Tagesfahrt nach Amsterdam

So fünf Stunden muss man schon einrechnen, wenn man mit dem Bus Amsterdam erreichen möchte. Aber der Versuch, das an einem Tag hinzubekommen, lohnt sich. Bei bestem Wetter gönnen wir uns einige schöne Stunden in der Hauptstadt der Niederlande.

Die Grachten, der Königspalast, das Anne-Frank-Haus (leider nur mit langer Voranmeldung), China-Town, das Jordaan-Viertel mit seinen Gassen und Geschäften, die neue Oper, das Kaufhaus „De Bijenkorf“ und und und. Die Stadt ist voller Sehenswürdigkeiten, die man längst nicht in einen Tag packen kann.

Eine Fahrt über die Grachten (ca. 1 oder 1,5 Std.) ist unbedingt zu empfehlen. Man gewinnt eine neue Perspektive auf die Stadt und versteht, warum die Amsterdamer so gerne am und auf dem Wasser sind. Hunderte Hausboote, die an den Ufern festgemacht sind, legen davon Zeugnis ab. Ebenfalls mit dem Thema Wasser kann man den Blumenmarkt in Verbindung bringen. Er ist schwimmend ausgeführt und die Stände ragen ein Stück in die Singel-Gracht hinein.

Eine weitere Besonderheit sind die vielen Fahrräden, die „Fietsen“. An mehrspurige Radwege, Fahrradparkhäuser (teilweise auch schwimmend in den Grachten) und das ständige Klingeln der bevorrechtigten Radfahrer muss man sich erstmal gewöhnen. Dafür gibt es Bereiche nahezu ohne Autoverkehr und da ist selbst eine quirlige Stadt wie Amsterdam beschaulich und ruhig.

Abschließend gönnen wir uns noch eine Fahrt über die IJ, den Flussarm, der Amsterdam von seinen nordöstlichen Stadtteilen trennt und der den Hafenaufnimmt. Hier verkehren Fähren für Radfahrer und Fußgänger im Abstand von wenigen Minuten. Alle sind voll besetzt und die Überfahrt ist gratis. Von gegenüber gibt es wieder eine neue Perspektive. Man kann auf die Aussichtsplattform Shell-Tower klettern oder sich einfach in den Garten des Restaurants am Anleger setzen und dem Treiben auf dem Wasser zuschauen.

Fazit: Wir kommen wieder.

Euer Reisezauberer

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Messe Nadel und Faden in Osnabrück

Alljährlich lädt die Osnabrück-Halle zur Handarbeitsmesse „Nadel und Faden“. Alles, was man sich aus Garn und Stoff vorstellen kann, gibt es zu bestaunen (und auch zu kaufen): Stoffe, Garne, Wolle, Bekleidung, Deko, Teppiche und das passende Werkzeug zum Nähen, Stricken, Sticken, Häkeln etc. etc.

Die Messe ist eine feste Größe im Kalender vieler interessierter Gäste und Hobby-Handarbeiter(innen). Wer nach dem anstrengenden Messetag noch Lust hat ein wenig zu bummeln, der kann sich die Stadt Osnabrück ansehen. Eine große Fußgängerzone, viel Gastronomie und noch viele inhabergeführte Geschäfte laden ein und an mancher Stelle gibt es sogar einen Messerabatt anlässlich der „Nadel und Faden“.

Natürlich bietet eine der Städte des Westfälischen Friedens auch historisch und kulturell so einiges. Z.B. bereitete man sich an unserem Reisetag beim historischen Rathaus auf den „Tag der Kulturen“ vor, der am Abend begann. Viele Musikgruppen und Stände unterschiedlicher Nationalitäten Und ein paar versteckte Ecken und Grünanlagen (wie auf dem Foto) gibt es auch.

Fazit: Wir kommen wieder!

Euer Reisezauberer

Käsemarkt Nieheim 2018

Alle zwei Jahre ist es soweit: Die kleine Stadt Nieheim in Ostwestfalen steht ganz im Zeichen des Deutschen Käsemarktes. Dutzende Käsehändler und Winzer bieten Leckereien aus Deutschland und Europa. Auch die Liebhaber von Brot, Fleisch, Wurst und Bier kommen nicht zu kurz. Außerdem haben an diesem Wochenende alle 5 Nieheimer Museen – Brot-, Schinken-, Bier-, Käse- und Sackmuseum – geöffnet und nehmen keinen Eintritt. Die ganze Innenstadt ist für den Fahrzeugverkehr gesperrt.

Wir beginnen auf der Hauptstraße, wo uns die ersten Stände mit ihren Waren empfangen. Richtig schön ist es aber vor allem in den Nebenstraßen. Hier hat man etwas mehr Ruhe zum Probieren und Shoppen. Ein Geheimtipp – na ja, die Schlange beweist, dass er gar nicht so geheim ist – ist das Brotmuseum. Hier gibt es einen Holzbackofen und die Bäckermannschaft verkauft unermüdlich superleckeres Holzofenbrot, Zucker- und Streußelkuchen sowie leckere Pizzateilchen. Nur 5 Artikel im Sortiment aber allesamt der Hammer.

Käse probieren wir aus Deutschland, Holland, Österreich, der Schweiz und Italien. Die italienischen Käsereien haben einen ganzen Straßenabschnitt für sich und man kann von Parmesan bis Pecorino und zurück die ganze Palette bekommen. Die Verständigung in Deutsch und Italienisch samt Händen und Füßen klappt gut.

Nieheim selbst verfügt auch über eine Käserei, die selbstverständlich auch auf dem Markt präsent ist. Und auch der lokale Fleischer bietet seine Waren an. Ebenfalls ein Geheimtipp!

Am späten Nachmittag machen wir uns wieder auf den Weg nach Hause. Einkaufstaschen und Mägen gut gefüllt.

Euer Reisezauberer

Auf den Spuren der Hanse, Tag 5

Auch Abreisetage sind Reisetage. Und so haben wir uns auch am letzten Tag einige Programmpunkte vorgenommen. Zunächst geht es in die Landeshauptstadt Schwerin, genauer gesagt zum Schloss, das hier zugleich den Landtag beherbergt. Wir bekommen einen Einblick in die wechselvoll Geschichte des Bauwerks. Da die Mecklenburgischen Herzöge schon lange nicht mehr „im Amt“ sind und auch die ehemalige DDR wenig für adelige Prachtbauten übrig hatte, gab es hier viele Nutzungen. So war auch z.B. eine Kindergärtnerinnenschule in den prächtigen Säälen untergebracht. Heute ist das Schloss nicht nur Landtag sondern auch Museum und viele Teile sind schon perfekt wiederhergstellt.

Von Schwerin aus geht es gen Mittagspause nach Dömitz. Das kleine Städtchen an der Elbe hat seinen Hafen touristisch richtig aufgerüstet. Im Restaurant lassen wir uns ein leckeres Essen schmecken und vom Panorama-Café aus kann man weit gucken, u.a. auf die seit Ende des zweiten Weltkrieges zerstörte Eisenbahnbrücke.

Die letzte Station und sogar noch einmal eine Hansestadt ist Salzwedel. Hier ist es nur ein kurzer Stopp. Jedoch reicht die Zeit um zu verstehen, wo der Unterschied zwischen den Welterbe-Hansestädten Wismar und Stralsund und eben Salzwedel in der Altmark liegt. Es gibt hier genauso tolle historische Häuser. Nur fließt hier nicht so viel Geld für ihre Restaurierung. Schade.

Euer Reisezauberer

Unser längster Tagesausflug führt uns – natürlich – zunächst in eine Hansestadt. In Stralsund lassen wir uns ein Stündchen durch die Stadt führen. Neben dem weltberühmten Rathaus mit seiner Schaufassade lernen wir vor allem das berühmteste Fischgeschäft kennen. Hier nämlich wurde der Bismarckhering erfunden. Ein altes Familienrezept für den sauer eingelegten Hering wurde einst an einem Geburtstag des „eisernen Kanzlers“ auf dessen Namen getauft und von ihm persönlich per Urkunde verbrieft. Schnell hat man im Geschäft gemerkt, dass eine Reisegruppe vor der Tür steht und alle durften einmal probieren.

Über die moderne Rügenbrücke geht es auf Deutschlands größte Insel. Früher musste man noch den Rügendamm nutzen. 20 Minuten pro Stunde geöffnete Klappbrücke inklusive. Wir fahren zunächst in den westlichen Inselteil auf den Erlebnishof von Bauer Lange. Vor allem für Familien und Kinder wird hier viel geboten. Aber auch wir finden den angepeilten Mittagssnack.

Die nächste Busstrecke dauert etwas länger, denn wir fahren an die Nordspitze nach Kap Arkona. Viel touristischer Nepp und nur mit der Arkona-Bahn, einer Bimmelbahn, zu erreichen. Die Aussicht wird leider durch dichte Baum- und Buschreihen eingeschränkt und die Ausschilderung hält mit den zunehmenden Kantenabbrüchen nicht Schritt.

Weiter geht es über Prora, das ehemalige „Seebad der 20.000“, das in der Nazizeit durch die Kraft-durch-Freude-Organisation begonnen aber nicht fertiggestellt wurde. Mehrere Kilometer Wohnblock hätte die Anlage umfasst. Später Kaserne werden die Blocks heute durch eine Jugendherberge und Ferienwohnungen genutzt. Es schließt sich das mondäne Binz an. Hier gibt es u.a. auch eine Schmalspurbahn ähnlich dem „Molly“ von gestern.

Letztes Ziel am Wegesrand ist Putbus, die Rosenstadt, in der über 400 hochstämmige Rosenbüsche blühen. Sie stehen u.a. am „Cirkus“, einem der beiden weltweit letzten Anlagen dieser Art mit großem bepflanzten Rondell, Obesliken in der Mitte und wunderschönen weißen Häusern drumherum. Die Familie derer zu Putbus hat hier baulich ganze Arbeit geleistet, auch wenn das eigentliche Schloss nicht mehr existiert.

Auf der Rügenbrücke schließt sich der Kreis und wird fahren zurück nach Rostock, denn immerhin wartet noch einmal ein Abendbüffet auf uns.

Euer Reisezauberer

Auf den Spuren der Hanse, Tag 3

Der nächste Reisetag, die nächste Hansestadt. Heute ist Wismar an der Reihe. Etwas übersichtlicher als die „großen Schwestern“ Hamburg oder Rostock aber mit einer sehr schönen Innenstadt gesegnet, die zum Weltkulturerbe gehört. Wir erkunden die Stadt mit einer Stadtführung. Nicht nur wir sondern eine Menge mehr Menschen sind auf die Idee mit einem Wismar-Besuch gekommen. Es sind „Schwedentage“, denn bis 1903 war Wismar schwedisch verwaltet. Bei einem „Schwedenlauf“ rennen junge Menschen auf der Jagd nach Bestzeit durch die Stadt, der „Schwedenweg“ hingegen ist ein Festumzug mit Musik und historischen Kostümen. Und natürlich gibt es an jeder Ecke Speis und Trank.

Im Anschluss fahren wir einige Kilometer ostwärts die Küste entlang bis ins Seebad Kühlungsborn. Hier startet „der Molly“, eine 900mm-Schmalspurbahn mit einem fahrplanmäßigen Regelbetrieb mit Dampflok. Dennoch ist die Fahrt ins benachbarte Bad Doberan sehr geruhsam und lässt einen trotz der Geräusche der Lok und der quietschenden und ratternden Waggons richtig abschalten. In Bad Doberan übrigens fährt die Bahn direkt durch die Innenstadt. Nicht etwa auf einem eigenen Bahndamm sondern mitten auf der Straße. Ein tolles Erlebnis.

Wir bleiben noch einen Moment in Bad Doberan und sehen uns das Münster mit einer Führung an. Hochinteressant sind die Bezüge zwischen kirchlicher und weltlicher Politik, zwischen der Gestaltung des Gotteshauses und dem Leben der früheren Mönche und Adlingen. Außerdem ist das Doberaner Münster rein baulich ein Hingucker und man rechnet in einem Ort dieser Größe nicht mit einer Kirche von solcher Bedeutung, immerhin ist sie auch Grablege der Mecklenburgischen Herzöge. Für den Weserbergländer ganz nett: Das damalige Kloster Doberan war ein „Ableger“ des Klosters Amelungsborn (Landkreis Holzminden).

Von Bad Doberan aus geht es zurück nach Rostock. Bevor wir wieder ins Hotel fahren, geht es noch zum Essen. Unser Gasthaus ist die Brauereigaststätte Zum alten Fritz. Hier gibt es zig Sorten Bier und ein leckeres deftiges Essen, gekrönt von einer roten Grütze als Dessert.

Ein schöner Tag geht zu Ende.

Euer Reisezauberer

Auf den Spuren der Hanse, Tag 2

Heute liegt das Reiseziel nah: Es ist Rostock. Wir beginnen wenige Minuten vom Hotel entfernt mit einer Stadtrundfahrt. Wenn man sonst Rostock nur als Hafenstadt wahrnimmt, erfahren wir nun einiges über die Industrie- und Universitätsstadt, über die Altstadt mit über viele Meter erhaltener Stadtmauer und über die historischen Gebäude aus Bauhaus und Jugendstil in den Stadtteilen, die im frühen 20. Jahrhundert hinzugekommen sind. Unsere original-einheimische Gästeführerin nimmt uns danach mit zu einem Gang durch die City. Eigentlich sind wir nur auf der Kröpeliner Straße unterwegs. Aber das ist die Haupteinkaufsstraße und sehenswert ist es hier auch, vor allem, wenn man die Stadt mit viele humorigen Geschichten präsentiert bekommt. Wussten Sie z.B. dass der „Lebensfreude-Brunnen“ vor dem historischen Hauptgebäude der Uni hier scherzhaft „Pornobrunnen“ genannt wird, weil hier so viele nackte Bronzefiguren zu sehen sind?

Nach soviel Geschichte und Geschichten ist erstmal eine Mittagspause nötig. Im Anschluss geht es zum Anleger der Rundfahrtboote nahe des Eisbrechers im Ruhestand, den man in Sichtweite vertäut hat. Unser Boot bringt uns die Warnow abwärts Richtung Seehafen und Warnemünde. Wir fahren vorbei an alter und neuer Neptun-Werft, an den umgebauten Hafenquartieren, wo statt Lagerhäusern nun schicke Wohnblöcke aus dem Boden wachsen und an den Hafenanlagen für Fähr- und Kreuzfahrtschiffe. Unser Ausstieg ist direkt neben der Aida, die später noch mit großem Getute ausläuft.

In Warnemünde angekommen bummeln wir kurz durch die vollen Gassen und lassen uns dann in einem böhmischen Lokal ein deftiges Abendessen schmecken. Ab gehts ins Hotel. Ein ereignisreicher Tag geht zuende.

Euer Reisezauberer