborg (mit dem gleichnamigen Schloss) und Sonderborg zurück zum Ferienhaus. Windig ist es geworden.

Also: Ofen an, Kaffee und Tee aufgesetzt. Jetzt kann der Jahreswechsel kommen.

Euer Reisezauberer