Toskana 2019: Tage 6 und 7

Heute heißt es Abschied nehmen von unserem Nachtigallenhof, der Fattoria degli Usignoli. Wir genießen noch einmal das Frühstücksbüffet und den Ausblick ins Tal. Wenig später windet sich unser Dreiachser wieder die schmale Straße Richtung Arno hinab. Wir nehmen eine landschaftlich schöne Nebenstrecke, so dass wir noch etwas von der Toskana mitbekommen.

Erstes Etappenziel des Tages ist Modena. Die Heimat des berühmten Balsamico-Essig lädt mit ihrer historische Innenstadt zum Bummeln ein. Aber mehr als eine Mittagspause ist erstmal nicht drin, denn vor uns liegt noch ein Abstecher zum Gardasee. Italiens größter See und die am Ufer liegende Weinstadt Bardolino enpfangen uns bei herrlichem Sonnenschein. Die Uferpromenade ist voller Menschen. Aber das Treiben ist längst nicht so hektisch wie noch in Florenz. In den Gassen des Ortes gibt es schöne Geschäfte, Cafés und Restaurants. Aber mit Blick auf den See ist es natürlich am schönsten.

Von Bardolino aus geht es zurück auf die Autostrada und über Trient (und unter der Seilbahn nach Sardagna hindurch) fahren wir wieder nach Levico Therme. Und sogar das Spezialitätengeschäft gegenüber dem Hotel hat noch geöffnet. Ein spontaner Kaufrausch ist die Folge. Na ja, die kulinarischen Besonderheiten standen ja irgendwie die gesamte Reise schon im Vordergrund. Auch ein Grund mit der nächsten Toskana-Reise nicht allzu lange zu warten.

Euer Reisezauberer

Toskana 2019: Tage 4 und 5

Einen Toskana-Rundumschlag haben wir ja gestern schon gemacht. Es wird Zeit für die Hauptstadt: Florenz. Wir fahren zunächst von unserem „Hotelberg“ herunter und dann arnoabwärts in die berühmte Wiege der Renaissance, Stadt der Medici und Heimat von rund 380.000 Florentinern.

Wir treffen unsere Stadtführerin am Rand der Innenstadt. Die gebürtige Österreicherin erweist sich als absoluter Glücksfall. Sie schafft es spielend, uns 3 Stunden lang über Florenz zu berichten, Gebäude, Geschichte und das Leben der Florentiner in den lebendigsten Farben zu beschreiben. Wir sehen natürlich die Kathedrale, das Gebäude der Uffizien, die Ponte Vecchio und noch dutzende weitere Baudenkmäler. Wir sehen aber auch, wie eng die Stadt gebaut ist. Die Straßen sind schmal und – natürlich – voller Touristen. Vor allem Kreuzfahrtgäste bemächstigen sich ab dem späten Vormittag der Toskana-Metropole. „Overtourism“ heißt das im Fachjargon. Immerhin landen wir in einem netten Restaurant in einer Seitengasse. Gutes Essen und ein wenig Ruhe beschließen den doch eher hektischen Tag in Florenz.

Am nächsten Tag dann das Kontrastprogramm. Es geht aufs Land. Wir fahren sozusagen von einer Fattoria zur anderen. Unser Ziel ist die Fattoria la Vialla, ein biologisch-dynamisch arbeitendes Landgut. Erst einmal gibt es etwas zu entdecken: Ölmühle, Weinkeller, Kornmühle, Bäckerei. Das alles findet man hier, denn die „Viallini“, wie sich die Betreiber nennen, stellen alle Leckereien selbst her, die man mit der Toskana verbindet. Im Weinkeller gibt es gleich eine Kostprobe, damit es nicht so trocken zugeht. Auch etwas Federweißen aus der gerade laufenden Lese können wir kosten. Vorbei am Hofladen, den wir am Nachmittag auch noch „überfallen“ werden, gehen wir etwas bergauf und erreichen eine lange Tafel mit karrierter Tischdecke.

Es erwartet uns ein 5-Gänge-Menü der Extraklasse. Vorweg fantastische Sektsorten und zu jedem Gagng den passenden Wein, natürlich aus eigener Produktion. Ach so: Die lange Tafel steht unter einem Feigenbaum und der Blick vom namensgebenden Landhaus la Vialla hinunter ins Arnotal ist selbst für toskanische Verhätnisse postkartenträchtig. Ach so. Nicht den Hofladen vergessen und die erworbenen Schätze im Kofferraum unseres Busses verstaut. So geht es zurück auf unseren Nahtigallenhof.

Die Strecke für den Rückweg ist nicht ganz ideal, denn die Ponte a Buriano – das ist die Arno-Brücke, die auf da Vincis Mona Lisa im Hintergrund zu sehen ist – ist leider wegen einer Baustelle für Fahrzeuge oberhalb von 7,5 t gesperrt. Machen wir nächstes Jahr, denn bei den Vialini waren wir sicher nicht zu letzten Mal.

Euer Reisezauberer

Toskana 2019: Tage 1-3

Auf geht es nach Italien, zur Neuauflage unserer Toskana-Reise. Wie immer haben wir auch dieses Mal den Reiseablauf verändert. Auch „Wiederholungstäter“ entdecken so immer wieder etwas neues.

Unser erstes Ziel heißt Levico Therme. Ein niedlicher kleiner Kurort im Trentino mit nett gestalteter Innenstadt. Fußläufig davon befindet sich unser familiengeführtes Hotel für die Zwischenübernachtung.

Am zweiten Tag geht es weiter gen Süden.  Unsere erste Etappe ist Ferrara. Die Stadt der historisch bedeutenden Familie del Este hat eine richtige Wasserburg mitten in der Stadt. Auch sonst ist es ein sehr schöner Ort für einen Zwischenstopp samt Mittagspause. Gegen Abend erreichen wir unser Hotel, die Fattoria Degli Usignoli (zu Deutsch: Nachtigallenhof). Die Fattoria ist eine wunderschöne, weitläufige Anlage mit Pools und Fernsicht. Hier gibt es leckeres Essen und wir fühlen uns schnell richtig wohl.

Der dritte Tag beschert uns den ersten Toskana-Ausflug. Wir fahren über die Autostrada zunächst nach Cortona. Die Stadt sieht man schon von weitem auf dem Berg liegen. Das deutet auf die etruskische Geschichte hin, denn die Etrusker haben ihre Städte immer auf Hügeln oder Bergen errichtet.

Von Cortona aus kann man bereits den Lago Trasimeno sehen, den drittgrößten See Italiens. An seinem Nordufer liegt Passignano sul Trasimeno. Hier besteigen wir ein Linienboot und setzen über zur Isola Maggiore. Die kleine Insel liegt schon ein wenig im Nachsaison-Dornröschenschlaf. Aber man kann durch die Hauptstraße des kleinen Inselortes schlendern. Ein paar Geschäfte und leckeres Eis gibt es auch.

Den heutigen Abschluss macht ein toskanischer Abend. Im Palazzo Bandino läuft gerade die Weinlese und wir können einen Blick in den Weinkeller werfen, in dem es bereits nach Maische riecht. Derweil wurden die Tische im Gastraum gedeckt und wir essen lecker zu Abend. Natürlich darf auch ein Glas (oder zwei…) des hofeigenen Weines nicht fehlen. Der eine oder andere nimmt auch noch ein paar Flaschen mit. Eine Besonderheit: Der Palazzo Bandino ist ein Agritourismo.  Hier werden nur eigene Produkte verarbeitet. Und weil man ein Spa auf dem Hof hat, war man gezwungen auch eigene Kosmetika herzustellen. Wunderbar duftende Seifen (z.B. mit Rotwein) und Cremes auf Olivenölbasis sind das Ergebnis.

Euer Reisezauberer

Käsemarkt Nieheim 2018

Alle zwei Jahre ist es soweit: Die kleine Stadt Nieheim in Ostwestfalen steht ganz im Zeichen des Deutschen Käsemarktes. Dutzende Käsehändler und Winzer bieten Leckereien aus Deutschland und Europa. Auch die Liebhaber von Brot, Fleisch, Wurst und Bier kommen nicht zu kurz. Außerdem haben an diesem Wochenende alle 5 Nieheimer Museen – Brot-, Schinken-, Bier-, Käse- und Sackmuseum – geöffnet und nehmen keinen Eintritt. Die ganze Innenstadt ist für den Fahrzeugverkehr gesperrt.

Wir beginnen auf der Hauptstraße, wo uns die ersten Stände mit ihren Waren empfangen. Richtig schön ist es aber vor allem in den Nebenstraßen. Hier hat man etwas mehr Ruhe zum Probieren und Shoppen. Ein Geheimtipp – na ja, die Schlange beweist, dass er gar nicht so geheim ist – ist das Brotmuseum. Hier gibt es einen Holzbackofen und die Bäckermannschaft verkauft unermüdlich superleckeres Holzofenbrot, Zucker- und Streußelkuchen sowie leckere Pizzateilchen. Nur 5 Artikel im Sortiment aber allesamt der Hammer.

Käse probieren wir aus Deutschland, Holland, Österreich, der Schweiz und Italien. Die italienischen Käsereien haben einen ganzen Straßenabschnitt für sich und man kann von Parmesan bis Pecorino und zurück die ganze Palette bekommen. Die Verständigung in Deutsch und Italienisch samt Händen und Füßen klappt gut.

Nieheim selbst verfügt auch über eine Käserei, die selbstverständlich auch auf dem Markt präsent ist. Und auch der lokale Fleischer bietet seine Waren an. Ebenfalls ein Geheimtipp!

Am späten Nachmittag machen wir uns wieder auf den Weg nach Hause. Einkaufstaschen und Mägen gut gefüllt.

Euer Reisezauberer

Thüringen-Reise, Tag 1

Wir machen uns auf nach Thüringen. Die erste Etappe geht aber erst einmal in das „Grenzland“ zu Sachsen-Anhalt. Hier liegt die Sektkellerei Rotkäppchen. Dort wird die mittlerweile meistgetrunkene deutsche Sektmarke produziert. Wie wir von unserer Gästeführerin erfahren, gehören viele andere Getränkemarken – nicht nur Sekte – auch zum „Imperium“. Die alten Kellereigebäude sind schön restauriert, auch wenn nicht ehr alles für die heutige Produktion gebraucht wird. Insbesondere der Lichthof ist toll, denn er steht heute für Veranstaltungen zur Verfügung und wird nicht mehr zum Be- und Entladen der Pferdefuhrwerke genutzt. Wir schlendern durch die Kellereianlagen, sehen das Riesenfass von 120.000 Litern, in dem früher die Cuveé aus unterschiedlichen Weinen zusammengestellt wurde. Den Abschluss bildet eine Verkostung von drei Sekten bzw. Seccos des Hauses. Lecker und mit zunehmender Dauer immer lustiger.

Nicht weit entfernt liegt Naumburg, bekannt durch seinen Dom und genau der ist auch unser Ziel. Er ist in seinem Inneren noch sehr ursprünglich aufgebaut, wie zu Zeiten seines Baus im 13. Jahrhundert. Das lange Kirchenschiff ist zweimal unterteilt, so dass die über 100 Meter Gebäudelänge kaum auffallen. Ein superkundiger und in der Geschichte bewanderter Gästeführer erklärt uns die weitläufigen Anlagen, die Kunstschätze und vor allem das Selbstverständnis der Menschen zur Zeit der Kirchengründung. Bis heute hat sich der Dom seine Unabhängigkeit bewahrt. Er gehört gemeinsam mit einigen anderen Sakralbauten einer Stiftung, die nicht nur kirchliche sondern auch wissenschaftliche und kulturelle Zwecke verfügt. So wird er auch für schulische Zwecke genutzt und bietet Raum für eine zeitgenössische Weiterentwicklung, z.B. durch eine Ausstellung neuer Kirchenfenster, die vielleicht in einige Jahren die restlichen Klarglasfenster ersetzen sollen. Unser Gästeführer erklärt dazu, dass bei aller Wahrung des Denkmalcharakters dieser Dom kein Museum ist. Faszinierend.

Im Anschluss geht es noch ein wenig über Land, denn unser Quartier liegt in der thüringischen Landeshauptstadt Erfurt. Doch davon gibt es erst Morgen ein paar Impressionen.

Euer Reisezauberer

Saisonabschluss in Franken, Tag 1

Auch die schönste Saison geht einmal zuende, bei Bus- und Gruppenreisen häufig mit einer Saisonabschlussfahrt. Unsere ging ins Frankenland. Unser erster Tag führte uns bei immer schöner werdendem Wetter zunächst nach Würzburg. Die alte Residenzstadt gehört zu den klassischen Universitätsstädten Deutschlands und ist (bei 28.000 Studenten auf 125.000 Einwohner kein Wunder) sehr lebhaft. Wir erkunden die Stadt per Stadtführung. Unsere Gästeführerin führt uns von der Residenz aus, einem Prachtbau der früher hier weltlich und kirchlich herrschenden Fürstbischöfe, in die Innenstadt. Wir sehen den Dom und das direkt daneben gelegene Neumünster. Gerade der Dom hat wechselvolle Baugeschichte hinter sich. Unterschiedliche Baustile, Folgen der totalen Zerstörung noch im Frühjahr 1945 und wirtschaftswunderliche Bausünden haben ihre Spuren hinterlassen.

Der älteste Teil des Würzburger Rathauses heißt Grafeneckard. Im Erdgeschoss gibt es eine kleine Ausstellung zur Zerstörung der Stadt im zweiten Weltkrieg. Nur einen Katzensprung entfernt liegt die alte Mainbrücke, die ein wenig an die Karlsbrücke in Prag erinnert. Würzburger Tradition ist der „Brückenschoppen“. Die Einheimischen kommen nämlich gerne bei schönem Wetter hierher und lassen sich ein Viertel Frankenwein schmecken.

Ende der Stadtführung ist am Juliusspital, einem historischen aber auf dem neuesten Stand befindlichen Krankenhaus, auf dessen Gelände Wein angebaut und gekeltert wird. Auch hier nehmen wir an einer Führung teil, in deren Verlauf es auch etwas Wein zum Probieren gibt. Leider ist unser Führer hier flexibel wie ein Amboss und unsere mehrfach geäußerten Bitten auf Rücksichtnahme auf die Gäste, die nicht ganz so gut zu Fuß sind (und schon 2 Stunden Stadtführung in den Knochen haben) oder auf Möglichkeiten, eine Toilette aufzusuchen, verhallen ungehört. Wir helfen uns (und den Gästen) so gut es geht aber der Genuss ist getrübt, zumal die betreffenden noch nichtmal einen Schoppen Wein abbekommen haben.

Immerhin darf uns unser Bus direkt auf dem Gelände abholen und so fahren wir mit etwas Verspätung gen Nürnberg. Wir übernachten im Hotel am Wöhrdersee (nein, nicht Wörtersee…). Hier werden wir nett empfangen und die Unterkunft überzeugt durch abgestimmtes Ambiente und professionellen Service. So ist auch das dreigängige Abendessen sehr gut. Also doch noch ein gelungener Abschluss des ersten Tages.

Euer Reisezauberer

Toskana-Reise, Tag 6

Der heutige Tag soll so richtig toskanisch werden. Zunächst fahren wir mit dem Bus durch die einmalige Landschaft der Balze. Das sind Felsformationen aus gelbem Sandstein, die durch Erosion als skurile Felsnasen aus dem Boden ragen. Leider können wir nicht alle Teile dieser Naturschönheiten mit dem Bus erreichen. Durch die Erklärungen unserer Reiseleiterin sind wir aber auch so gut im Bild.

Im Anschluss geht es nach Terranouva Bracciolini, eine kleine Gemeinde im Arnotal, einst von den Florentinern gegründet. Hier findet jährlich Ende September die „Fiesta del Perdono“ (Vergebungsfest) statt. Eine Mischung aus Volksfest, Landwirtschaftsausstellung, Markt und noch so einigem mehr. Die ganze Region ist hier auf den Beinen. Es wird geschlemmt, gefeilscht, gefeiert und man ist so richtig drin in der Toskana, denn diese Mega-Party ist touristisch noch nicht erschlossen. Neben den vielen Marktständen auf den für den Autoverkehr gesperrten Straßen gibt es die „Fiera degli Ucceli“, einen Vogelmarkt. Hier werden Nutz- und Ziervögel aller Art angeboten. Hühner, Enten, Tauben, Papageien, bunte Finken, Fasanen usw. Daneben gibt es Schafe, Kaninchen, Schildkröten, Zierfische und viele andere Tiere zu bestaunen. Sogar einen Wettbewerb für Vogelstimmenimitatoren gibt es. Eine tolle Veranstaltung, deren Besuch sich wirklich gelohnt hat.

Von Terranouva aus geht es wieder in Richtung unseres „Hausgebirges“ Pratomagno. Über die malerischen Orte Penna, Loro Ciuffenna, San Giustini Valdarno und Castiglion Fibocchi geht es durch Weinberge und Olivenhaine mit vielen Informationen über Land und Leute aus dem Mund unserer Reiseleiterin bis nach Arezzo. Kurz vor der Stadt passieren wir noch einmal den Arno auf einer mittelalterlichen Brücke, der „Ponte a Buriano“. Dieses unscheinbare, einspurige Brücklein, das von der Straße „Via Setteponti“, der wir den ganzen Tag über gefolgt sind, passiert wird, hat aber fast jeder schonmal gesehen, wenn auch nicht bewusst. Es befindet sich im Hintergrund der „Mona Lisa“ von Leonardo da Vinci. Dort sind übrigens auch einige Sandsteinformationen der Balze zu sehen.

Die Provinzhauptstadt Arezzo selbst ist ausgesprochen schön, im Vergleich zu Siena oder Assisi, die wir in den letzten Tagen besucht haben, aber absolut ruhig. Nun ist der Himmel auch ein wenig grau aber trotzdem geht es mit unserer Reiseleiterin auf Stadterkundung. Wir sehen Teile der alten Stadtmauern, die Dominikanerkirche mit ihrem berühmten Kreuz des Künstlers Cimabue, das Rathaus „Palazzo Communale“, die Kathedrale, die Kirche San Francesco und viele weitere historische Gebäude. Wir wandeln sozusagen aus der Zeit der Etrusker über die Römerzeit und das Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert.

Auf der „Piazza Grande“, dem Hauptplatz, erfahren wir Wissenswertes über das Reitturnier der Stadt, das wie in Siena zweimal jährlich stattfindet. Auch hier kämpfen die Stadtbezirke um die Ehre und in Arezzo um eine goldene Lanze. Mit einer Holzlanze muss dafür der Schild eines Holz-Ritters vom Pferd aus getroffen werden. Je genauer der Treffer, umso mehr Punkte bekommen die Reiter. Haken: Wer nicht schnell genug ist, wird von den drei Lederkugeln in der anderen Hand der Figur getroffen. Das gibt Abzüge. Der Stadtbezirk, der gewonnen hat, schmückt sich aus, feiert entsprechend und stellt die goldene Lanze in einem kleinen Museum aus. Man kann sich kaum vorstellen, wie dieses Turnier auf dem gar nicht so großen Platz stattfindet. Das Ambiente jedenfalls ist wunderschön mittelalterlich.

Zum Schluss (die Füße tun schon ein wenig weh) gehen wir noch in den Dom. Neben der Geschichte und einigen Legenden erfahren wir auch von Papst Gregor X., der im 13. Jahrhundert auf der Rückreise von Lyon nach Rom in Arezzo verstarb. Er hat noch auf dem Totenbett neue Regeln für die Papstwahl erlassen, die noch heute gelten und wurde im Dom von Arezzo bestattet.

Nach dem anstrengenden Tag freuen wir uns auf das Abendessen im Hotel.

Euer Reisezauberer

Toskana-Reise, Tag 5

Heute geht es früher los als an den anderen Tagen. Eine weite Fahrstrecke und ein volles Programm warten auf uns. Wit fahren zunächst Richtung Südosten zur Grenze zwischen der Toskana und Umbrien. Hier liegt mit dem Lago Trasimeno einer der größte Seen Italiens. Der Legende nach führt er soviel Wasser, weil eine Nymphe um ihren ertrunkenen Prinzen geweint hat.

Der See gehört bereits zum Einzugsbereich von Perugia. Dort sammeln wir unsere Reiseleiterin ein, die uns schon gestern begleitet hat. Sie führt uns nach Assisi, der Stadt des heiligen Franziskus. Die Stadt ist voller Menschen, Gläubige und Touristen. In der Franziskus-Basilika, die eine Päpstliche Kirche ist und daher zum Vatikanstaat gehört, finden um 90-Minuten-Takt Gottesdienste statt. Links und rechts der Gemeindemitglieder drängt sich der Besucherstrom Richtung Krypta und auf der anderen Seite wieder hinaus. Eine feierliche Stimmung mag angesichts des Andrangs nicht recht aufkommen.

Trotzdem sind die Basilika und die anderen toll erhaltenen bzw. restaurierten Gebäude der Stadt absolut sehenswert, genauso wie der Ausblick auf die Umgebung, denn Assisi liegt an einem Berghang und das ganze Umland liegt uns zu Füßen. Wir nehmen einen kleinen Mittagssnack, bestaunen noch zwei zeitgleich stattfindende Hochzeiten und schlendern durch die historischen Gassen langsam zum Busterminal.

Von hier aus geht es zurück nach Perugia. Die Stadt haben wir von Assisi aus bereits gegenüber liegen sehen. Nachdem uns der Bus abgesetzt hat (er darf wie in Assisi und vielen anderen italienischen Städten nicht im Zentrum bleiben), bringt uns ein ausgeklügeltes System von Rolltreppen zur Altstadt hinauf. Die Rolltreppen enden direkt in den Gebäuden des alten Perugia. Die Szenerie erinnert mich an den Buchtitel „Mit dem Fahrstuhl in die Römerzeit“. Die Altstadtstraßen sind hier etwas großzügiger als in Assisi. Wir erfahren, dass die Einwohner auf den Status ihrer Stadt als Provinzhauptstadt immer viel Wert gelegt haben und die Stadt auch früher gegen die Nachbarn aus Arezzo, Siena, Florenz und nicht zuletzt gegen päpstliche Truppen kämpfen musste. Dabei wurde auch Beute gemacht, wie z.B. die Marmorplatten am Dom, die man anlässlich eines Feldzugens aus Arezzo mitbrachte. leider haben sich die Arettini des größten Teil wiedergeholt, so dass der Dom bis heute unvollendet ist.

In Perugia konnten wir auf einem Flohmarkt stöbern, in der ältesten Konditorei der Stadt etwas Leckeres erstehen und erneut die Aussicht auf die Umgebung (und auf Assisi…) genießen. Den Rückweg zum Bus treten wir mit der Minimetro an, einem Fahrerlosen Zugsystem, dessen Kabinenbahnen von einem Seilzug angetrieben werden. Nach 7 Stationen ist man den gesamten Hang herunter bis zum Busparkplatz gefahren. Sehr bequem. Das System wird übrigens auch von den Einheimischen stark genutzt und verbindet Unter- und Oberstadt. die großen Wohngebiete und den Bahnhof miteinander.

Am Eingang zur Minimetro verabschieden wir unsere Reiseleiterin und machen uns auf den Weg zurück in die Toskana. Arrivederci Umbria. Hinter dem Lago Trasimeno geht es rechts weg nach Castiglion Fiorentino. Dort sind wir auf einem Agriturismo zum Abendessen verabredet. Agriturismi verarbeiten ausschließlich regionale Produkte aus der Toskana, so dass sie sich von „normalen“ Gaststätten unterscheiden. Auch die Atmosphäre ist eine besondere, denn auf einem Erzeugerbetrieb, zumal auf einem biologisch dynamischen, geht es etwas urspünglicher zu. Das 3-Gänge-Menü und die Weine jedenfalls sind spitze. Es hat uns sehr gut gefallen und einige nehmen sich noch einen oder zwei Kartons Wein als Andenken mit.

Zurück geht es an Arezzo vorbei auf möglichst direktem Weg ins Hotel nach Laterina. Toskana bei Nacht sozusagen. Bis morgen.

Euer Reisezauberer

Toskana-Reise, Tag 4

Nach der „Fressorgie“ von gestern gibt es heute wieder etwas Kultur. Wir fahren Richtung Siena und unsere Reiseleiterin Silvia erklärt uns Geschichte der Stadt und das Selbstverständnis ihrer Bürger. Diese sind in Siena in Stadtvierteln organisiert, den Contraden. Die Contraden sind ein lebenslanges soziales Netz für die dort geborenen und der starke Zusammenhalt bricht sich in den Pferderennen um das Palio Bahn. Um diese Tuch und natürlich um die Ehre kämpfen 10 Contraden (von 17) zweimal im Jahr auf dem Hauptplatz, der Piazza del Campo. Ohne Sattel versuchen die Reiter das Pferd ihrer Contrade als erstes ins Ziel zu bringen. Das Pferd zählt dabei alles, der Reiter nichts (auch wenn er dabei bis zu 200.000 Euro verdienen kann).

Aktuell ist die „Contrade des Waldes“ Palio-Sieger und das Stadtviertel ist mit Fahnen und Lampen geschmückt. Überhaupt ist Siena eine unglaubliche Ansammlung historischer Gebäude. Es dominiert die Gotik. Das Rathaus mit dem Weltbekannten Campanile und der Dom, der einst der größte der Welt werden sollte (leider nicht fertig geworden) mit seiner Fassade aus weißem und schwarzem Marmor ragen heraus. Sehenswert. Außerdem gibt es ganz viel Geschäfte, meist inhabergeführt. Vor allem für den Gaumen wird viel geboten: Pizza, Kuchen, Kekse, Eis und natürlich Wein aus dem Chianti sind an jeder Ecke zu haben und immer richtig lecker.

Apropos Chianti. Nach unserer Stadtbesichtigugn bringt uns der Bus ins Chianti-Gebiet. Wir fahren nach Castellina in Chianti, ein mittelalterliches Dorf, quasi ein Siena für die Westentasche. Superschön und gemütlich und mit einer tollen Aussicht auf die Hügel des Chianti. Wir kaufen bei einem Konditor etwas Süßes und auch ein Eis rutscht noch die Kehle runter.

Über Radda in Chianti und Castelnuovo Baradenga geht es zurück zum Treffpunkt, wo wir unsere Reiseleiterin verabschieden. Auf dem Weg dorthin fahren wir durch Weinberge und Olivenhaine, vorbei an Weingütern und Schlössern und lassen das Chianti so richtig auf uns wirken. Eine atemberaubende Landschaft, wie es schon das Motto unserer Reise versprach.

Zurück im Hotel erwartet uns ein leckeres Menü und wir tauschen bei ein paar Karaffen Wein die Erlebnisse des Tages aus. Fazit: Toller Tag bei Sonnenschein.

Euer Reisezauberer

Toskana-Reise, Tag 3

Heute ist der erste reine „Toskana-Tag“. Schon das Frühstück ist lecker und schön landestypisch. Unsere Reiseentfernung zum ersten (und wie sich herausstellen wird einzigen) Tagesziel beträgt rund 5 Km. Wir fahren zur Fattoria la Vialla, einem Bio-Landgut, das in Deutschland vielen bekannt ist, denn die Erzeugnisse wandern oft über die Alpen zu den „Nordlichtern“.

Wir erleben eine Führung über das Gelände. Allerdings sehen wir nur einen Ausschnitt der vielen tausend Quadratmeter, die die Fattoria umfasst. Unsere Führerin Pamela zeigt uns zunächst die kleine Mühle, die schon etliche Jahre auf dem Buckel hat aber bis heute täglich im Einsatz steht. Das Mehl geht nach nebenan, wo wir die Produktion der leckeren Kekse beobachten können. Die Backöfen werden übrigens traditionell mit Holz beheizt und das Ergebnis dürfen wir probieren. Lecker.

Einen Raum weiter geht es wenigr beschaulich zu. Die Küche der Fattoria, in der alle Soßen, Marmeladen etc. hergestellt werden, ist schon High-Tech. Auch hier dürfen wir das Ergebnis des Tages, ein Tomatensugo, probieren. Gegenüber der Küche werden die Kekse verpackt. Auch hier: Alles Handarbeit.

Nächste Station der Führung war der Weinkeller. Hier lagern die Weine der Fattoria in Holzfässern. Wenn ich richtig verstanden habe, liegen hier 450.000 Liter. Wir bekommen natürlich einen Rotwein zum Kosten, nein sogar zwei. Auch lecker. Direkt nebenan liegt die Ölmühle. Hier wird ab Oktober wieder das leuchtend grüne Olivenöl gepresst. Wir haben wenigsten ein bisschen beim Abfällen der Lagerbestände zuschauen dürfen.

Von der Ölmühle aus geht es ein wenig bergan, wieder an Küche und Backstube vorbei sowie am Hofladen bis zum Hauptgebäude der Fattoria la Vialla. Hier erwartet uns ein Menü, das uns die nächsten viereinhalb Stunden (kein Scherz) beschäftigen sollte. Zunächst gab es Antipasti der verschiedensten Art und verschiedene Schauweine als Apperitiv. Wie wir erfahren sollten, zählte dieser Gang beim Fünf-Gänge-Menü noch nichtmal mit.

Erster Gang waren wieder Antipasti, nur das es jetzt an der langen Tafel unter den Bäumen weiter ging. Gemischte Crostini, ein Eiergericht und der passende Weißwein. Als nächstes schlossen sich Penne an, also die traditionelle Pasta der Gegend.

Rotwein kam als Begleiter des geschmorten Lamms zum Einsatz. Auch der Hammer. Dazu (oder danach?) gab es Kartoffeln und Karotten sowie gemischten Salat. Und ein wenig Wein gab es auch…

Da man uns ohne Dessert nicht gehen lassen wollte, kamen noch hausgebackene Kuchen und Kekse auf den Tisch mit starkem italienischem Kaffee. Und so saßen wir noch lange an der langen Tafel unter den Bäumen und ließen aus die Sonne auf den Pelz scheinen.

Und ganz zum Schluss stand noch ein Besuch im Hofladen an, um ein paar ess- und trinkbare Andenken zu erstehen.

Fazit des Tages: Ganz, ganz selten so lecker gegessen und über einen so langen Zeitraum soviel Spaß gehabt und einfach genossen. Ach so: Von der Fatoria aus ging es zurück ins Hotel, wo erneut ein mehrgängiges Essen auf uns wartete. Mann o Mann.

Euer Reisezauberer