Kranichrast an Ostsee und Bodden, Tag 2

Ich werde früh wach und denke darüber nach, was der Tag bringen mag. Heute werden wir die riesigen Kraniche hoffentlich zu Hunderten sehen und erleben. Meine Neugierde gilt aber erst einmal dem Ort in dem ich übernachtet habe. Und so mache ich mich auf zur Seebrücke, es sind nur wenige Minuten vom Hotel.

Die Nacht ist noch nicht ganz vorbei und der Tag beginnt langsam. Als ich die Seebrücke erreicht habe ist es bereits so hell, dass man alles sehen kann. Eine frische Seeluftbrise umgibt mich, herrlich duftet es nach Meer. Möwen krächzen, Wellen schlagen seicht gegen die Seebrückenplanken. Es entspannt mich und gibt ein gutes Gefühl. Rasch nehme ich noch etwas Sand in einer Tüte mit, um Zuhause ein Bild mit dem Schriftzug „Graal-Müritz“ schießen zu können.

Am Ende der Seebrücke mit Beginn des Strandes lerne ich einen Einheimischen und seinen jungen Hund kennen. Wir reden über Hunde und ihre Erziehung und die gute Luft hier vor Ort. Er erzählt mir von einem Jungen der Herzkrank ist und hier mit seiner Mutter viel Zeit bei einer Kur verbracht hat. Am Ende der Kur war er medikamentenfrei und so haben die Eltern entschieden dauerhaft hier her ans Meer zu ziehen. Sie haben ihr Leben zum Wohle ihres Kindes an die Ostseeküste verlegt. Was für eine schöne Geschichte. Ich mache mich auf den Weg zum Hotel, habe ja noch nicht gefrühstückt. Eine Tasse Kaffee,  knackige Brötchen und meine lieben Gäste empfangen mich im Hotel.

Wir brechen auf zum Kranich-Informationszentrum des Nabu in Groß Mohrdorf. Die vielen Informationen unseres Gästeführers eingebunden in lustige Geschichten gefallen allen sehr. Wir sehen einen tollen Film über Kraniche und diskutieren mit ihm über das Kranichdasein, die Flugrouten, die Ernährung usw.

Fakten:

  • jährliche Kranichmenge in den Vorjahren 50.000 – 70.000, 2019 waren es aufgrund des frühen Wintereinbruchs in Skandinavien 86.000.
  • Kraniche erreichen eine Flughöhe von 300-1500 m und Geschwindigkeiten von 50-100 km/h.
  • Die Körpergröße beträgt zwischen 1,00 m bis 1,30 m.
  • Kraniche brüten 30 Tage. Die Jungen sind Nestflüchter und verlassen schon nach wenigen Stunden das Nest.
  • Kraniche ernähren sich hauptsächlich von Insekten, was aufgrund der menschlich geschaffenen Monokulturen immer schwieriger wird, denn die Insekten verschwinden.
  • Auch die Trockenheit macht den Tieren zu schaffen, Frösche und Schnecken gibt es zu wenige.
  • Die Kraniche werden mit Weizen und Mais gefüttert, damit sie die umliegenden Felder nicht plündern.
  • Die Brutbestände sind gefährdet. In 100 Jahren soll es laut Forschern keine Kraniche mehr geben.

Und dann folgen Tatsachen. Wir fahren vom Infozentrum zum Kranorama, einem Aussichtsturm um Kraniche zu beobachten. Es sind leider nur wenige auf den Wiesen zu sehen. Unser Kranich-Rancher ist sehr fachkundig und schießt für jeden von uns noch ein Handybild mit Hilfe seines Fernrohres. Er gibt uns noch einen Tipp mit auf den Weg, das Kraniche gern die frisch gemähten Maisfelder besuchen. Er behält Recht, denn auf dem Weg nach Zingst sehen wir hunderte von Kranichen auf den Feldern. Das gibt gutes Fotomaterial.

Zingst ist für uns eine Zwischenstation um noch einmal einen Blick auf das Meer zu werfen. Einige von uns haben sich in der Tauchgondel angemeldet, einer geschlossenen Gondel für 30 Personen, die 4 m tief im Meer versenkt wird. Durch die Glasscheiben lässt sich der Meeresboden beobachten. Auch hier lernen die Gäste wieder sehr viel.

Der Sommer 2019 brachte große Feuerquallen hervor. Durch den milden Winter des Vorjahres haben Sie überlebt und fanden sehr viel Nahrung, deshalb wachsen sie entsprechend. Es gab in Zingst 2019 ca. 90 Badeunfälle durch Feuerquallen. Auch hier der Tipp des Experten der Tauchgondel: nur Salzwasser und Sand zum Abspülen verwenden. Süßwasser lässt die Haut aufplatzen. Eine Feuerqualle kann mit Tentakeln die Größe eines Wales erreichen, mehr als 35 m schaffen diese Tiere.

Wir nähern uns dem Abend und damit der Kranichbeobachtung auf dem Wasser. Unser Weg führt uns weiter nach Prerow in den Hafen. Hier liegt unser Mississippi-Raddampfer, mit dem wir die abendliche Boddenrundfahrt angehen. Das leckere Abendessen vorab und dann können wir uns dem Spektakel in der Luft widmen. Tausende von Kranichen kommen abends hierher. Sie sind auf den kleinen Inseln im Bodden bestens gegen Feinde wie Waschbären und Marder geschützt. Was für ein Anblick.

Die Rückfahrt zum Hotel erfolgt in der Dunkelheit, aber mit bestgelaunten Gästen.

Eure Reisezauberin

Toskana 2019: Tage 1-3

Auf geht es nach Italien, zur Neuauflage unserer Toskana-Reise. Wie immer haben wir auch dieses Mal den Reiseablauf verändert. Auch „Wiederholungstäter“ entdecken so immer wieder etwas neues.

Unser erstes Ziel heißt Levico Therme. Ein niedlicher kleiner Kurort im Trentino mit nett gestalteter Innenstadt. Fußläufig davon befindet sich unser familiengeführtes Hotel für die Zwischenübernachtung.

Am zweiten Tag geht es weiter gen Süden.  Unsere erste Etappe ist Ferrara. Die Stadt der historisch bedeutenden Familie del Este hat eine richtige Wasserburg mitten in der Stadt. Auch sonst ist es ein sehr schöner Ort für einen Zwischenstopp samt Mittagspause. Gegen Abend erreichen wir unser Hotel, die Fattoria Degli Usignoli (zu Deutsch: Nachtigallenhof). Die Fattoria ist eine wunderschöne, weitläufige Anlage mit Pools und Fernsicht. Hier gibt es leckeres Essen und wir fühlen uns schnell richtig wohl.

Der dritte Tag beschert uns den ersten Toskana-Ausflug. Wir fahren über die Autostrada zunächst nach Cortona. Die Stadt sieht man schon von weitem auf dem Berg liegen. Das deutet auf die etruskische Geschichte hin, denn die Etrusker haben ihre Städte immer auf Hügeln oder Bergen errichtet.

Von Cortona aus kann man bereits den Lago Trasimeno sehen, den drittgrößten See Italiens. An seinem Nordufer liegt Passignano sul Trasimeno. Hier besteigen wir ein Linienboot und setzen über zur Isola Maggiore. Die kleine Insel liegt schon ein wenig im Nachsaison-Dornröschenschlaf. Aber man kann durch die Hauptstraße des kleinen Inselortes schlendern. Ein paar Geschäfte und leckeres Eis gibt es auch.

Den heutigen Abschluss macht ein toskanischer Abend. Im Palazzo Bandino läuft gerade die Weinlese und wir können einen Blick in den Weinkeller werfen, in dem es bereits nach Maische riecht. Derweil wurden die Tische im Gastraum gedeckt und wir essen lecker zu Abend. Natürlich darf auch ein Glas (oder zwei…) des hofeigenen Weines nicht fehlen. Der eine oder andere nimmt auch noch ein paar Flaschen mit. Eine Besonderheit: Der Palazzo Bandino ist ein Agritourismo.  Hier werden nur eigene Produkte verarbeitet. Und weil man ein Spa auf dem Hof hat, war man gezwungen auch eigene Kosmetika herzustellen. Wunderbar duftende Seifen (z.B. mit Rotwein) und Cremes auf Olivenölbasis sind das Ergebnis.

Euer Reisezauberer

Amsterdam im Sommer

Amsterdam ist immer eine Reise wert. Auch wenn es mal kein Festival oder ein ähnlicher Anlass ist. Na ja: Ein bisschen Festival ist in Amsterdam eigentlich immer. Und wer spaß an „Halli Galli“ hat, der kam bei der „Gay Price Parade“ auf seine Kosten. Hunderte bunt gestalteter, voll mit kostümierten Menschen besetzter und mit lauter Musik beschallter Boote befuhren die Prinzengracht und demonstrierten eindrucksvoll für Toleranz.

Wir haben uns für die „normale“ Variante entschieden und gehen erstmal bummeln. Dann gibt es ein schmackhaftes Mittagessen in einer der unglaublich vielen und vielfältigen Gastronomien der niederländischen Hauptstadt. Und zum Abschluss gönnen wir uns noch eine Rundfahrt mit dem Grachtenboot. Vorbei am neuen Konzerthaus geht es in die Herengracht. Hier ist es etwas ruhiger als in der parallelen Prinzengracht und man sieht viel vom klassischen Amsterdam. Das Rundfahrtboot hat an einigen stellen etwas Mühe mit den 90-Grad-Abzweigen aber wir erreichen nach gut einer halben Stunde die Ij, den Fluß, der das Ijsselmeer mit der Nordsee verbindet. Hier liegen die großen Flusskreuzfahrtschiffe und die Ij-Fähren queren den Strom unablässig. Östlich der Innenstadt fahren wir vorbei am NEMO Science Center, das direkt über der Rampe des Ij-Tunnels liegt, erreichen wieder den Grachtengürtel und nähern uns bald dem Ende unserer 1-stündigen Runde.

Zurück zum Abfahrtplatz fahren wir per Tram. Auch das ist mal eine Idee, um auch außerhalb des Zentrums gelegene Attraktionen zu erreichen. Aber das machen wir beim nächsten Mal, denn es war sicher nicht die letzte Fahrt nach Amsterdam.

Euer Reisezauberer

Elbekreuzfahrt zu den Glückstädter Matjestagen

Ein langer Tag liegt vor uns aber es wird ein schöner. Das Wetter passt schonmal als wir uns auf den Weg nach Hamburg machen. Unser erstes Ziel sind die St. Pauli Landungsbrücken. Hier wartet die Viktoria, das Fahrgastschiff, das uns heute elbabwärts nach Glückstadt bringen wird.

Im Bauch des Schiffes steht ein Frühstücksbüfett bereit, um uns die ca. 3,5 Std. Fahrzeit zu versüßen. Aber die Fahrt selber ist auch sehr schön. Vorbei am Hamburger Nobelstadtteil Blankenese, an der Schiffsbegrüßungsanlage Willkommhöft in Schulau, an den Airbuswerken und den vielen kleinen Häfen, Stegen, Sielen, Klappbrücken usw.

Angekommen im Hafen von Glückstadt mit seinem maritimen Ambiente und den vielen Booten und Schiffen müssen wir einige Meter ins Stadtzentrum zurücklegen. Der Weg führt uns an vielen schönen Häusern vorbei und die Rosen vor den Eingängen erinnern uns an Dänemark. Nicht zu unrecht, denn die Dänen haben in der Stadtgeschicht ine große Rolle gespielt. Der Glückstädter Marktplatz ist ein ideales Ambiente für die Matjestage. Direkt im Zentrum gelegen und von historischen Gebäuden umsäumt lässt es sich hier bei Volksfestathmosphäre und Livemusik gut aushalten.

Natürlich kommt auch der namensgebende Matjeshering nicht zu kurz. Viele Fischbuden und auch die umliegenden Restaurants bereiten ihn schmackhaft zu.

Mit vollem Bauch und vielen Eindrücken geht es zurück nach hause.

Euer Reisezauberer

Minikreuzfahrt Nordengland, Tag 2

Gut geschlafen? Also ab zum Frühstück. Bevor der Tag startet gibt es erstmal ein leckeres und reichhaltiges Frühstücksbüffet. Und während wir so vor uns hin dinieren tauchen plötzlich Häuser auf der anderen Schiffsseite auf. Wir sind in die Mündung des Tyne gefahren. Nun ist Newcastle nicht mehr weit. Eine wiederum langwierige Einreiseprozedur später betreten wir britischen Boden.

Unsere Reiseleiterin stößt dazu und wir beginnen eine interessante Rundfahrt durch Newcastle. Dieses alte Zentrum der britischen Kohleindustrie hat sich zum Dienstleistungszentrum gewandelt. Wir erfahren etwas über die Mönche, die die Siedlung vor hunderten von Jahren gegründet haben, etwas über die normannischen Fürsten, die die gesamte Region Northumbria zur burgenreichsten Region Englands gemacht haben und über den Industriellen, Erfinder und Mäzen Lord Armstrong, der überall in der Stadt seine Spuren hinterlassen hat.

Zwischenstopp machen wir am Neuen Konzerthaus „the Sage“ im Stadteil Gateshead auf der anderen Tyne-Seite. Von hier aus hat man einen tollen Blick auf die Stadt und vor allem auf ihre Brücken. Ganz besonders ist die Swingbridge, die wiederum auf Lord Armstrong zurückgeht und beim passieren von Schiffen einfach weggedreht wird, erwähnenswert. Den Kontrast bildet die Millennium-Bridge, auch „blinking Eye“genannte, denn es sieht wie ein Blinzeln aus, wenn sie weggeklappt wird.

Die nächste Station ist Heddon-on-the-Wall. Der Name verrät, dass das Dorf am Hadrianswall liegt. Ca. 160 Meter der einstmals 5 Meter hohen römischen Befestigungsmauer sind hier sichtbar und verschaffen einen Eindruck, wie sich die Römer von den aufmüpfigen Schotten im Norden abgrenzen wollten.

Ebenfalls Weltkulturerbe wie der Wall ist die Altstadt von Durham. Hier verbringen wir die Mittagszeit. Nette kleine Gassen, Märkte und Geschäfte machen den Aufenthalt sehr angenehm. Das Ensemble aus Kathedrale und normannischer Burg ist jedoch das eigentliche bauliche Highlight. Der eine oder andere hat sich die riesige Kirche auch von innen angesehen, andere suchten lieber die Konsumtempel auf. 

Nun wird es Zeit Richtung Tyneport aufzubrechen, denn die „King Seaways“ wartet auf uns und wir lassen Check-In-Prozedur Nr. 3 (wieder anders als zuvor) über uns ergehen. Die Fähre hat uns wieder und wir legen bei herrlichem Sonnenuntergang ab Richtung Ijmiuden. 

Euer Reisezauberer

Minikreuzfahrt Nordengland, Tag1

Auf geht es in Richtung Großbritannien. Kurz vor dem erwarteten „Brexit“ fahren wir noch einmal auf die Insel. Minikreuzfahrt heißt in diesem Fall: 2 Nächte auf See und ein schöner Landausflug. Aber der Reihe nach.

Erst einmal fahren wir in die Niederlande. Unser erstes Ziel ist Batavia Stad, ein Outletcenter bei Lelystad direkt am Ijsselmeer. Hier bleiben wir über Mittag und so mache(r) kommt mit prallvollen Einkaufstüten zurück.

Vorbei an Amsterdam geht es weiter zum Fährhafen Ijmuiden. Nach langwierigen Kontrollen geht es an Bord der „King Seaways“, einem 1400-Passagiere-Fährschiff Richtung Newcastle. Auf dem Schiff gibt es alles, was das Herz an Freizeitmöglichkeiten begehrt: Leckeres Essen, Kino, Casino, Livemusik, Kinderspielparadies, Shop und und und. 

So kann jeder aus unserer Gruppe sein Abendprogramm selbst zusammenstellen. Übernachtet wird übrigens in Ein-, Zwei- oder Mehrbettkabinen je nach persönlicher Vorliebe. Also ab ins Bett. Seeluft macht müde.

Euer Reisezauberer

Tagesfahrt nach Amsterdam

So fünf Stunden muss man schon einrechnen, wenn man mit dem Bus Amsterdam erreichen möchte. Aber der Versuch, das an einem Tag hinzubekommen, lohnt sich. Bei bestem Wetter gönnen wir uns einige schöne Stunden in der Hauptstadt der Niederlande.

Die Grachten, der Königspalast, das Anne-Frank-Haus (leider nur mit langer Voranmeldung), China-Town, das Jordaan-Viertel mit seinen Gassen und Geschäften, die neue Oper, das Kaufhaus „De Bijenkorf“ und und und. Die Stadt ist voller Sehenswürdigkeiten, die man längst nicht in einen Tag packen kann.

Eine Fahrt über die Grachten (ca. 1 oder 1,5 Std.) ist unbedingt zu empfehlen. Man gewinnt eine neue Perspektive auf die Stadt und versteht, warum die Amsterdamer so gerne am und auf dem Wasser sind. Hunderte Hausboote, die an den Ufern festgemacht sind, legen davon Zeugnis ab. Ebenfalls mit dem Thema Wasser kann man den Blumenmarkt in Verbindung bringen. Er ist schwimmend ausgeführt und die Stände ragen ein Stück in die Singel-Gracht hinein.

Eine weitere Besonderheit sind die vielen Fahrräden, die „Fietsen“. An mehrspurige Radwege, Fahrradparkhäuser (teilweise auch schwimmend in den Grachten) und das ständige Klingeln der bevorrechtigten Radfahrer muss man sich erstmal gewöhnen. Dafür gibt es Bereiche nahezu ohne Autoverkehr und da ist selbst eine quirlige Stadt wie Amsterdam beschaulich und ruhig.

Abschließend gönnen wir uns noch eine Fahrt über die IJ, den Flussarm, der Amsterdam von seinen nordöstlichen Stadtteilen trennt und der den Hafenaufnimmt. Hier verkehren Fähren für Radfahrer und Fußgänger im Abstand von wenigen Minuten. Alle sind voll besetzt und die Überfahrt ist gratis. Von gegenüber gibt es wieder eine neue Perspektive. Man kann auf die Aussichtsplattform Shell-Tower klettern oder sich einfach in den Garten des Restaurants am Anleger setzen und dem Treiben auf dem Wasser zuschauen.

Fazit: Wir kommen wieder.

Euer Reisezauberer

Auf den Spuren der Hanse, Tag 2

Heute liegt das Reiseziel nah: Es ist Rostock. Wir beginnen wenige Minuten vom Hotel entfernt mit einer Stadtrundfahrt. Wenn man sonst Rostock nur als Hafenstadt wahrnimmt, erfahren wir nun einiges über die Industrie- und Universitätsstadt, über die Altstadt mit über viele Meter erhaltener Stadtmauer und über die historischen Gebäude aus Bauhaus und Jugendstil in den Stadtteilen, die im frühen 20. Jahrhundert hinzugekommen sind. Unsere original-einheimische Gästeführerin nimmt uns danach mit zu einem Gang durch die City. Eigentlich sind wir nur auf der Kröpeliner Straße unterwegs. Aber das ist die Haupteinkaufsstraße und sehenswert ist es hier auch, vor allem, wenn man die Stadt mit viele humorigen Geschichten präsentiert bekommt. Wussten Sie z.B. dass der „Lebensfreude-Brunnen“ vor dem historischen Hauptgebäude der Uni hier scherzhaft „Pornobrunnen“ genannt wird, weil hier so viele nackte Bronzefiguren zu sehen sind?

Nach soviel Geschichte und Geschichten ist erstmal eine Mittagspause nötig. Im Anschluss geht es zum Anleger der Rundfahrtboote nahe des Eisbrechers im Ruhestand, den man in Sichtweite vertäut hat. Unser Boot bringt uns die Warnow abwärts Richtung Seehafen und Warnemünde. Wir fahren vorbei an alter und neuer Neptun-Werft, an den umgebauten Hafenquartieren, wo statt Lagerhäusern nun schicke Wohnblöcke aus dem Boden wachsen und an den Hafenanlagen für Fähr- und Kreuzfahrtschiffe. Unser Ausstieg ist direkt neben der Aida, die später noch mit großem Getute ausläuft.

In Warnemünde angekommen bummeln wir kurz durch die vollen Gassen und lassen uns dann in einem böhmischen Lokal ein deftiges Abendessen schmecken. Ab gehts ins Hotel. Ein ereignisreicher Tag geht zuende.

Euer Reisezauberer

Amsterdam Light Festival, Tag 1

Fahrten nach Holland sind nicht so weit wie man meint aber immer schön. Dieses Mal geht es in die Hauptstadt Amsterdam. Anlass ist das seit 2011 jährlich stattfindende Light Festival. Künstler aus dem In- und Ausland gestalten jährlich aufs neue tolle Lichtkunstwerke.

Am besten erlebt man das Light Festival von der Wasserseite, also mit einer Grachtenfahrt. Unser Skipper fährt uns geruhsam über die Kanäle. Wir erfahren viel über die Stadt und ihre Geschichte und die Lichtkunstwerke erleben wir gleich mit. Über Prinzen- und Kaisersgracht, vorbei an Hausbooten, wunderschönen historischen Häusern und berühmten Sehenswürdigkeiten geht es durch die Stadt. Teilweise sind die Grachten so voll von Rundfahrtbooten, dass es einen Stau gibt.

Nach knapp 1 1/2 Stunden legen wir wieder an, verabschieden uns mit Applaus von unserem Bootsführer und gönnen uns noch fast zwei Stunden zur freien Verfügung. Alle schwärmen aus und jeder sucht sich eine passende Gastronomie für´s  Abendessen. Die erleuchtete und belebte Stadt mit ihrer Multikulti-Gesellschaft bietet dafür unendliche Möglichkeiten.

Danach fahren wir zurück zum Hotel nahe des internationalen Flughafens Schiphol. Es war ein schöner Abend. Mal sehen, was der morgige Tag bringt.

Euer Reosezauberer

Frankreichs Norden: Die Kanalküste

Vom Atlantikwall war am Rande schon die Rede. Heute fahren wir an den Teil der französischen Küste, der am stärksten befestigt war. Genützt hat es bekanntermaßen wenig, denn die Invasion der Alliierten fand in der Normandie statt. Aber der Reihe nach.

Wir brechen auf Richtung Calais und nehmen die Nationalstraße. Hier bekommt man mehr von der Gegend mit und spart die Maut. In den Außenbezirken der Hafenstadt fallen zwei Dinge auf: Der Turm des im flämischen Renaissance-Stil erbauten Rathauses ist schon von weitem zu sehen und die Eisenbahnstrecken im Zulauf auf den Eurotunnel sind meterhoch eingezäunt, zur Abwehr von Migranten, die als „Schwarzfahrer“ die britische Insel erreichen wollen.

Beeindruckend ist der Betrieb im Fährhafen. Permanent fahren die Fähren ins nahe Dover und man kann vom breiten Sandstrand dabei zusehen. Nicht mehr in Betrieb ist der „Hoverport“, von dem aus man bis Anfang der 2000er Jahre per Luftkissenboot nach England gebraht wurde. Baulich ist die Stadt nicht so schön, denn im 2. Weltkrieg ist sehr viel kaputt gegangen.

Weiter geht es auf der Küstenstraße entlang der Opalküste und wir erreichen Sangatte. Hier taucht der Eurotunnel unter den Ärmelkanal. Als er gebaut wurde, spülte man den Aushub in eine riesige Grube aus Weltkriegszeiten. So bekamen die Reste der „Batterie Lindemann“ einer gigantischen Geschützstellung mit einem Kaliber von über 40 cm ein spätes Grab. Die Dimensionen erkennt man vom Aussichtspunkt auf den nahen „Cap Blanc Bez“, wo ebenfalls reichlich Weltkriegsbeton verbaut wurde. Das Cap ist ein Kreidefelsen und liegt oberhalb eines schönen Sandstrandes. Sehr sehenswert aber auch sehr windig.

Der nächste Badeort Wissant ist ein hübsches 1000-Einwohner-Städtchen. Netter Ortkern, etwas Gastronomie und natürlich ein Strand laden zum Verweilen ein. Wir fahren aber weiter auf der Küstenstraße Richtung Audinghen. Das nahe „Cap Gris Nez“ (diesesmal ein grauer Felsen) war ebenfalls stark befestigter Teil des Atlantikwalls. Ähnlich wie die „Batterie Lindemann“ hat man hier von der „Batterie Todt“ (heute ein Museum) aus über den Kanal geschossen.

Im nächsten Ort Ambleteuse gönnen wir uns erstmal etwas Konditorkuchen (superlecker aber kalorienmäßig mehr als eine vollwertige Mahlzeit). In Ambleteuse ist es noch beschaulich. Kurze Zeit später in Boulogne-sur-Mer wird es voll. Boulogne ist der größte Fischereihafen Frankreichs und nicht wirklich schön anzuschauen. Wir überqueren den in die Mündung der Liane gebauten Hafen und etwas weiter südlich wir es richtig schick.

Hardelot-Plage ist ein Badeort für den gehobenen Geschmack. Schöne Villen, große Grundstücke, Golf- und Reitsport sind charakteristisch für Hardelot. Leider gibt es auch die für Nordsee- und Kanalküstenorte so beliebten Betonbuden und Plattenbauten mit hunderten von Ferienwohnungen. Wer des Luxus noch nicht überdrüssig ist, der fährt noch ein Stück weiter bis zum berühmtesten Badeort Nordfrankreichs, nach Le Touquet-Paris-Plage. Hier sind die Villen noch ein Stück größer, die Geschäfte noch ein bisschen schicker und es gibt – neben den Betonbauten – auch luxuriöse Hotels. Voll ist es auch hier und wir entscheiden uns, auf der anderen Seite des Flüsschens Canche im Fischerort Etaples ein maritimes Abendessen zu uns zu nehmen. Achtung: Die Restaurants machen für deutsche Verhältnisse erst recht spät auf.

Euer Reisezauberer