3 Tage Dresden

Schon ganz schön lang, so eine Fahrt in die sächsische Landeshauptstadt. Aber es hat sich gelohnt. Schon der erste Tag bot reichlich Eindrücke bei einer Stadtrundfahrt durch die verkehrsreiche Alt- und Neustadt sowie die berühmten Stadtteile Blasewitz und Loschwitz.

Wussten Sie z.B., dass das blaue Wunder – die Brücke von Loschwitz nach Blasewitz – gleich zwei Wunder verkörpert? Zum einen als damals längste freitragende Brücke ohne Strompfeiler und zum anderen, weil sie am Ende des zweiten Weltkrieges unzerstört blieb. Die Residenzstadt Dresden punktet ansonsten mit ihren Baudenkmälern Frauenkirche, katholische Hofkirche, Residenzschloss, Schinkelwache und Semperoper. Letztere gab am Abend einige Geheimnisse ihres Inneren bei einer Besichtigung preis. Auch hier wieder ein „Wussten Sie schon?“, nämlich dass z.B. die wunderbaren Marmorsäulen in Wirklichkeit aus Gips bestehen? Täuschend echt.

Das nächste Architektonische Highlight erwartete uns am Morgen des zweiten Tages. Eine Runde Frauenkirche auf eigene Faust. Ein Audioguide erklärt uns die baulichen und geschichtlichen Details, so dass jede(r) das eigene Tempo anschlagen konnte. Danach war reichlich Zeit um Dresden auf eigene Faust zu erkunden. Erst am Abend erwartete uns der nächste Programm-Höhepunkt: Ein leckeres Abendessen in der Erlebnisgastronomie „Pulverturm“, einem urigen Keller mit allerlei hinstorisch-militärischem Zierrat und netter Unterhaltung durch einen Akkordeonspieler. Natürlich gab es sächsischen Essen mit Kartoffelsuppe, Sauerbraten, Kloß und Quarkkäulchen. Lecker.

Nun war es ein Montagabend und der findet in Dresden fast schon traditionell unangenehme Begleitung durch die Aktivisten der „Pegida“-Bewegung. Angelehnt an den historischen Termin der Montagsdemonstrationen wird hier regelmäßig Fremdenfeindlichkeit zur Schau gestellt – und das in einem der Bundesländer mit dem niedrigsten Ausländeranteil. Aber auch das gehört zur Realität in Deutschland. Schön, dass Reisen uns die Kultur der „anderen“ näherbringen, damit Hass und Vorurteile nicht so gut gedeihen können.

Der Abreisetag führt uns zunächst nach Leipzig. Dort hat man im Gasometer, dem ehemaligen Gasspeicher des Gaswerks, ein 360° Panorama eingerichtet. Und so wird aus Panorama und Gasometer das Leipziger Panometer. Wenn man sich auf die Sache einlässt (und das gelingt mit einer Führung am besten), dann merkt man schnell, dass es nicht einfach nur ein großes Rundbild ist. Die unterschiedlichen Perspektiven, die Stimmung und die Musik bringen Emotionen ins Spiel. Und so wird „Carolas Garten“, die aktuelle Installation, schnell zu einem tollen Einblick in die Natur in und um unsere Siedlungen. Man bekommt trotz oder gerade wegen der Dimensionen des Bildes einen Blick für die Zerbrechlichkeit unserer Umwelt.

Ein toller Abschluss unserer Fahrt, denn nun heißt es Abschied nehmen von Sachsen. Nach einer Mittagspause beim berühmten schwedischen Möbelhaus mit 4 Buchstaben fahren wir zurück nach hause. Es geht wieder am Harzrand entlang, nur dieses Mal eben am südlichen.

Euer Reisezauberer

 

 

Auf den Spuren der Hanse, Tag 5

Auch Abreisetage sind Reisetage. Und so haben wir uns auch am letzten Tag einige Programmpunkte vorgenommen. Zunächst geht es in die Landeshauptstadt Schwerin, genauer gesagt zum Schloss, das hier zugleich den Landtag beherbergt. Wir bekommen einen Einblick in die wechselvoll Geschichte des Bauwerks. Da die Mecklenburgischen Herzöge schon lange nicht mehr „im Amt“ sind und auch die ehemalige DDR wenig für adelige Prachtbauten übrig hatte, gab es hier viele Nutzungen. So war auch z.B. eine Kindergärtnerinnenschule in den prächtigen Säälen untergebracht. Heute ist das Schloss nicht nur Landtag sondern auch Museum und viele Teile sind schon perfekt wiederhergstellt.

Von Schwerin aus geht es gen Mittagspause nach Dömitz. Das kleine Städtchen an der Elbe hat seinen Hafen touristisch richtig aufgerüstet. Im Restaurant lassen wir uns ein leckeres Essen schmecken und vom Panorama-Café aus kann man weit gucken, u.a. auf die seit Ende des zweiten Weltkrieges zerstörte Eisenbahnbrücke.

Die letzte Station und sogar noch einmal eine Hansestadt ist Salzwedel. Hier ist es nur ein kurzer Stopp. Jedoch reicht die Zeit um zu verstehen, wo der Unterschied zwischen den Welterbe-Hansestädten Wismar und Stralsund und eben Salzwedel in der Altmark liegt. Es gibt hier genauso tolle historische Häuser. Nur fließt hier nicht so viel Geld für ihre Restaurierung. Schade.

Euer Reisezauberer

Thüringen-Reise, Tag 3

Dritter und letzter Tag unserer Thüringen-Reise. Wenn wir Gruppenreisen unternehmen, dann versuchen wir immer, die An- und Abreise für schöne Programmpunkte zu nutzen. Wenn ein Ziel – so wie hier mit Erfurt – nicht so weit weg ist, dann geht das prima. Aber der Reihe nach.

Nach ausgiebigem Frühstück machen wir uns auf den Weg. Vorbei an Gotha, den Burgen der „Drei Gleichen“ und dem Thüringer Wald fahren wir zur Creuzburg. Die „große Schwester“ Wartburg lassen wir bewusst links liegen. Die Creuzburg ist ein gut erhaltenes Gemäuer, dessen Ursprünge über 1.000 Jahren zurück liegen. Unser Gästeführer zeigt uns die Burganlage, das Museum und – als kleines Schmankerl – einen Keller mit einer Ausstellung zur Gerichtsgeschichte der Burg (hier war mal Sitz eines Amtsgerichts). Dazu gehören auch einige Folterwerkzeuge. Besonders liebevoll ist ein Ausstellungsteil gestaltet, in dem Fotos aus Vergangenheit und Gegenwart gegenübergestellt werden. Man kann sehen, wie sich die Burg und die gleichnamige Stadt über die Jahrzehnte entwickelt haben.

Nach einem seeeehr reichhaltigen Essen der Burgschänke machen wir uns auf ins bekannte und nur ca. 40 Km entfernte Kloster Volkenroda. Die historische Bausubstanz ist hier nicht mehr so gut erhalten wie auf der Kreuzburg. Aber man hat die vorhandenen Reste sehr geschickt in moderne Neubauten eingebunden, so dass ein stimmiges Ganzes entsteht. Auch hier informieren wir uns bei einer Führung. Übrigens wurde in Volkenroda der Christus-Pavillon der Expo 2000 in Hannover wieder aufgebaut und dient als Ort für Gottesdienste und Veranstaltungen. Überhaupt ist das ehemalige Kloster sehr auf Seminare und Veranstaltungen zugeschnitten.

So, nun geht es aber wieder auf die Autobahn und nach Hause. Vorbei am Südharz und an der Universitätsstadt Göttingen vergehen die letzten Kilometer schnell.

Euer Reisezauberer

Kurzreise Warschau, Teil 2

Unser dritter Reisetag führt uns in das südliche Warschauer Umland. Hier befindet sich eines der größten Obstanbaugebiete Europas. Apfelplantagen soweit das Auge reicht und dazwischen immer noch andere Gewächse, die man in den Ortschaften oft auch an toll sortierten Obstständen kosten kann. Wir treffen eine Obstbauernfamilie und erfahren eine Menge über das harte Geschäft, denn traditionell geht ein großer Teil des Obstes nach Russland, aktuell deutlich erschwert durch das Embargo.

Leider verlief entlang der Weichsel, die die Gegend im Osten begrenzt, während der Endphase des zweiten Weltkriegs die Frontlinie. So haben nur wenige ländliche Gebäude den Krieg überdauert. In Gora Kalwaria und Warka kann man noch ein paar bestaunen. Schön zurechtgemacht ist in Warka das Herrenhaus, in dem der Nationalheld Kazimierz Pułaski aufgewachsen ist. Er war zunächst Held des polnischen Widerstands gegen einen auf Russland ausgerichteten König und später kämpfte er im amerikanischen Bürgerkrieg. Hier gibt es einen herrlichen Park und eine angeblich wundertätige Marienstatue.

Auf dem Rückweg geraten wir tatsächlich in einen Stau auf dem Land (es ist Sonntag!), der wieder beweist, wie problematisch hier die Straßenverhältnisse sind. Immerhin begleiten uns die Obstplantagen bis fast zum Hotel.

Nach einem ausgiebigen Frühstück machen wir uns am Folgetag auf den Heimweg. Unter Umgehung Warschaus fahren wir wieder durch das Obstanbaugebiet über Grojec (hier gibt es im Frühjahr ein bekanntes Apfelblütenfest) Richtung Autobahn.

Wieder in Deutschland legen wir eine Pause in Bad Saarow ein. Nah an der Autobahn ist die Gegend reich an Wasserflächen. Wir essen einen Happen mit Blick auf eine Wakeboard-Strecke und schauen den Sportlern bei ihrem nassen Hobby zu. Hier merkt man schon deutlich den Einfluss Berlins.

Euer Reisezauberer

Kurzreise Warschau, Teil 1

Polen ist ein tolles Reiseland. Etwas unterrepräsentiert ist dabei die Hauptstadt Warschau. Das liegt sicher auch an den extremen Zerstörungen im zweiten Weltkrieg, die kaum Gebäude im Originalzustand übrig gelassen haben. Breslau oder Krakau haben es da leichter. Auch das Umland ist kein klassisches Reiseziel. Wir wollten das ändern.

Wir fahren über die Autobahn in die polnische Hauptstadt. Die Strecke ist lang und bietet keine berichtenswerten Highlights. Vor Ort checken wir in einem kleinen Hotel am Stadtrand ein, um am dritten Tag nicht durch die City fahren zu müssen. Die Verkehrsbelastung ist nämlich enorm. Das Straßenetz ist für die heutigen Verkehrsmengen nicht ausgelegt. Den Abend beschließen wir in einem polnischen Restaurant keine 100 Meter vom Hotel. Leckere und preiswerte Küche ist ein echter Vorzug unseres Nachbarlandes.

Der zweite Tag gehört Warschau. Am Łazienki-Park, mit 80 ha der größten Parkanlage der Stadt. Überhaupt hat Warschau unheimlich viel Grün zu bieten. Der Łazienki-Park stammt aus dem 18. Jahrhundert. Man findet dort ein Schloss, verschiedene andere historische Gebäude, Teiche (sogar mit eine Art Gondeln für Touristen) usw. Nicht weit vom Park befindet das einzige Viertel, dass den Krieg überdauert hat. Hier waren in den Vierzigerjahren die Angehörigen der Deutschen Verwaltung untergebracht. So bieben die Häuser verschont. Na ja, man kann z.B. an der ehemaligen Gewerbeschule noch Original Einschusslöcher sehen. Beklemmend.

Wir fahren weiter durch Warschau, sehen den ungeliebten Kulturpalast (ein Geschenk Stalins) und kommen an einigen Kirchen vorbei, die „stehengeblieben“ sind. Nicht ganz, denn ein Exemplar wurde ganze 23 Meter verschoben, um Platz für eine breite Straße zu machen. Ansonsten ist Warschau eine moderne, lebhafte und von mehreren hunderttausend Studenten geprägte Stadt.

Richtig historisch sieht die Altstadt „Stare Miasto“ aus. Samt und sonders Häuser in der Optik des 18. Jahrhunderts. Aber alles Nachbauten. Als nach dem Krieg die Stadt im Stil des sozialistischen Realismus aufgebaut werden sollte, setzte man hier einen Kontrapunkt und zeigte das Leben 200 Jahre zuvor. Entstanden ist eine tolle Altstadt mit viel Gastronomie, kleinen Geschäften, Straßenmusik usw. Wir schlendern ein wenig die Straßen entlang und genießen die abendliche Stimmung eines tollen Herbsttages.

Euer Reisezauberer

Alte Liebe Cuxhaven

Nicht dass Cuxhaven das einzige „liebenswerte“ Reiseziele wäre. Aber der Anleger der Helgoland-Schiffe heißt so und man muss nicht lange über einen Namen für diesen Artikel nachdenken.

Wir sind – wie schon erwähnt – nach Cuxhaven gefahren. In diesem Fall auf der Jagt nach ein paar Geheimtipps. Nicht immer nur Duhnen, Duhnen, Duhnen… Wir checken im Havenhostel ein. Mit erst zwei Jahren ein Youngster unter den Unterkünften und für ein Hostel sehr komfortabel, wenn auch geradlinig und nüchtern eingerichtet. Liebhaber plüschiger Hotels aus dem letzten Jahrhundert sind hier definitiv falsch.

Der größte Pluspunkt ist die Lage: Direkt am Hafen (maritimes Flair und fußläufig zur Coty und zu den ganzen Fischläden der Cuxhavener Fischmeile. Wir nutzen die Nähe und gönnen uns im „O Cantinho“, einem portugisischen Fischrestaurant am Hafen, eine Fischplatte: Preiswert, superfrisch und sehr lecker.

Am nächsten Morgen machen wir einen Frühspaziergang vorbei am alten Wasserturm zum Schloss Ritzebüttel. Der ehemalige Wohnsitz der Hamburger Amtmänner (ja, Cuxhaven gehörte mal zu Hamburg…) stammt zum Teil aus dem 14. Jahrhundert und steht in einem schönen, der Öffentlichkeit zugänglichen Park. Apropos Park: Nach unserem Rückweg durch die noch verschlafene Fußgängerzone kommen wir wieder durch eine Grünanlage. Eine alter Frachtsegler erinnert daran, dass hier am Landwehrkanal einmal die Schiffe be- und entladen wurden. Heute befinden sich die Hafenanlagen etwas abseits der Stadt.

Zum Frühstücken geht es wieder zur Fischmeile, genauer in die „Kleine Fischkiste“, eines der vielen Fischrestaurants, in dem man auch frühstücken kann. Der Renner: Krabben mit Rührei. Unweit der „Kiste“ liegt das Bahlsen-Outlet. Wer den süßen und salzigen Sachen von Bahlsen, Lorenz und einigen anderen Marken nicht widerstehen kann, ist hier richtig. Wir shoppen etwas Zweite-Wahl-Kekse, denen man die zweite Wahl aber weder ansieht noch anschmeckt. Fabrikverkäufe haben in Cuxhaven außerdem noch die Feinkostfabrikanten Appel und Dahlhoff.

Nun droht aber schon die Rückfahrt und wir sagen hamburgisch „Tschüss Cuxhaven“.

Euer Reisezauberer

Gartenfest Corvey

Das Weltkulturerbe Schloss Corvey ist für sich schon eine Reise wert. Zu einigen Ereignissen bekommt man sogar Zutritt zu den umfangreichen Gartenanlagen, so z.B. zum Gartenfest. Für drei Tage verwandeln über 100 Aussteller und Händler die Gärten, Parks und Wiesen in einen Markt rund um Garten, Kunstgewerbe und Kulinarik.

Wir waren da und haben uns über die engen Wege und durch die Besuchermassen gequält. Vielleicht haben wir mit dem Sonntag ja auch den aufkommensstärksten Tag erwischt. Egal, denn schön war´s doch. Wer sich an den angebotenen Sachen für Haus, Garten, Auge und Magen nicht sattsehen kann, der ist hier richtig.

Übrigens: Anreise mit Busreisegruppe hat echte Vorteile: Man kommt direkt vor dem Eingang an, während die PKW-Fahrer allzu oft mit dem Stoppelfeld vorlieb nehmen müssen. Gott sei Dank hat es nicht geregnet, sonst wäre der Traktoreinsatz unausweichlich gewesen.

Euer Reisezauberer

Oberitalien, Tag 6

Heute nehmen wir Abschied von Padua. Über die Autostrada geht es Richtung Verona. Hier bekommen wir bei einer Rundfahrt einen ersten Eindruck von den Kulturschätzen der Stadt. Aber ins Herz der Stadt geht es nur zu Fuß (jedenfalls für Touristen, einheimische PKW und Roller gibt es reichlich).

Wir gehen am römischen Theater vorbei über die Römerbrücke ins Zentrum. Hier am Rand gibt es noch beschauliche Wohnlagen mit Blick auf die Etsch und ohne Touristengewimmel. Das bekommen wir einige Meter weiter, ertragen es aber gern. Die mindestens 500, teilweise sogar über 2000 Jahre alten Gebäude entschädigen uns dafür. Besonders schön ist die Piazza delle Erbe mit ihren Marktständen (Nepp inklusive) und natürlich die gut erhaltene römische Arena, die auch heute noch Veranstaltungen beherbergt. Selbstverständlich drängeln wir uns auch in den Hof des Hause von Julia, deren tragische Liebesgeschichte mit Romeo (das Haus seiner Familie haben wir auch gesehen) in Verona stattfand.

Nachdem jeder noch ein bisschen auf eigene Faust durch die Stadt schlendern konnte, gehen wir zurück zum Bus. Nächste Station ist Sirmione, die Perle des Gardasees (Zitat des römischen Dichters Catull). Der Gardasee ist mit ca. 370 Km² übrigens der größte See Italiens. Zunächst machen wir eine Bootsfahrt um die Halbinsel. Der Beginn ist etwas abenteuerlich, denn der Lago di Garda führt Hochwasser und der Bootsanleger ist darauf nicht ausgerichtet. Etwas schwankend aber sicher gehen alle an Bord. Wir fahren rund um die Halbinsel, sehen die Villa der Maria Callas und die Grotten des Catull. So werden die Ruinen einer römischen Villa mit 20.000 Quadratmetern (!) Grundfläche bezeichnet, der größten bekannten ihrer Art in Oberitalien.

Ein paar Bootslängen weiter kommen wir zur Thermalquelle, die sich nahe Sirmione im Gardasee befindet. Der unter Wasser liegende Anschluss ist zwar nicht sichtbar, macht sich aber durch Gasblasen an der Oberfläche bemerkbar. Bevor wir zum Schluss der Fahrt kommen, passiert unser Boot die Zugbrücken der Scaligerburg von Sirmione. Durch das Hochwasser muss man mächtig den Kopf einziehen und man versteht, warum die Touristenboote hier so flach sind.

Unsere Gästeführerin zeigt uns noch den kleinen Ort und die wichtigste Kirche. Es bleibt aber genug Zeit für ein Eis, das hier buchstäblich alle 20 Meter angeboten wird. Am Bus zurück gibt es noch eine „Gardaseetaufe“ mit einem Glas Sekt (innerlich angewendet).

Von Sirmione aus fahren wir nach Dossobuono, einen Vorort von Verona, wo sich unser verkehrsgünstig gelegenes Hotel befindet, denn morgen müssen wir schnell auf der Autostrada sein. Wie immer krönt ein leckeres Abendessen den Tag.

Euer Reisezauberer

Saisoneröffnung Spreewald/Lausitz/Oberlausitz, Tag 3

Unser dritter Tag für uns zunächst tief in das Lausitzer Braunkohlerevier. Wir fahren zum Besucherbergwerk „F60“ bei Lichterfeld. Es ist kein gewöhnliches Bergwerk sondern eine Förderbrücke, mit der hauptsächlich der Abraum des Tagesbaus Klettwitz-Nord bewegt wurde. Über 500 Meter lang und am höchsten Punkt 80 Meter über der Erde (Aussichtspunkt: 74 Meter). 11.000 Tonnen Stahl mit kurzer Geschichte, denn die Anlage ist nur 15 Monate in Betrieb gewesen. Mit der Umstellung vieler Heizungen auf andere Brennstoffe als Braunkohlebriketts wurde der Tagebau geschlossen. Wir machen uns auf die insgesamt 1.300 Meter Fußweg über den Stahlgiganten. Bis auf die ersten Abschnitte mit vielen Stufen ist der Aufstieg nicht beschwerlich. Unsere Führerin erklärt die Anlage toll und mit jedem Höhenmeter wird die Aussicht besser. Im Anschluss an die Führung treffen wir uns zu zünftiger Gulaschsuppe in der Kantine der „F60“ (die Bezeichnung kommt übrigens von der Förderhöhe von 60 Metern). Die Anlage, der „liegende Eiffelturm der Lausitz“, ist wirklich eine einmalige Attraktion, auch wenn die Geschichte der Industrie in der Lausitz nicht ganz glücklich ausgeht.

Von Lichterfeld aus fahren wir entlang der Grenze zwischen Brandenburg und Sachsen nach Bad Muskau. Hier liegt das Stammschloss des Fürsten Pückler, dem wir nicht nur das berühmte Speiseeis sondern auch einen wunderschönen, großen Landschaftspark verdanken. Wir schlendern geführt eine Weile durch den Park, der sich beiderseits der Neiße erstreckt und damit heute zum Teil in Polen liegt. Aber in diesem Jahrtausend wurden die beiden Brücken erneuert, so dass man problemlos die Flussseiten wechseln kann. Auch das Schloss ist erst in jüngster Zeit wieder aufgebaut worden. Davor hat es viele Jahre als Brandruine dagestanden.

Nicht weit vom Park befindet sich der Bahnhof der Muskauer Waldbahn. Diese Schmalspurbahn war früher eine reine Gütereisenbahn, weshalb der Begriff „Bahnhof“ etwas zu relativieren ist. Kein Stellwerk, kein Shopping-Center, sondern einfach ein paar Gleise im Gras. Nachdem in den Siebzigerjahren der kleinteilige Braunkohleabbau in dieser Region aufgegeben wurde, stand die Bahn erstmals vor dem Aus. Tontransporte für eine Ziegelei brachten weitere 15 Jahre Betrieb. Aber auch hier war nach der Wende Schluss. Bereits nach der ersten Krise haben Eisenbahnfreunde begonnen, nicht mehr benötigte Materialien zu sammeln und so begann nach der Stilllegung die Umstellung auf Museumsbetrieb. Erst seit der erneuten Betriebsaufnahme gibt es überhaupt Personenwaggons. Und so zuckeln wir heute mit maximal 20 Km/h die Strecke von Bad Muskau nach Weißwasser und nachdem die Lok umgesetzt hat (und ein paar Fotos geschossen waren) weiter nach Kromlau. Hier hat uns unser Bus wieder aufgelesen für die Rückfahrt nach Cottbus. Ein schöner Tag geht zu Ende.

Euer Reisezauberer

Dänemark zum Jahreswechsel, Teil 2

Frohes neues Jahr. Zu Neujahr geht es weiter mit unserem Dänemark-Kurztrip und zwar mit dem Highlight: Kopenhagen. Vom Ferienhaus in Lojt sind es knapp 300 Km in die dänische Hauptstadt. Seit einigen Jahren ist der Landweg komplett und man muss nicht mehr per Fähre übersetzen. Kopenhagen liegt auf der Insel Seeland. Auf dem Weg dahin muss man noch die Insel Fünen überqueren. Lillebelt und Storebelt heißen die beiden Ostseearme, die wir überqueren müssen. Der Storebelt (zu deutsch: Großer Belt) wird auf einer 18 Km langen, mautpflichtigen Brücke überquert. Ein beeindruckendes Bauwerk und die Ostsee gebärdet sich bei der steifen Briese ganz schön wild. übrigens gibt es auch auf Fünen (Ladby) und Seeland (Trelleborg) tolle Wikingermuseen.

Ein Besuch in der Kopenhagener Touristinformation stattet uns mit der notwendigen Information aus und nach einem kurzen Imbiss (Pizza all you can eat…) starten wir unsere Stadtrundfahrt. Immerhin verfügt Kopenhagen allein über drei Königsschlösser. Das erste ist Schloss Rosenborg. Leider versteckt es sich ein wenig vor den Blicken der Autofahrer aber der Park drumrum ist sehr schön und für die Öffentlichkeit freigegeben. Direkt gegenüber befindet sich der botanische Garten mit dem gläsernen Palmenhaus.

Unser Weg führt uns dann zur Hauptsehenswürdigkeit, der „kleinen Meerjungfrau“. Das bronzene Denkmal ist unscheinbar aber durch eine gute Beschilderung leicht zu finden. Für mehr als ein paar Fotos reicht es heute nicht, denn der Wind bläst einen hier fast weg. Weiter geht es zum Kreuzfahrthafen. Bis zu 18 Kreuzfahrtriesen können an den Liegeplätzen festmachen. Einige davon am eigens dafür errichteten neuen Kreuzfahrtpier, wo es sogar eigene Empfangshallen gibt. Auch hier schlagen die Ostseewellen mit Macht gegen die Kaimauer und bilden sogar kleine Eiszapfen.

Nächstes Ziel, zweites Schloss. Amalienborg gruppiert sich mit mehreren Gebäuden um einen zentralen Platz, den man sogar mit dem Auto befahren kann. Unifomierte Wachsoldaten wie aus dem Bilderbuch marschieren auf und ab und lassen sich auch mit den Touristen fotografieren. Kurz vor Geschäftsschluss noch ein Besuch im Shop und wir verlassen die tolle Anlage wieder. Das Königin Margarethe zu hause ist, sieht man übrigens an der aufgezogenen Flagge. In unmittelbarer Nähe befindet sich die Marmorkirche mit der größten Kirchenkuppel Skandinaviens.

Langsam wird es dunkel. Genau richtig für Nyhavn, ein altes Hafenbecken, um das herum sich zahlreiche Kneipen und Lokale drängen. Ein paar Stufen runter und wir landen in einem urigen Keller, in dem es frisch gezapftes dänisches Bier gibt.

Letzte Sehenswürdigkeit unseres Kopenhagen-Tages ist Schloss Christiansborg. Es beherbergt heute das Parlament „Folketing“, das oberste dänische Gericht und den Dienstsitz der Königin. Alle drei Staatsgewalten unter einem Dach. Das gibt es europaweit kein zweites Mal.

Zeit den Rückweg anzutreten, der uns wieder über die großen Brücken führt, die auch bei Dunkelheit beeindruckend sind.

Am nächsten Tag räumen wir unser Ferienhaus auf, packen und machen uns wieder auf den Heimweg, nicht ganz frei von Staus, Umleitungen und Wetterkapriolen. Zwei Stunden zusätzlich müssen wir investieren. Schöne Reise und trotzdem ist man bei Kälte und Schneefall froh, wenn man wieder zu hause ist.

Euer Reisezauberer